Anatomie und Physiologie

Die Leber Hepar liegt im rechten und teilweise im linken Oberbauch. Sie ist das größte Stoffwechselorgan des Menschen und gleichzeitig die größte Anhangdrüse des Darms. Die Leber besteht aus zwei unterschiedlich großen Lappen, einem rechten und linken Leberlappen. Bei detaillierter Betrachtungsweise fallen noch zwei weitere kleine Lappen auf, der Lobus quadratus und L. caudatus. In der Mitte befindet sich die Leberpforte mit den Ein- und Ausgängen für die Arterien, Pfortader und Gallengänge. Schaut man sich die Leber genauer an, fällt ein Art "Läppchenstruktur" auf. Innerhalb dieser Läppchen, der Lobuli hepatici, verlaufen die Lebersinusoide, eine Austauschstrecke des Blutes mit den Leberzellen. Hier finden unter anderem Entgiftungs- und Ausscheidungsvorgänge statt. Wasserlösliche Abbauprodukte verlassen die Leber und den Körper über die Niere, schlecht lösliche Produkte werden über das Gallensystem ausgeschieden. Der sogenannte "First pass effect" filtert Schadstoffe aus dem Bereich der Pfortader aus, noch bevor diese das Herz erreichen.

Die Leber spielt im weiteren im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle. So werden wichtige Blutgerinnungsfaktoren und immunologische Schutzmechanismen hergestellt. Fette können in der Leber gespeichert werden und im Bedarfsfall dem Körper zur Verfügung gestellt werden. Das passiert zum Beispiel bei einem akuten Kohlenhydratmangel.

Pathologie

Aus dem Bereich der Pathologie sollen zwei Erkrankungen erwähnt werden.

Fettleber

Die Verfettung von Leberzellen vollzieht sich fast unbemerkt. Die Beschwerden sind in der Regel minimal und treten meistens nach dem Genuß von fetthaltigen Speisen auf. Oftmals handelt es sich um Druck und Völlegefühl. Gesicherte Parameter sind in diesem Fall erhöhte Leberwerte im Rahmen einer Blutuntersuchung. Risikofaktoren für die Entstehung einer Fettleber sind in erster Linie Alkohol und Übergewicht. Hier sollte im Rahmen einer Therapie zunächst angesetzt werden. Andere Faktoren sind die Aufnahme bestimmter Medikamente wie Schmerzmittel und Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Eine Fettleber kann sich bei guter Prognose fast vollständig zurückbilden. 

Leberzirrhose

Bei der Leberzirrhose handelt es sich um geschrumpftes Gewebe. Dieses wird nicht mehr durchblutet und gilt deshalb als abgestorben. Auslöser sind in der Regel chronischer Alkoholkonsum und eine nicht ausgeheilte Hepatitis.  In Folge dessen fallen fast sämtliche Synthese- und Entgiftungsfunktionen aus. So werden für das Blut wichtige Gerinnungsfaktoren nicht mehr produziert (erhöhte Blutungsneigung), Proteine werden nicht mehr abgebaut, sodass es zu einer allmählichen Vergiftung des Körpers kommt. Es kommt zu neurologischen Ausfallerscheinungen, dem Krankheitsbild der hepatischen Enzephalopathie. Als schwerste Form gilt hierbei das Leberkoma, in dem viele Betroffene sterben. Die  erwähnten Durchblutungsstörungen führen zu Umgehungskreisläufen. Ein Pfortaderhochdruck (sammelt das nährstoffreiche Blut aus dem Darmtrakt) und Varizen innerhalb der Speiseröhre sind die Folge. Zerreißt eine Krampfader, kann der Patient innerhalb kürzester Zeit verbluten. Eine Leberzirrhose kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, nur deren Folgen können durch eine angepaßte Lebensweise gemildert werden.  

Tipps und Empfehlungen

Die Reduktion von Alkohol und der Abbau von Übergewicht sind zwei wichtige Schutzmechanismen für die Leber. Auf diesem Weg kann eine Fettleber vollständig reversibel sein, hat sich allerdings  eine Leberzirrhose gebildet, funktioniert das nicht mehr.

Eine gesunde und vollwertige Ernährung bietet einen weiteren Schutzmechanismus. Fettige Speisen sollten gemieden oder zumindest eingeschränkt werden. Proteine, wie sie in Wurst- und Fleischwaren vorkommen sind ebenfalls mit Vorsicht zu geniessen. Empfehlenswerte Nahrungsmittel sind verschiedene Obst und Gemüsesorten. Löwenzahnblätter, Endivien, Schafgarbe und Wermut regen die Leberaktivität an und sorgen für eine gute Verdauung.

Unter den Heilpflanzen stehen Artischocke und die Mariendistel an erster Stelle. Die Artischocke enthält verdauungsfördernde und appetitanregende Inhaltsstoffe. Dies ist auf den Gehalt an Bitterstoffen zurückzuführen. Positiver Nebeneffekt ist hierbei übrigens die Produktion von Gallensäuren. Die Artischocke hat im weiteren einen antioxidativen Charakter und fängt freie Radikale ab. Es entsteht eine Art natürlicher Krebsschutz.

Die Mariendistel (s. Vorschaubild) schützt die Leberzellen vor dem Eindringen von giftigen Substanzen. Außerdem werden Syntheseleistungen und Regenerationsmechanismen angeregt. Mariendistelpräparate gehören inzwischen auch in der Schulmedizin zur Standardtherapie.

Innerhalb der Homöopathie bieten einige Komplexmittel die Möglichkeit, Lebererkrankungen therapeutisch und präventiv anzugehen. Zu nennen sind hier Präparate wie Löwenzahn oder Schöllkraut als Inhaltsstoff.

Exkurs "Der Leberwickel"

Der Leberwickel bietet therapeutisch und präventiv Möglichkeiten, um ein Leberleiden zu lindern. Bei einer akuten Leberentzündung ist allerdings von einem Leberwickel abzuraten. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt oder Heilpraktiker zu Rate gezogen werden.

Für die Herstellung eines solchen Wickels benötigt man eine große Kompresse, ein Handtuch, ein Baumwolltuch, eine Wärmflasche, eine Schüssel und einen oder zwei Beutel Schafgarbeentee.

Zunächst wird der Schafgarbentee mit 200ml Wasser überbrüht und anschließend 10 bis 15 Minuten stehen gelassen. Die Kompresse wird in der Schüssel mit dem Tee übergossen. Danach wird das überschüssige Wasser abgegossen, die Kompresse wird ausgewrungen. Am Unterarm läßt sich die Temperatur überprüfen. Die Kompresse wird nun im Liegen auf den rechten Oberbauch gelegt. Das Baumwolltuch und das Handtuch werden darüber gelegt. Die Wärmflasche bietet einen zusätzlichen Effekt und kann in das Handtuch gelegt werden. Abschließend sollte man sich für mindestens 30 bis 45 Minuten ins Bett legen und entspannen.

Mein Artikel ersetzt nicht den Rat eines Arztes oder Heilpraktikers!

Ashlie, am 15.08.2012
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