Angestachelt durch die spannenden Aufzeichnungen des Schnitzeljägers Bernhard Hoëcker in seinem gleichnamigen Buch machten wir uns auf die Suche nach einem ersten Versteck in unserem Heimatort, dessen Position im Internet so gut beschrieben war, dass wir es auch ohne GPS-Gerät zu finden glaubten. Tatsächlich hatten wir Erfolg und damit Gefallen daran gefunden. Kaum zu Hause, wurde ein GPS-Gerät geordert und auf ging es in ein neues Abenteuer.

Geocaching ist ein weltweites Spiel für jedermann

Geocaching ist eine moderne Form der Schatzsuche, wobei man mit Hilfe eines GPS-Gerätes auf der ganzen Welt Schätze finden kann, die jemand anderes dort versteckt hat. In groben Schritten läuft so eine Schatzsuche in etwa so ab:

 

  1. Man registriert sich kostenlos auf einer Geocaching-Plattform, wie zum Beispiel geocaching.com oder opencaching.de. Wir haben uns nur bei geocaching.com registriert, weil dort die meisten Cache gelistet sind.
  2. Jetzt sucht man sich auf der Karte einen Cache aus, überträgt die Koordinaten in sein GPS-Gerät und bewegt sich in die angegebene Richtung.
  3. Bei Ankunft wird die versteckte Dose gesucht, wobei man immer darauf achten sollte, dass man nicht von sogenannten Muggels (so werden in Anlehnung an Harry Potter die Nichtcacher genannt) beobachtet wird.
  4. Nun erfolgt der Eintrag in das vorgefundene Logbuch. Das ist je nach Größe der Dose ein kleines Buch oder aber nur ein Zettel.
  5. Wer will, kann jetzt noch etwas tauschen. Wenn man der Dose etwas entnimmt, sollte man auch etwas gleichwertiges wieder hinein legen.
  6. Anschließend wird die Dose wieder genauso versteckt, wie man sie vorgefunden hat, damit der nächste den gleichen Spaß beim Suchen hat.
  7. Zu Hause loggt man dann seinen Fund noch auf der Plattform ein, auf der man sich registriert hat.

 

Die Dosen können verschiedene Größen haben. Das reicht von kleinen Miniröhrchen, in die gerade mal so ein Zettel passt, bis zu gut gefüllten Kisten. Einen Hinweis dazu findet man in jeder Cachebeschreibung. Die Tauschgegenstände in den Verstecken haben meist keinen hohen materiellen Wert. Aber gerade für Kinder ist es immer wieder spannend, was sie denn erwarten könnte. Mit einem solchen Ziel im Auge fällt es auch leichter, Kinder zu einem Spaziergang in der Natur zu überreden.

Unser erster Cache ohne GPS-Gerät

Gute Vorbereitung der Cache-Touren ist wichtig

Da es nicht nur verschiedene Cachegrößen, sondern auch verschiedene Cachearten gibt, ist es wichtig, sich vorher genau über das angestrebte Ziel zu informieren, damit man vor Ort nicht enttäuscht wird. Je beliebter das Hobby in Deutschland wird, umso schwieriger und raffinierter werden auch die Verstecke. Wenn man wie wir dieses Hobby nicht regelmäßig betreibt, wird man immer wieder vor Herausforderungen gestellt, bei denen man merkt, dass einem wirklich noch die Erfahrungen fehlen. Wir beschränken unsere Schatzsuchen auch auf die gängigsten Cachearten:

 

  1. Traditional – Das ist die einfachste Form. Hier sucht man sich einfach nur die Koordinaten raus, steuert direkt darauf zu, sucht und findet die versteckte Dose, trägt sich in das Logbuch ein und loggt zu Hause seinen Besuch im Internet. Ganz so einfach und schnell funktioniert das aber oftmals nicht. Denn so ein Geocache soll ja nicht nur ein formaler Vorgang sein, sondern dem Cacher auch die Schönheit der Umgebung zeigen. So wird diese Cacheform vorrangig dazu genutzt, den Schatzsuchern landschaftlich schöne Gegenden oder bedeutende Bauwerke zu zeigen. Schwieriger wird es da schon mit dem
  2. Multicache – Hier wird das Ziel erst durch das Absolvieren mehrerer Stationen erreicht. Dabei sind dem Erfindungsreichtum des Owners (so wird derjenige genannt, der den Cache versteckt hat) keine Grenzen gesetzt. Die Palette reicht vom einfachen Hinterlegen der Koordinaten für die nächste Station, über Zähl- und Rechenaufgaben bis hin zu kniffligen Rätseln, an denen wir schon manchmal verzweifelt sind und entmutigt aufgaben.

 

Wichtig bei der Vorbereitung ist auch, die Logeintragungen der vorangegangenen Besucher zu lesen. Man findet hier den einen oder anderen versteckten Hinweis, der bei der Suche vor Ort hilfreich sein kann.

Wir sind mit diesem GPS-Gerät unterwegs:
Garmin GPS eTrex H

Selbst einen Cache verstecken

Nachdem wir ein paar Caches gefunden hatten, verstärkte sich immer mehr der Wunsch, einen eigenen zu verstecken. Dabei gibt es eine Menge Regeln zu beachten. So muss ein Mindestabstand zu einem benachbarten Cache eingehalten und Naturschutzgebiete ausgelassen werden. Nachdem wir einen Traditional ausgelegt hatten und gute Rückmeldungen bekamen, wagten wir uns an einen Multicache. Den damit verbundenen Aufwand hatten wir mächtig unterschätzt. Zuerst mussten wir eine Strecke finden, dann markante Stationen festlegen und dazu noch die passenden Aufgaben entwickeln. Auch nach der dritten Streckenprobe fanden wir noch Fehler. Bevor der Cache dann endgültig im Netz erscheint, wird er noch mal streng geprüft. Auch dazu brauchten wir drei Anläufe. Dann war es endlich soweit. Als die ersten positiven Rückmeldungen mit viel Lob kamen, machte das unsere Brust immer stolzer. Jetzt waren wir selbst ein Owner! Damit hatten wir aber auch die Verpflichtung übernommen, unsere Verstecke gut zu pflegen, denn Wind und Wetter lassen nicht immer alles an Ort und Stelle verbleiben.

Baumhöhlen sind beliebte Verstecke

im Wurzelwerk versteckt

Geocaching bereichert unser Leben

Auch wenn wir nicht die aktivsten Geocacher sind, haben wir schon viele positive Erlebnisse verbuchen können. Selbst wenn wir mal nicht fündig geworden sind, hatten wir doch meist ein beeindruckendes Naturerlebnis. Wir wurden an Orte geführt, die wir sonst sicher nie im Leben aufgesucht hätten, erfuhren zahlreiche geschichtliche und geographische Fakten. Im Urlaub entdeckten wir Ecken, die nicht in Reiseführern stehen. Beim Lösen von Rätseln wurde unsere Kombinationsfähigkeit geschult. Nicht zuletzt konnten wir unsere Kreativität in eigene Caches stecken. Und immer wenn man als Owner eine Email mit den Logdaten eines Cachers bekommt, die vielleicht sogar neben netten Worten noch ein Lob enthält, ist es ein erhebendes Gefühl, jemandem (völlig unbekannten) eine Freude gemacht zu haben. Wer jetzt auch Lust zum Cachen hat, sollte sich gleich hier anmelden.

Heischu, am 24.10.2011
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Bildquelle:
Eigenes Bild (Wer sucht der findet – Schatzsuchen mal anders)

Autor seit 5 Jahren
99 Seiten
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