Soziale Unterschiede hat es immer gegeben - Aber heute sind viele fleißige, gute Menschen von Armut betroffen

"Die unteren Schichten haben in den letzten Jahrzehnten meistens mehr Einkommenszuwachs als die Mittelschichten gehabt", sagt die Politik. Mag sein, aber 3 % von 1200,-- brutto sind 27,-- € netto. 3 % von 10.000,-- sind 180,--€ netto mehr. Also hat der Filialleiter 6,5-mal so viel dazubekommen, wie seine Putzfrau. Warum also keine lineare Gehaltserhöhung? Wenn der statistische "Warenkorb" sich verteuert, 50,-- € mehr für alle? Wäre das nicht gerecht? Außerdem haben sich die Lebenshaltungskosten für die im unteren Lohnbereich überproportional entwickelt. Miete, Nebenkosten, Gebühren, Versicherungen, Nahrung, Kleidung fressen bis zu 95 % des Haushaltsbudgets auf. Für Vorsorge und Sparen bleibt da nichts mehr! Nach der Währungsreform fingen alle mit 20,-- DM an. Alle waren gleich. Natürlich waren einige gleicher. Aber zumindest hatte jeder die Chance, etwas aus sich zu machen. Arbeiter hatten ein Häuschen, ein Auto, fuhren in Urlaub, und konnten noch Geld weg legen. Heute strampeln wir nur noch, um nicht ganz abzusacken.   

Begünstigt werden also die, die schon viel Kapital haben

Große Vermögen vermehren sich also wesentlich schneller, und fast wie von selbst. Ja, wie bei einer Lawine kommt immer mehr Masse dazu. Aber Lawinen sind gefährlich und richten Schaden an. Vor allem in den Händen von Leuten, die skrupellos und ohne Mitgefühl handeln. Banken waren mal nützlich und trugen zur Entwicklung bei. Heute vernichten sie Arbeitsplätze, wenn die Rendite stimmt. Spekulanten und Zocker sind schuld an der Verarmung Europas. Ihre Rolle als Partner haben sie längst aufgegeben. Für einige dieser Exemplare sind Kunden nur Muppets oder Zapfsäulen. Die in ewiger Abhängigkeit zu halten sind. Einige Player gehen sogar so weit, ganze Volkswirtschaften zu versklaven. Sie leihen denen billiges Geld, treiben die Zinsen nach oben. Wir alle zahlen die Zeche, damit einige Wenige Reibach machen können. Die gehen sogar so weit, ihre gedrillten Leute in Politik und Ämter zu bringen. Der "Lange Weg durch die Instanzen" war eigentlich ein "Linkes Projekt"!

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geschorenes Schaf

geschorenes Schaf (Bild: eigen)

Wird eine Schere zu weit gespreitzt, kann man sie nicht mehr schließen - Sie kann dann zur tödlichen Waffe werden

War früher mal ein Passus im Gesellschafts-Recht, dass eine AG auch dem Allgemeinwohl verbunden sei, wurde dieser gestrichen. Förderung für Wohneigentum wurde gestrichen. Die Erhöhung des Rentenalters ist de facto eine Rentenkürzung. Andererseits wurden aber die Gehälter der Spitzenverdiener netto erhöht. Wer eine Millionen € versteuert, bekommt vom Staat 80.000,-- € geschenkt. Senkung von 51 auf 43 %. Neulich las ich ein Plakat der FDP – "Gerechtigkeit / Umverteilung stoppen". Genau so gut könnte der Teufel sagen: "Weg mit den Sünden!" Die wissen es vielleicht nicht, aber die sind an der Regierung. Oder regiert bereits Goldman & Sachs Europa? Warum sollten wir dann noch am 22. September unser Kreuzchen machen. Nur, wird die Schere überdehnt, bricht der soziale Friede. Dann kann es ziemlich böse ausgehen. So geschehen in Paris am 14. Juli 1798.  

Jedem Einzelnen kann ich nur raten, Schulden zu vermeiden. Lieber mal verzichten, als sich von denen abhängig zu machen. Und zur Politik möchte ich mich nicht weiter äußern, dass verbietet meine gute Erziehung. 

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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