Fragen Sie sich, was sie aussagen, wenn sie ein T-Shirt, einen Schal oder ein Schmuckstück in der Farbe xy tragen? Dann wird Sie die Zusammenfassung der Farbbedeutungen hier interessieren, geordnet von den hellen bis zu den dunklen Farben im Farbkreis. Die meisten der hier erwähnten Farbbedeutungen gelten übrigens nicht nur für die Bekleidung, sondern auch für die Einrichtung, das Malen etc. Der Übersichtlichkeit halber habe ich mich hier aber im Wesentlichen auf die Bedeutung bei der Bekleidung konzentriert.

Positive Farbbedeutungen

Weiß = unschuldig 

Weiß hat ganz überwiegend positive Bedeutungen: Eine bekannte Assoziation ist die Unschuld; Brautkleider sind z.B. weiß. Ferner steht die Farbe für die Sauberkeit.

Denn auf Weiß sieht man jeden Schmutz. Daher kann das Tragen der für Kleidung unpraktischen Farbe weiß immer noch ein Statussymbol sein.

Weiß wird auch mit Licht in Verbindung gebracht, mit dem Göttlichen. Und es gilt als Vollkommen und Ideal. Dies liegt vermutlich daran, dass es einen Gegensatz zu Schwarz darstellt sowie daran, dass in Weiß physikalisch alle Farben enthalten sind.

 

Gelb = Optimismus

 

 

 

Das eigentlich farblose Licht der Sonne wird als gelb empfunden, und die Sonne gilt als heiter.

 

 

Gold = Reichtum 

 

Die Farbe Gold hat überwiegend positive Bedeutungen. Sie steht für Pracht und Reichtum und ist eine Kennfarbe des Göttlichen. Denn das Metall Gold war und ist selten und teuer. Außerdem wird das Metall wegen seiner Farbwirkung mit der Sonne in Verbindung gebracht.

 

 

Orange = Lustig

 

 

Orange gilt als lustig, vergnüglich und gesellig. Denn durch Orange wird ein angenehmes Raumklima geschaffen - es ist nicht so grell wie Gelb und nicht so schwül wie Rot.

 

 

Rosa = Zart 

 

 

Die Farbe wirkt zart, süß und romantisch. Das Rosa die Farbe der weiblichen Kinder wurde, hat jedoch eine längere Geschichte: 

Preußen wollte die heimische Waidindustrie fördern (der Waid ist eine Pflanze, aus der sich das für die Produktion von blauer Farbe nützliche Indigo gewinnen lässt) und ließ daher für seine Soldaten blaue Uniformen anfertigen. Auch deswegen wurde Blau wohl zur Farbe der - männlichen - Arbeitswelt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Babymode farbig, Kleidung für Jungs wurde hellblau gefärbt. Für Mädchen dagegen wurde die Kontrastfarbe dazu verwendet, das Rosa. (Ursprünglich war Rosa einmal eine Farbe für kleine Jungs: Als Abwandlung von der männlichen Farbe Rot wurden kleine Kinder in Rosa gekleidet.)

 

Rot = Leidenschaft

 

 

Rot weckt eine Fülle von erfreulichen Assoziationen. Viele Personen bezeichnen es als ihre Lieblingsfarbe. Rot steht für Liebe und Leidenschaft, außerdem für Lebenskraft und Dynamik.

Dies lässt sich darauf zurückführen, dass Blut und Feuer rot aussehen. Bei Verlegenheit oder Verliebtheit steigt das Blut zu Kopf, und man wird rot.

 

Violett = Exzentrisch

 

 

Es gilt in regelmäßigen Abständen als modisch, ansonsten als Exzentrisch oder auch Magisch. Denn Violett wird nicht so oft getragen wie Braun oder Grau. Wer Violett trägt, möchte auffallen.

Ob das alles das positiv ist, muss jeder für sich selber beantworten. 

 

Blau = Treue

 

 

Die meistgenannte Lieblingsfarbe. Dafür hat Blau erstaunlich wenige eindeutig positive Bedeutungen: Es ist zumindest die Farbe der unbegrenzten Dimensionen. Denn der weit entfernte Himmel ist Blau. 

Blau steht auch für Treue, weil Gelegenheit zur Untreue nur bei Ferne besteht.

 

Grün = Frische

Grün wird dagegen mit vielem Positivem in Verbindung gebraucht, wie mit Natur, Leben, Frühling, Frische, Gesundheit und der Hoffnung. Das lässt sich einfach erklären: Im Frühjahr, wenn wieder Leben einkehrt draußen, werden die Bäume wieder grün. Das ist der Gesundheit zuträglich und man hofft auf einen schönen Sommer, eine reiche Ernte usw.

 

 

Braun = Gemütlich

 

Braun gilt bei der Zimmereinrichtung als gemütlich. Denn es ist eine warme Farbe. Mit braunen Möbeln, Holz und Leder wirkt ein Raum zwar enger, aber man fühlt sich in ihm geborgen. Braun gilt außerdem als warm und verlässlich. In der Damenmode ist es seit Jahren sehr beliebt.

 

 

Silber - Modern

 

Silber wirkt modern und elegant. Es wirkt wie etwas Helles, das in schneller Bewegung ist. Denn Silber erinnert das silberne Fahrzeuge wie Raketen und Flugzeuge. Die silberne Farbe ist für diese Verwendungen praktisch, weil der helle Glanz die Sonnenstrahlen reflektiert und dadurch weniger Hitze entsteht.

Silber muss auch in Bewegung sein, sonst wird es schwarz (Beispiel angelaufenes Silberbesteck).

 

Grau = heimlicher Herrscher

 

Diese Farbe hat nach dem Buch nur eine einzelne rein positive Bedeutung: heimlicher Herrscher "graue Eminenz". Dies rührt von dem in traditionelles Mönchsgrau gekleideten Baron Francois le Clerc du Tremblay her, der als Père Joseph im Hintergrund viel Einfluss auf die französische Politik hatte. 

 

 

Schwarz = Elegant

 

Schwarz wirkt bei Kleidung oft elegant. Wenn man davon ausgeht, dass Eleganz darin besteht, auf alles Unnötige zu verzichten, dann ist Schwarz das Mittel der Wahl, denn dabei wird sogar auf die Farbe verzichtet - Schwarz ist die Farbe eines nicht leuchtenden Körpers, der alles Licht schluckt.

 

Das "kleine Schwarze" ist ein fester Begriff für ein kurzes, schickes Kleid. Festliche Anzüge für Herren sind schwarz. Auch dicken Leuten wird häufig empfohlen, sich in Schwarz zu kleiden, da man damit schlanker wirkt.

 

Negativen Farbbedeutungen

Alle Farben haben neben den positiven auch negative Bedeutungen. Viele davon erklären sich von selber.

Farbe negative Bedeutung weitere negative Bedeutungen
Weiß substanzlos
Gelb Ärger Neid, Geiz, Egoismus
Gold protzig
Orange billig aufdringlich
Rosa schwach
Rot aggressiv verboten
Violett künstlich verderblich
Blau kalt betrunken
Grün unreif giftig
Braun spießig dumm, faul
Silber kühl
Grau trüb grässlich, illegal, alt
Schwarz Trauer Tod, Hass, Schmutz, Unglück, Illegal

Aber warum steht beispielsweise gelb für Ärger, Neid, Geiz und Egoismus? Weil sich bei starkem Ärger die Gallenwege verkrampfen, die Galle direkt ins Blut geht und die Haut gelb wird. Neid ist der Ärger über darüber, dass andere mehr haben, auch geizige und egoistische Menschen ärgern sich viel.

 

Warum gilt Orange als billig? Kunststoff wurde laut Eva Heller häufig Orange eingefärbt, und Kunststoff ist billig. Warum Kunststoff häufig Orange eingefärbt wurde, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Es könnte daran liegen, dass es bisher noch nicht viele Produkte in Orange gab. Die praktischen Kunststoffprodukte in Orange wurden dann gekauft, daraus schlossen anscheinend die Hersteller, dass Orange gefällt, und produzierten weiter in Orange. 

 

Und warum gilt Braun als spießig, dumm, faul und vergänglich? Als spießig, weil in ihm alle Grundfarben aufgelöst sind, es hat so gesehen nichts Individuelles mehr. Als Dumm, weil es als die hässlichste Farbe angesehen wird. Die Bedeutung faul ist wieder offensichtlicher: Verdorbenes wird braun.

Was bietet sich an, wenn ich unauffällig bleiben möchte?

Dann sind Silber und Grau und Grün zu empfehlen: Silber ist die Farbe der Zurückhaltenden, Kühlen und Distanzierten. Grau gilt ebenfalls als angepasst. Grün gilt als die ausgleichende Mitte, 

 

Und wenn ich mit den Farben einen bestimmten eher technischen Zweck verfolge? Weiß gilt als steril - deswegen ist Krankenhauskleidung weiß. Gelb hat eine gute Fernwirkung und wird daher eingesetzt, wenn man etwas schon von Weitem gut sehen können soll. Auch Orange ist eine Sicherheitsfarbe.

In anderen Kulturen gelten teilweise andere Farbcodes

Weiß ist in Asien eine Trauerfarbe, Gelb soll dort Weisheit symbolisieren. Orange ist die Farbe des Buddhismus und des niederländischen Herrscherhauses der Oranier. Grün gehört zu den Iren und dem Islam. Schwarz gilt vor allem in Afrika als schön. 

Zu der Umfrage

Gefragt wurde in der anonymen Umfrage von Eva Heller nach den Farben von 200 Eigenschaften und Gefühlen wie billig, dumm, elegant und außergewöhnlich. Zwar gibt es durchaus individuelle Unterschiede, aber es stellte sich auch heraus, dass sich die Wahrnehmung von Farben in der Regel stark ähnelt!

 

Die Farbe "Grau" wird in der Umfrage beispielsweise unter anderem bei folgenden Eigenschaften als erste Farbe genannt: Gleichgültigkeit (52 %, hier folgt erst mit 13 % Braun), Einsamkeit (33 %), Heimlichkeit (29 %), Pünktlichkeit (20 %), Gefühllosigkeit (26 %) und Mittelmäßigkeit (23 %). Dass jemand mit den Begriffen Optimismus und Leidenschaft die Farbe grau verbindet, ist dagegen nicht aufgeführt; das heißt, das allerhöchstens 5 % der Befragten mit diesen Eigenschaften die Farbe grau verbinden. Zu dem Begriff "Billig" wiederum nannten beispielsweise 19 % die Farbe Orange und je 15 % Braun und Grau. Es folgen fünf weitere Farben mit geringeren Prozentzahlen.

 

Ich habe hier eine Zusammenfassung des Buches "Wie Farben wirken" geschrieben. Dabei habe ich habe nicht jede Farbbedeutung erwähnt; insbesondere habe ich die meisten früheren Farbbedeutungen weggelassen (wie Gelb als frühere Kennfarbe der Geächteten.)

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