Die Zeiten der antiautoritären Erziehung sind vorbei, ihre Thesen widerlegt. Nein, Kinder finden nicht ganz von selbst ihren Weg in der menschlichen Gesellschaft, sie benötigen die Führung ihrer Eltern. Doch dabei sind nicht Härte und Strafe gefragt, sondern ein liebevolles "Ziehen" in die richtige Richtung, so, wie es in dem Wort ErZIEHung bereits enthalten ist. Eine gewisse Strenge ist dabei oftmals trotzdem vonnöten, die sich vor allem in elterlicher Konsequenz ausdrückt.

Kinder benötigen Sicherheit - und Platz zum Gedeihen

Konsequenz bedeutet Sicherheit

Konsequent zu sein heißt, die einmal festgelegten Regeln beständig zu vertreten und nur in absoluten Ausnahmefällen etwas anderes zu erlauben. Wo es Sinn macht, da zählt vor allem das elterliche Vorbild: Die Kinder sollen ihre Zimmer aufräumen? Dann halten sie selbst Ihre Räume in Ordnung. Die Teller sollen nach dem Esssen in die Spülmaschine geräumt werden? Machen Sie mit Ihrem Teller dasselbe. Die Erfahrung, dass ständig dieselben Regeln gelten, gibt den Kindern ein Gefühl von Sicherheit im Alltag. Aber Achtung: Allzu viele Regeln engen ein. Eltern benötigen jede Menge selbstkritisches Denken, um die richtigen Regeln an die richtige Stelle zu setzen und Sinnloses bei Bedarf wieder abzuschaffen.

Einigkeit zwischen den Erziehenden

Damit die Eltern sich mit ihren jeweils eigenen Regeln nicht gegenseitig im Weg stehen, sind regelmäßige, klärende Gespräche zwischen den beiden Partnern oder auch mit den im Haus wohnenden Großeltern äußerst ratsam. Manchmal müssen Kompromisse zwischen gegensätzlichen Positionen gefunden werden, doch lassen Sie nie davon ab, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Sprechen Sie darüber, welche (logischen!) Konsequenzen auf welches Fehlverhalten folgen sollten, damit Sie auch im stressigen Alltag angemessen reagieren können. Brüllen und Schlagen sind sicherlich keine Zeichen von elterlicher Liebe, sondern sie beweisen deutlich Ihre eigene Überforderung. Allerdings ist eine gehobene, kräftige Stimmlage ein deutliches Zeichen für Ihre Kinder, dass es nun ernst wird, während gleichbleibende Freundlichkeit im Ernstfall oft nicht beachtet wird.

Behütende Liebe

In sinnvollen Regeln und Grenzen zeigt sich die behütende Liebe der Eltern. Die Kinder merken dabei besonders stark: "Meine Mutter und mein Vater interessieren für mich und für das, was ich mache. Ich bin ihnen nicht egal." Die Eltern-Kind-Beziehung wird durch liebevolle Autorität gestärkt. Eltern können das Selbstbewusstsein ihrer Kinder stärken indem sie ihnen einen festen Halt in dieser Welt vermitteln. Dabei darf allerdings nie vergessen werden, dass ein junger Mensch auch Platz zum Gedeihen benötigt: Mit den fortschreitenden Jahren ist es wichtig, die Kinder nach und nach loszulassen und ihnen immer mehr ihre eigenen Entscheidungen zuzutrauen. Eine Überbehütung trägt wiederum zur Verunsicherung oder Rebellion bei. Darum müssen behütende Eltern auch lernen, sich und ihre Autorität dort zurückzunehmen, wo das Kind anfangen sollte, auf eigenen Beinen zu stehen.

Elisa, am 31.05.2011
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