(Bild: Oldiefan / Pixabay)

Wieviel Eicheln sammelt der Eichelhäher an einem Tag?

Viele, sehr viele, denn bis zu 11 Stunden am Tag widmet der schmucke Vogel dem Sammeln von Eicheln. Er frisst sie nicht alle gleich auf. Der größere Teil wird sorgfältig auf Reife und Güte geprüft und dann in unzähligen Verstecken für den Winter deponiert. Bis zu 2200 Früchte landen zur Hochsaison im Schnabel des Eichelhähers*. Nun fliegt der Häher nicht mit jeder einzelnen Frucht zum Versteck. Im knallroten Schlund haben bis zu 10 Eicheln Platz. Der schlaue Vogel schluckt zuerst die kleineren Eicheln, dann folgen die größeren und ganz große Früchte transportiert er im Schnabel. Auf diese Weise erfolgt das Anlegen seines Wintervorrates sehr effektiv. Am ausgesuchten Ort landen die Früchte einzeln im Boden, sorgfältig mit dem Schnabel in die Tiefe getrieben und zugedeckt, wodurch die später vergessenen Samen ideale Bedingungen zum Keimen finden.

* Quelle: Märkische Allgemeine vom 03.11.2020

Lebensweise des Eichelhähers

Der rötlichbraune Vogel mit zartblauen, schwarzgebänderten Federn am Flügel ist nicht jedem willkommen. Jäger fürchten seinen lauten, rätschenden Warnruf im Wald, der dem Wild seine Anwesenheit verrät. Und neben Eicheln plündert der Häher auch gerne einmal fremde Vogelnester. Ansonsten stehen allerlei Früchte, Insekten, auch Wespen auf dem Speisezettel. Während der Brut verhalten sich die Vogeleltern eher still. In einem aus Reisern versteckten kleinen Nest, gut versteckt in Bäumen und Büschen, selten einmal in einer Baumhöhle, werden fünf bis sechs Junge großgezogen. Nach etwa 17 Tagen schlüpf der Nachwuchs. Im Herbst, wenn die Eichelhäher in kleinen Trupps durch den Wald streifen, werden sie wieder lauter. Sie bleiben auch im Winter in unseren Breiten, wobei Vögel aus dem hohen Norden auch wandern. Das Verbreitungsgebiet des farbenfrohen Rabenvogels ist sehr ausgedehnt. Man kann ihn in fast ganz Europa bis nach Asien über den sibirischen Waldgürtel und auch im Himalaja beobachten. Je nach Region sind es dann verschiedene Unterarten, die rein äußerlich ähnlich sind.

Eicheln einheimischer Eichen werden bevorzugt

Neben unseren einheimischen Stiel- und Traubeneichen wachsen in Deutschland sehr häufig Roteichen, die aus Amerika stammen. Die Eicheln der Roteiche enthalten mehr Gerbsäuren als die unserer einheimischen Bäume. Wenn der Eichelhäher wählen kann zwischen Trauben- oder Stieleiche und der Roteiche, so entscheidet er sich für die erstgenannten. Dabei sind die Eicheln der Roteichen fetter, als die anderen. Trotzdem meidet der Häher die hier angesiedelten Neulinge. 

Eicheln sind sehr nahrhaft (Bild: H. Nedo)

Ich finde, dass dies nicht verwunderlich ist. Zwischen unseren europäischen Eichen und dem Eichelhäher entwickelte sich über Jahrtausende eine Symbiose zum gegenseitigen Vorteil. Offensichtlich hält der Vogel daran fest.

In der Forstwirtschaft ist die Roteiche gern gesehen. Sie wächst schneller als Trauben- und Stieleiche und ihr Holz ist mit einer schönen Maserung sehr gefragt. 

Übrigens: Wußten Sie, dass eine Eiche etwa 50 Jahre alt sein muss, bevor sie das erste Mal Früchte trägt?

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