Wenn Kinder sterben müssen - Kinderhospiz als Alternative zum Krankenhaus

Wenn Kinder oder Jugendliche erkranken, dann leiden die Eltern mit. Die meisten Krankheiten vergehen schnell wieder und haben normalerweise keinen bleibenden Einfluss auf das weitere Leben von Kindern und Jugendlichen oder Eltern. Etwas anderes ist es, wenn Kinder oder Jugendliche so schwer erkranken, dass eine Heilung trotz bester, medizinischer Versorgung ausgeschlossen ist und die Diagnose den bevorstehenden Tod voraussagt.

Sterbende Kinder sind oft Helden

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über tragische Schicksale von Kindern und Jugendlichen auf, die unheilbar krank sind und um ihr Leben kämpfen. Sehr oft begegnet man in solchen Reportagen kleinen Helden und Heldinnen, die nur selten ihren Mut verlieren und häufig sogar imstande sind, ihren Eltern Trost zu schenken.

Wenn Eltern ihre Kinder in den Tod begleiten müssen

Eine alte Weisheit besagt, dass es für Eltern nichts Schlimmeres gibt, als wenn ihre Kinder vor ihnen sterben müssen. Natürlich ist eine zum Tode führende Krankheit beim eigenen Kind für Eltern zuerst einmal eine absolute Überforderung. Plötzlich werden der eigene Lebensplan und die Träume, die Eltern für ihr Kind hatten, auf brutale Weise zerstört und nichts ist mehr so, wie es vor der niederschmetternden Diagnose war. In einer solchen Situation ist kompetente Hilfe notwendig, damit alles getan wird, um dem kranken Kind die entsprechende ärztliche und pflegerische Fürsorge zukommen zu lassen. Das wichtigste in einer solchen Grenzsituation ist und bleibt aber die stetige Begleitung der betroffenen Kinder durch die Eltern.

Kinderhospize in Deutschland

Die besonderen Bedürfnisse von schwerkranken und sterbenden Kindern haben dazu geführt, dass inzwischen überall in Deutschland Kinderhospize entstanden sind, die wertvolle Dienste leisten. Neben der ärztlichen Betreuung und Pflege der Kinder bieten sie auch vielfältige Hilfestellungen für die Eltern an, damit diese an der schwierigen Situation nicht gänzlich verzweifeln. Die nachfolgenden Kinderhospize und Hospizvereine können Anlaufstelle für betroffene Eltern sein:

Bärenherz Stiftung, Wiesbaden

Bundesverband Kinderhospiz e.V., Freiburg

Deutscher Kinderhospizverein e.V. Olpe

Häuslicher KinderHospizdienst, Kirchheim/Teck

Hospizverein Erlangen e.V.

Kinderhospiz St. Nikolaus, Memmingen

Kinderhospiz Balthasar, Olpe

Kinderhospiz Cuxhaven e.V.

Kinderhospiz Löwenherz, Syke

Kinderhospiz Mitteldeutschland, Nordhausen

Kinderhospiz Regenbogenland, Düsseldorf

Kinder- und Jugendhospizarbeit im Bistum Würzburg

Kinder-Hospiz Sternenbrücke, Hamburg

Rosenhospiz e.V., Schwerin

Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg

Der Tod durch Unfall, Suizid oder Gewaltverbrechen ist für Eltern besonders belastend

Wenn Eltern ihr Kind beim Prozess des Sterbens begleiten können, ist dies zwar ein schwerer Weg, aber er bietet ihnen die Gelegenheit, sich auf das Unausweichliche zumindest andeutungsweise vorzubereiten und gibt ihnen die Möglichkeit des Abschiednehmens. Sobald aber das eigene Kind durch einen Unfall, einen Suizid oder aufgrund eines Gewaltverbrechens zu Tode kommt, fallen alle diese Möglichkeiten weg. Vollkommen unvermittelt müssen Eltern dann ihr Kind loslassen. In solchen Situationen quälen sie sich oft mit Fragen nach eigenen Fehlern, durch deren Vermeidung ein Unfall oder ein Suizid verhindert hätte werden können. Vor allem bei Gewaltverbrechen leiden die Eltern besonders, da sie nicht wissen, ob ihr Kind gelitten hat und was es vor dem Sterben vielleicht alles erleiden musste. Auch hier bedarf es einer besonderen Betreuung der Eltern.

Der Bundesverband Verwaiste Eltern

Haben Eltern ihr Kind verloren, sind sie in der Regel mit dieser Situation zuerst einmal alleine, denn Freunde, Bekannte und sehr oft auch Verwandte wissen nicht wie sie den trauernden Eltern begegnen sollen und ziehen sich zurück. Gerade in der Zeit nach dem Tod des Kindes brauchen die Eltern aber Hilfe, damit die Situation aufgearbeitet und die Trauer verarbeitet wird. Aus dem eigenen Erleben heraus haben betroffene Eltern Selbsthilfegruppen gegründet, um anderen Menschen in der gleichen Situation einen Raum zu bieten, über ihre Ängste, Wut und Trauer zu sprechen. Aus diesen Selbsthilfegruppen hat sich der Bundesverband Verwaiste Eltern gegründet. Er ist Anlaufstelle für alle betroffenen Eltern, die sich über Selbsthilfegruppen informieren möchten, die Interesse an Veranstaltungen haben oder sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Der Bundesverband Verwaiste Eltern wendet sich übrigens nicht nur an Eltern, sondern auch an Freunde und Bekannte, Kollegen und Nachbarn sowie an Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten oder Seelsorger.

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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