Einleitung

Die Gallenblase Vesica fellea befindet unterhalb der Leber und hat die Form einer Birne. Sie speichert die in der Leber produzierte Gallensäure, sofern diese nicht für die Verdauung benötigt wird. Die Galle besteht in erster Linie aus Wasser, Elektrolyten, aus dem Farbstoff Bilirubin und Cholesterin. Die Galle dient der Verdauung von Fetten. Einmal wird auf diesem Weg die Oberflächenspannug zwischen dem Fett und Wasser herabgesetzt, auf der anderen Seite können Fette durch bestimmte Enzyme gespalten werden, sodass eine Aufnahme über die Darmschleimhaut ermöglicht wird. Nur so können diese für den Körper verwertet werden. 

Pathologie

Das Gallensteinleiden Cholelithiasis ist wie bereits oben erwähnt häufig vertreten. Im Schnitt ist jeder zehnte von dieser Erkrankung betroffen, der Frauenanteil ist dabei höher. Voraussetzung für das Entstehen von Gallensteinen ist ein Ungleichgewicht in der Galle, sodass bestimmte Inhaltsstoffe wie Bilirubin oder Calcium ausgefällt werden. Es kommt zur Bildung von Kristallen, die sich später zu Steinen vergrößern können. Bestimmte Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes mellitus und Entzündungen können diesen Prozeß noch verstärken. Gallensteine verursachen in rund 80 Prozent aller Fälle keine Symptome. Sie bleiben unentdeckt oder tauchen durch Zufall im Ultraschall auf. Bleibt allerdings ein Stein im Gallengang stecken, kommt es zu einer Gallenkolik. Die betroffene Person hat krampfartige Schmerzen im Ober- und Mittelbauch, die bis in den Rücken und Schulter ausstrahlen können. Vegetative Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen sind häufig. Verschließt der Stein den Gallenblasengang, kommt es zum Rückstau in das Speicherorgan. Eine Perforation (Durchlöcherung) verbunden mit einer Entzündung in der Bauchhöhle und eine bakterielle Besiedlung können die Folge sein. Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Verschließt der Stein den Ausführungsgang in den Zwölffingerdarm, die sog. Papille, kann es zu einer Zerstörung der Bauchspeicheldrüse kommen. Es entsteht eine akute Pankreatitis, die umgehend intensivmedizinisch betreut werden muß.

Der Löwenzahn (hier der Samenstand) gilt als wichtige Heilpflanze bei einem Gallensteinleiden.

Heilpflanzen

Heilpflanzen können bei der Prävention und Therapie von Gallensteinleiden eine wichtige Funktion übernehmen. Dazu ein kleiner Überblick.

Löwenzahn Taraxacum officinale spielt bei der Behandlung dieser Erkrankung eine wichtige Rolle. Hierfür sind in erster Linie bestimmte Bitterstoffe, die für eine Linderung sorgen, verantwortlich. Löwenzahnsaft läßt sich im Frühjahr selbst herstellen oder kann als Preßsaft aus dem Reformhaus bezogen werden. Die Blätter lassen sich als Salatbeilage verwenden. Es gibt auch die Möglichkeit Taraxacum  als Tee aufzunehmen.

Das Schöllkraut Chelidonium majus kann bei einer akuten Kolik eingenommen werden und lindert krampfartige Schmerzen. Aufgenommen wird die Pflanze als homöopathisch aufbereitetes Arzneimittel oder als pflanzliches Fertigpräparat.

Der Erdrauch Fumaria officinalis lindert ebenfalls krampfartige Schmerzen. Erhältlich ist die Pflanze  als pflanzliches Präparat.

Die Pfefferminze Mentha piperita regt die Gallentätigkeit an und beugt somit einer Steinbildung vor. Wichtigster Wirkstoff ist hierbei ein ätherisches Öl, das sog. Menthol. Dieses läßt sich auch äußerlich anwenden. Mentha piperita darf nicht bei einem kompletten Verschluß des Gallenganges bzw. einer Entzündung angewendet werden.

Der Wermut Artemisia absinthium kann ebenfalls bei Gallenerkrankungen eingesetzt werden. Artemisia wirkt als Bitterstoff und wird in der Regel als Tee eingesetzt. Wermuttee hat einen bitteren Geschmack und sollte mit anderen Teesorten kombiniert werden.

Die Artischocke Cynara scolymus hilft in erster Linie bei der Fettverdauung. Es handelt sich um ein bekanntes pflanzliches Fertigpräparat, das allerdings auf Grund besser wirksamer Inhaltsstoffe in der Apotheke erworben werden sollte.

Empfehlungen und Tipps

Bei einer Gallenkolik helfen warme Wickel und Kompressen. Besonders empfehlenswert und wirksam ist der Heublumensack. Hierbei handelt es sich um einen gefülltes Leinentuch, das vor Gebrauch leicht erhitzt wird. Der Heublumensack  wird je nach Schmerzintensität in der Lebergegend aufgelegt. Bei einer nachgewiesenen Entzündung der Gallenblase (erhöhte Laborparameter) sind warme Anwendungen allerdings kontrainduziert.

Bei sehr starken Schmerzen muß auf ein Spasmolytikum, zum Beispiel Buscopan, zurückgegriffen werden. Umgehend einen Arzt aufsuchen!

Besonders wichtig ist eine gesunde, vollwertige und wenn möglich vegetarische Ernährung. Diese sollte frei von tierischen Fetten sein. Vollkorngetreide, Gemüse und Obst stehen dabei im Vordergrund. Außerdem wird auf diesem Weg ein regelmäßiger Stuhlgang erreicht.

Tägliche Bewegung (Walking, Joggen) hält den Körper fit und somit die Verdauung in Schwung.

Mein Artikel ersetzt nicht den Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers!

Ashlie, am 11.08.2012
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