Inle See

Zwar lässt sich der See in einem Tag nicht komplett erkunden, aber eine Tagestour mit einem der Langschwanzboote gibt einen guten Überblick und Einblick ins das Leben am und auf dem See. Durch die Höhenlage ist es morgens noch empfindlich kalt, sodass die auf dem Boot bereitliegenden warmen Decken gerne genutzt werden. Die Fahrt ab Nyaung Shwe führt einen Kanal hinunter auf den See. Dort eröffnet dem Besucher eine fast unwirkliche traumhafte Szenerie. Der mit Nebenschwaden überzogene tiefblaue See, umrahmt von den im Morgendunst rötlich schimmernden Shan-Bergen. In der Ferne ist das Dorf auf Stelzen zu erahnen. Immer wieder knattern Boote vorbei, die Einheimische und Touristen zum Markt bringen. Doch zunächst fällt der Augenmerk auf die Fischer mit ihrer seltsam anmutenden Einbein-Ruder-Technik.

Morgenstimmung am Inle See

Die Einbeinruderer vom Inle See

Die Intha, die "Menschen des Sees" haben eine einzigartige Rudertechnik entwickelt. Sie stehen mit einem Bein auf einer kleinen Plattform am Heck ihres schmalen Bootes, das andere Bein umschlingt das Ruder. So bewegen sie das Boot mit kräftigen Paddelstößen vorwärts und haben beide Hände frei, um ihre Netze auszuwerfen. Schon die Kinder üben diese Rudertechnik auf kleinen Booten.

Einbeinruderer

Markt

Das erste Ziel des Tages ist der 5-Tages-Markt, der im 5-Tage-Rhythmus immer an einem anderen Ort am Seeufer stattfindet. Hunderte von Booten sind Seite an Seite am schlammigen Ufer vertäut. Ist man spät dran, muss man über mehrere gefährlich schwankende Boote steigen, um das rettende Ufer zu erreichen. Auf dem Markt bietet sich ein farbenfrohes enges Gewimmel mit unzähligen Obst-, Gemüse, Fleisch- und Geflügelständen, an denen die Bauern der Region ihre Waren anbieten. So manche unbekannte Obst- oder Gemüse oder Kräutersorte lässt sich hier noch entdecken. Emsig preisen die Händler ihre Waren an, die nach dem Verkauf wieder den Weg zurück auf die Boote finden und abtransportiert werden.

Boote am Markt

Dorf auf dem See

Die Weiterfahrt führt zum Dorf auf dem See mit seinen vielen Holzhäusern auf Stelzen und den bekannten schwimmenden Gärten. Diese Gärten bestehen aus schwimmenden Matten, die mit Schlamm beschichtet und mit Bambuspfählen am Seegrund befestigt sind. Man staunt darüber, was auf diesen fruchtbaren schwimmenden Feldern so alles angebaut werden kann. Von allen erdenklichen Obst und Gemüsesorten bis hin zu Blumen, die als Opfergabe in den Tempeln auf den Märkten reißenden Absatz finden. Auf der langsamen Fahrt durch die Wasserstrassen des Dorfes ist man mittendrin im traditionellen Leben der Dorfbewohner. Die Männer arbeiten in den schwimmenden Gärten, die Frauen kümmern sich im Haushalt und Einkauf und die Kinder spielen oder paddeln mit kleinen Booten rund ums Haus.

In den Dörfern sind auch einige Handwerksmanufakturen angesiedelt, die von den Touristenbooten angesteuert werden. Es ist interessant den Seiden- und Lotoswebern, den Mädchen in den Zigarrenmanufakturen, dem Silberschmied und dem Papierschirmhersteller bei der Arbeit zuzuschauen. Natürlich werden die hier hergestellten Waren auch zum Verkauf angeboten.

Zur Mittagszeit kann man in einem der vielen kleinen Restaurants auf dem See einkehren. Es ist immer sinnvoll sich beim Bootsführer oder dem begleitenden Reiseführer nach dem momentan besten Restaurant zu erkundigen, da sich die Qualität und der Service sehr schnell ändern kann. Auf den Speisekarten finden sich meist traditionelle Gerichte, die auf der Terrasse mit Blick über den See gleich noch viel besser schmecken.

Die Pheung Daw U-Pagode am Westufer des Sees gehört bei der buddhistischen Bevölkerung zu den bedeutendsten Pilgerstätten des Landes. Sie beherbergt fünf kleine Buddhafiguren, die inwzischen von den Gläubigen bis zur Unkenntlichkeit mit Goldblättchen beklebt wurden. Einmal im Jahr, im Rahmen eines großen Restivals, reisen 4 der fünf Figuren druch die Dörfer am See.

Eine weitere Attraktion ist das Kloster der springenden Katzen, "Nga Phe Kyaung". Das im 19. Jahrhundert aus Teakholz gebaute Kloster liegt mitten auf dem See. Mönche haben damit begonnen, Katzen zu Sprüngen durch kleine Plastikreifen zu bewegen, welches sich im Laufe der Zeit zu einer wahren Touristenattraktion entwickelte. Allerdings hat das Kloster für Kulturinteressierte noch etwas mehr als die springend Katzen zu bieten.

Fotostrecke Inle See

Schwimmender Garten

Sonnenuntergang auf dem Inle See

Sonnenuntergang auf dem Inle See

Weitere Bilder aus Myanmar und dem Rest der Welt

Mein Reiseblog

Reisende, am 09.04.2011
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Bildquelle:
Reisefieber (Dezember in Goa, Indien)

Autor seit 5 Jahren
13 Seiten
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