Gute Headsets sitzen leicht und angenehm

Am Wichtigsten sind zwei Merkmale: Die Ergonomie und der Sound. Ein Headset kann einen noch so kristallklaren Klang haben: Wenn die Muscheln auf die Ohren drücken oder man zu schwitzen beginnt, taugt das Gerät nichts. Deshalb ist empfehlenswert, Headsets wenn möglich im Geschäft zu testen. Meist merkt man dabei gleich, ob sie gut sitzen oder unangenehm drücken. Besitzt man diese Möglichkeit nicht, sollte man auf Folgendes achten:

  • Finger weg von reinem Plastik! Da ist unangenehmes Schwitzen bei stundenlangen Sessions quasi vorprogrammiert. Leder und Naturfaser sind sowohl angenehmer zu tragen, als auch luftdurchlässiger und somit weniger anfällig für Schwitzanfälle. Weich gepolsterte Ohrhörer, etwa aus Velours, sind deshalb ein Muss.

  • Jeder Mensch hat einen ganz individuellen Kopf. Deshalb ist es wichtig, dass der Kopfbügel in der Höhe verstellt und somit angepasst werden kann. Idealerweise ist er zusätzlich gepolstert und erhöht damit den Tragekomfort.

  • Viel zu wenig Bedeutung findet oft das Gewicht. Kommt einem ein Headset bereits beim ersten Test relativ schwer vor, sollte man Abstand davon nehmen. Schließlich möchte man es ja mehrere Stunden beanspruchen, und das ermüdet, wenn es von Anfang an als schwer empfunden wird.

Headset wireless oder mit Kabel?

In Punkto Gewicht wird es ein wenig kniffelig, denn: Jeder möchte ein Wireless-Headset, das ohne lästiges Kabel auskommt. Klingt logisch, hat aber den Nachteil des größeren Gewichts. Schließlich muss ja ein Akku in das Gerät, und der wiegt nun mal ein bisschen was. Aber muss es eigentlich unbedingt ein kabelloses Headset fürs Gaming sein? Ich für meinen Teil verwende fast ausschließlich kabelgebundene Kopfhörer sowie Headsets. Natürlich wirkt das erst einmal anachronistisch. Doch Kopfhörer und Headsets mit Kabel haben immer noch ein paar Vorteile:

  • Leichter und meist günstiger als Wireless-Geräte
  • Kein Aufladen des Akkus nötig
  • Klangqualität ist meist besser, noch dazu ohne etwaige Übertragungsverluste

Nachfolgend habe ich Ihnen einige Amazon-Links zu meiner Ansicht nach empfehlenswerten, kabelgebundenen Modellen zusammengestellt, bei denen der Preis in vernünftiger Relation zur Leistung zählt. Persönlich kann ich Ihnen das Hyper-X ans Herz legen, das ich selbst besitze und mit dem ich sehr zufrieden bin, siehe diesen Test des Headsets von Hyper X.

Kabellose Freiheit

Andererseits bieten Wireless-Headsets natürlich größere Freiheiten, da ja das Kabel wegfällt. Gerade bei intensiven Spielen kann ein zu langes Kabel zum echten Hindernis werden oder schon mal versehentlich aus der Buchse rutschen. Nicht zu vergessen ist auch der wenig appetitliche Kabelsalat und die Gefahr, das Kabel so zu knicken, dass das Gerät ein Fall für die Tonne ist. Ich spreche aus Erfahrung, auch wenn es "nur" billige Kopfhörer waren.

Man muss hierbei abwägen, was einem mehr wert ist: Die kabellose Freiheit oder doch das gute Gefühl, dass einem bei einem kabelgebundenen Headset nie während des Spiels der Saft ausgehen kann. Zudem neigen die günstigsten Geräte zu eher bescheidenen Übertragungsqualitäten, um es vorsichtig auszudrücken. Sprich: Für ein Wireless-Gerät sollte man ein bisschen tiefer in die Tasche greifen, um ein qualitativ hochwertiges Headset zu erhalten.

Offen oder geschlossen?

Eine Angabe, die mitunter für Verwirrung sorgt, ist folgende: Offene oder geschlossene Headsets (gilt natürlich auch für nur-Kopfhörer). Der Unterschied ist ganz einfach der, dass geschlossene Headsets die Ohren komplett umschließen, was den Spieler akustisch von der Außenwelt abkoppelt. Dadurch kann er sich voll und ganz auf das Game konzentrieren. Der logische Nachteil: Je nach Geräuschkulisse überhört man beispielsweise einen Telefonanruf. Außerdem staut sich die Luft rund um die Ohren, was an heißen Tagen unangenehm warm werden kann.

Bei der offenen Bauweise kann sich weder die Luft stauen, noch sind Sie akustisch aus der Welt. Logischer Nachteil hierbei: Die Geräusche dringen auch nach außen und stören etwaige anwesenden Leute. Außerdem entgehen einem in lauter Umgebung viele Game-Geräusche. Beide Bauweisen haben somit ihre Vor- und Nachteile – persönlich präferiere ich geschlossene Headsets, da sie einfach besser sitzen und ich mich voll und ganz aufs Geschehen konzentrieren kann.

Noch ein Tipp zum Sound: Dass ein 7.1.-Surround-System der Hit beim Filmegucken oder beim Zocken ist, steht natürlich außer Frage. Ein Headset bzw. Kopfhörer können mit einer ordentlichen Anlage samt Subwoofer logischerweise nicht mithalten. Auch wenn viele Hersteller mit möglichst spektakulär klingenden Angaben prahlen: Letztendlich wird Raumklang in Headsets lediglich digital simuliert, weshalb der Unterschied zwischen einem 7.1.-Headset und einem Stereo-Headset bei weitem nicht dermaßen frappant ist, wie etwa der zwischen einer Heimkinoanlage und den Lautsprechern eines Fernsehers.

Ideal: Gaming Headsets mit verstellbaren Mikrophonen

Kommen wir abschließend noch zum Mikrophon. Idealerweise verfügt dieses über Geräuschunterdrückung für eine bessere sprachliche Verständigung mit den Mitspielern. Ideal sind Modelle mit NC-Mikrophonen. NC bedeutet "Noise Cancelling", sprich: Hier wird auf die übertragene Sprachqualität besonders geachtet. Gerade bei Multiplayer-Spielen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Manche Headsets haben starr verbaute Mikrophone, die sich nicht verstellen lassen. Davon ist abzuraten. Ein Mikrophon sollte unbedingt verstellbar sein. Besonders praktisch ist es, wenn sich das Mikrophon abnehmen lässt, damit man das Headset ausschließlich als Kopfhörer nutzen kann. Bei vielen Modellen ist am Kabel eine Fernbedienung zur Lautstärkereglung sowie Stummschaltung angebracht. Manche Wireless-Headsets verfügen über entsprechende Tasten auf dem Kopfhörer selbst, was freilich umständlich ist.

Ich hoffe, Ihnen bei der Auswahl Ihres Gaming Headsets ein wenig Unterstützung geleistet zu haben und würde mich über Beachtung meiner weiteren Artikel (sind ja bloß ein paar hundert) freuen.

Autor seit 6 Jahren
836 Seiten
Laden ...
Fehler!