Schöne Bücher sind sehr persönliche Geschenke

Das Buchgeschenk hat in den letzten Jahren an Beliebtheit abgenommen. "Wenn du nichts weißt - schenk ein Buch!", ist ein Satz, den Viele schon seit ihrer Kindheit im Ohr haben. Tatsächlich gibt es keine Bücher, die jedem gefallen. Auch wer verschenkt, was ihm selbst am besten gefällt, kann bei Büchern auf die Nase fallen. Es gilt vielmehr den Geschmack des Beschenkten zu erkennen und produktiv auszuwerten. Bei mehr als 90.000 Neuerscheinungen im Jahr ist garantiert das richtige Buch für jeden dabei, es muss lediglich gefunden werden. So wird ein Buchgeschenk, das wirklich für angenehm verbrachte Stunden sorgt, zum persönlichsten aller Geschenke.

Der Generalist - Terry Pratchett

Der britische Erfinder der "Scheibenwelt", Terry Pratchett, hat eine eingeschweißte Fangemeinde. Darüber hinaus gilt er im Geheimen als Einstiegsdroge für solche, die sonst nicht oder nur wenig lesen. Er bedient sich des Genres der Fantasieromane, allerdings nur, um dieses ad absurdum zu führen. Gleichzeitig verteilt er großzügig Seitenhiebe auf andere literarische Sparten wie das Märchen, die Liebesromane und die Kriminalliteratur. Darüber hinaus macht er auch vor anderen kulturellen Erzeugnissen nicht halt. Er greift Motive aus Kunst und Film auf, um diese dann auf seine ganz eigene Art zu verwerten. Das ist nicht nur witzig, das ist brüllend komisch und gleichzeitig intelligent. Pratchett geht mit einer spielerischen Leichtigkeit mit Ideen um, die wohl vor allem das Sprichwörtliche Kind im Manne heraus fordert. Die Scheibenwelt-Romane sind darum vor allem bei jungen Männern äußerst beliebt. Aber vorsicht: Es besteht Suchtgefahr!

Terry Pratchett by Christian Thiel

Terry Pratchett by Christian Thiel

Terry Pratchett by Christian Thiel

Literatur zum Drink - Tender Bar

J.R. Moehringer ist Journalist. In seinem ersten Roman "Tender Bar" beschreibt er das Leben eines Mannes, der schon als Kind mehr Zeit in einer Bar als zu Hause verbrachte. Dabei ist er keineswegs ein Trinker. Er nutzt seine Zeit dort vielmehr, um das Leben zu beobachten und zu verstehen. Die Geschichte, die stark autobiografisch anmutet, kommt nahezu ohne Frauenfiguren aus. Es tauchen lediglich die beiden wichtigsten weiblichen Bezugspersonen eines Mannes auf, seine derzeitige Freundin und seine Mutter. Der Protagonist J.R., Journalist wie sein Autor, arbeitet, lebt, unterhält sich und, was viel entscheidender ist, schweigt mit seinen Kumpels in seiner jeweiligen Lieblingskneipe. Was vielleicht zunächst hohl klingt, ist  sprachlich schön gestaltet, liebevoll erzählt und treffend beobachtet. Ein Text, den man literarisch interessierten Männern ebenso schenken kann wie Freunden einer gesitteten Kneipenkultur.

Robert Harris by Peter von Felbert

Robert Harris by Peter von Felbert

Intelligent und am Zahn der Zeit - Robert Harris "Angst"

In seinem Thriller "Angst" stellt Robert Harris sich der schwierigen Aufgabe der Verarbeitung der derzeitigen Finanzkrise. Der hochintelligente Physiker Alexander Hoffmann hat darin seine Seele an einen Hedgefond verkauft, für den er einen selbstständig lernenden Algorithmus erfand. Dieser wertet alle Daten des Internets aus, um Kauf- und Verkaufsentscheidungen am internationalen Finanzmarkt selbstständig zu treffen. Doch plötzlich beginnt eine Reihe höchst seltsamer Ereignisse. Hoffmann wird in seinem eigenen Haus von einem Einbrecher überrascht, der ihn freundlich anlächelt, während er Alexanders eigene Messer schleift. In seinem Namen werden Überweisungen getätigt und Einkäufe durchgeführt. Hoffmann bekommt das Gefühl langsam verrückt zu werden, steht doch er selbst als Urheber dieser Ereignisse dar, was Emails belegen können. Eine spannende Story trifft hier auf hochaktuelle Geschehnisse. Vor allem politisch und wirtschaftlich interessierte Männer werden an diesem klugen Krimi ihre Freude haben. Eingefleischte Thrillerfans hingegen kommen weniger auf ihre Kosten.

Robert Harris "Angst"
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Jeffery Deaver by Emanuela Danielewicz

Jeffery Deaver by Emanuela Danielewicz

gut komponierte Action - Jeffrey Deaver

Jeffrey Deaver ist ein unumstrittener Meister der Kriminalliteratur. Er versteht es psychologisch genaue Täterprofile zu entwerfen und dem Leser (sehr) nahe zu bringen. Geschickt komponiert er seine Thriller durch schier unendlich steigerbar erscheinende Spannung und überraschende Wendungen. Darüber hinaus hat er eines der interessantesten Ermittlerduos entworfen: Lyncoln Rhyme und Amelia Sachs. Er ist seit einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt und kann nur noch den Kopf und den Ringfinger der linken Hand bewegen. Sie ist ein ehemaliges Model und eine der treffsichersten Schützinnen der New Yorker Polizei - bildschön und sehr gefährlich. Die actionreichen Thriller dieser Serie sind besonders gute Geschenke für  junge Männer mit starken Nerven.

MHoeckendorff, am 16.12.2011
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Bildquelle:
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Autor seit 5 Jahren
7 Seiten
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