Größer, dünner, besser? Der modifzierte iPod nano 7g

Alles neu, macht … der Herbst! Es ist schon liebgewonnene Tradition, dass Apple seine neuen iPod-Modelle im Herbst präsentiert. Im September 2012 war dies neben dem aktuellen iPod Touch der iPod nano 7g. Die Änderungen gegenüber dem zwei Jahre alten Vorgängermodell waren signifikant: Dem quadratischen, nur rund 4 Zentimeter breiten MP3-Player wurde wieder ein größeres Display verpasst, das diagonal 2,5 Zoll misst. Dies blieb aber beileibe nicht die einzige Neuerung beim iPod nano 7g.

Größeres Display, höhere Auflösung ...

Aus dem kleinen Würfel wurde ein dem großen (und teuren!) Bruder iPod touch nicht unähnlicher MP3-Player. Allerdings präsentiert sich der iPod nano 7g deutlich kompakter: Er ist leichter, schmaler und kleiner als der iPod touch und somit ideal für mobile Zwecke. Mit einer Dicke von knapp einem halben Zentimeter passt er einfach überall hinein. Schick ist er- wenig überraschend für ein neues Apple-Produkt – natürlich auch und die Jukebox für die Jackentasche ist in mehreren Farben erhältlich.

Anders als das Vorgängermodell ist der iPod nano 7g ausschließlich mit 16 GB Speicher bestückt. Das 2,5 Zoll große Farbdisplay ist nicht nur das größte dieser Modellreihe bisher, sondern auch das am höchsten auflösende: 240 x 432 Pixel. Für die Darstellung von Albencovers reicht das zwar allemal, doch die von Apple angepriesene Möglichkeit des Ansehens von Videos erweist sich als wenig praktikabel. Dafür eignet sich der iPod touch 5g mit der dreifachen (!) Bildauflösung einfach um Welten besser.

Für Musikfans: iPod nano 7g

Zugegeben: Es ist unfair, im Test den iPod nano 7g mit einem derzeit mehr als doppelt so teuren Abspielgerät zu vergleichen. Damit soll aber herausgestrichen werden, wo die eigentlichen Stärken des neuen iPod nano liegen, nämlich in der Wiedergabe von Musik. Dies mag banal klingen, bis man sich das ursprüngliche Konzept eines MP3-Players in den Sinn zurückruft.

Der iPod nano 7g ist in erster Linie ein extrem schlankes, mit üppigem Speicher ausgestattetes Abspielgerät für Musik. Diesen Zweck erfüllt er mit aller ihm zu Gebote stehender technischen Hingabe – nicht mehr, nicht weniger. Möchte man seinen iPod zum Internetsurfen, Spielen oder Fotografieren verwenden,  sollte man zum iPod touch greifen.

Radioempfang

Was der iPod nano 7g im Vergleich zum iPod touch beherrscht, ist der Empfang von Radiosendern. Eigentlich ein Kuriosum wenn man bedenkt, dass die Verbreitung von Musik mit dem Radio begann und dieser Umstand mittlerweile obsolet erscheint. Mit der Funktion "Live-Pause" kann das laufende Radioprogramm zwischengespeichert und bis zu 15 Minuten zurückgespult werden. Natürlich können Radiosender abgespeichert und verwaltet werden. Selbstverständlich lassen sich des Weiteren auch Podcasts abspielen.

An Stelle von WLAN ist der iPod nano 7g mit Bluetooth 4.0 ausgestattet, wodurch er mit Lautsprechersystemen oder Kopfhörern verbunden werden kann, so diese gleichfalls über Bluetooth verfügen.

Ideal für Sportbegeisterte

Zur Zielgruppe dieses Abspielgeräts zählen Sportbegeisterte, weshalb ein Nike-App vorinstalliert ist, das etwa die gelaufenen Schritte und die Länge der Laufstrecke zählt sowie die Geschwindigkeit oder den Kalorienverbrauch anzeigt. Da der Artikelautor bekennende Couch-Potato ist und es mit Winston Churchills berühmten Ausspruch "No Sports" hält, konnte er dieser Funktion wenig abgewinnen. Für begeisterte Sportler, oder solche, die sich ihre Begeisterung erst noch antrainieren müssen, ist die Nike-App bestimmt eine wertvolle Unterstützung.

Auch beim iPod nano 7g: Schwache Kopfhörer

Aber wie sieht es denn nun mit dem Wichtigsten, der Klangqualität aus? In diesem Punkt muss man Apple auch beim neuen iPod nano 7g den mittlerweile leider schon üblichen Vorwurf machen, einem ansonsten hochwertigen und technisch durchdachten Gerät qualitativ schwache Kopfhörer in Form der EarPods beizulegen.

Um die sehr gute Klangqualität vollends genießen zu können, ist der Kauf guter Kopfhörer dringend zu empfehlen. Angesichts des hohen Preises für einen  iPod nano 7g ist es unverständlich, warum die Kopfhörer wieder einmal das mit Abstand schwächste Glied der Kette darstellen, zumal akzeptable Produkte den iPod kaum signifikant verteuerten. Ein Equalizer wie beim iPod Touch wäre ein nettes Feature, ist in Anbetracht der guten Klangqualität aber durchaus verzichtbar.

Wie schon beim iPod touch, liegt auch dem neuen iPod nano mit dem Lightning Connector ein neues Anschlusskabel für den Computer bei. Mit diesem Kabel wird der Akku geladen bzw. Musik auf das Gerät übertragen. Wenig überraschend setzt Apple weiterhin auf iTunes für die Verwaltung und das Überspielen von Musik und Videos.

Idealer Freizeitpartner: Der iPod nano 7g

Fazit des Praxistests: Der iPod nano 7g schrammt knapp, aber doch an der Perfektion vorbei. Das schicke Design, die kompakte Verarbeitung und das extrem einfache und selbsterklärende Handling machen den neuen iPod nano zum idealen Freizeitbegleiter, den man immer wieder gerne in die Hand nimmt und ob seines Designs bewundert. Was ihm zum rundum gelungenen Abspielgerät fehlt, sind wieder einmal die schwachen Kopfhörer.

Über den im Vergleich zu vielen anderen Abspielgeräten happigen Preis muss man nicht diskutieren. Der iPod nano 7g ist ein hochwertiges Gerät, was beim Design und der einfachen Bedienung beginnt und bei der - gute Kopfhörer vorausgesetzt - hervorragenden Klangqualität endet.

Empfehlenswert ist der neue iPod nano für Musikfans, die das Gerät fast ausschließlich für den Musikgenuss nutzen wollen und auf Schnickschnack wie eine HD-Kamera oder WLAN verzichten können.

Autor seit 6 Jahren
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