Andrena fulva (Bild: a.sansone)

Sandbienen - Familie Andrenidae

Andrenidae, die Sandbienen-Familie, besteht alleine bei uns in Mitteleuropa aus etwa 170 Arten der Gattung Andrenaist also enorm artenreich. Gemeinsam ist ihnen ein kurzer Saugrüssel und die Pollensammeleinrichtungen an den Hinterbeinen. Sie zählen zu den Solitärbienen, sind also also einzellebend, auch wenn sie sich gerne an passenden Nist-Plätzen zusammenfinden. Bei fast allen Sandbienen sind die Hinterbeine mit dichten Sammelhaaren bedeckt (Pollensammeleinrichtungen) damit sie dicht mit Blütenstaub eingedeckt zurückkehren können. Auch eine auffällige "Hüftlocke" ist bei vielen Arten zu sehen. Ihre Nester bestehen aus einfachen Röhren, die sie in meist "sandigen" Böden graben. Die Röhren sind erst senkrecht in den Boden gegraben und anschließend schräg gerichtet, meist an die 20 cm tief oder noch tiefer. Am Ende der Röhre werden verzweigt die Minihöhlen gebaut. Zuerst wird der Pollen und Nektar zu Kügelchen geformt pro Höhle eingelagert, anschließend wird ein Ei dazu abgelegt. Zuletzt wird so eine Zelle mit verkittetem Sand geschlossen. Vier oder auch mehr solche Nester gibt es pro Gang. 

Schön zu Beobachten: Immer, wenn eine Sandbiene ihr Nest verlässt, scharrt sie den Eingang vorsorglich zu. Also im Buddeln sind die Sandbienen kleine Meister.

Die schlüpfende Larve wächst dank des Proviants schnell heran, spinnt sich letztendlich in einen Kokon ein. Im Hochsommer verpuppt sie sich und häutet sich gegen Sommerende in ihrem Nest. Als fertige Biene allerdings schlüpft sie erst im nachfolgenden Frühjahr ins Freie. 

Dadurch, dass die Weibchen die Nester so nah beieinander graben und im Sommer ein wildes Bienentreiben herrscht, sieht es häufig so aus, als handle es sich um Grabwespen. - Allerdings sind sie nicht räuberisch wie die Grabwespen, sondern ernähren sich ausschließlich von Pollen und Nektar.

 

Wie können wir den Sandbienen im eigenen Garten helfen?

Sandbienen (Andrena) sind solitär lebende Wildbienen, die 20–60 cm tiefe Nistgänge in sandigen, sonnigen und vegetationsarmen Böden graben. Sie sind völlig harmlos und nisten allerdings oft in Kolonien oder Nestansammlungen, erkennbar an kleinen Erdhäufchen mit winzigen Löchern. Die Ansiedlung lässt sich durch ein zusätzliches Sandarium im Garten fördern. Voraussetzung hierfür sind für die Wildbienen geeignete Bedingungen a) am Nistplatz und b) eine geringe Entfernung zu blühenden Nahrungsressourcen. Was bei den einen, die sich an zahlreichen Blumen bedienen, eher leicht ist, bei den Spezialisten eben schon eine schwerere Aufgabe: wie etwa Weiden-Sandbiene, Beinwell-Sandbiene, Knautien-Sandbiene ....

 

Sandbiene Schlupf (Bild: a.sansone)

Einige Sandbienen näher vorgestellt

Die Gemeine Sandbiene

Diese solitär lebende Wildbiene ähnelt auf den ersten Blick unserer Honigbiene. Die Gemeine Sandbiene (Andrena flavipes) bildet eine Frühjahrs- und eine Sommergeneration aus und ist in Deutschland weit verbreitet.

Charakteristisch für Andrena flavipes sind die breiten, hellbraunen Haarbinden auf dem Hinterleib und der ebenso hellbraun gefärbte Thorax. An den Hinterbeinen besitzt die Gemeine Sandbiene buschige Sammelhaare, die es ihr ermöglichen viel Pollen auf einmal zu ihrem Nest zu transportieren.

Verhalten und Nestbau

Dass sie in zwei Generationen (bivoltin) fliegt, unterscheidet sie von vielen anderen Wildbienenarten. Die erste Generation ist von Ende März bis Ende Mai zu sehen, die zweite fliegt von Anfang Juli bis Anfang September. Da die Männchen etwas früher schlüpfen als die Weibchen, sind diese bereits einige Tage vor den Weibchen zu entdecken. Ausdauernd umkreisen die Männchen die Fläche um die Nestansammlung auf der Suche nach Weibchen. Diese Suchflüge sind meist gut zu erkennen, da die Männchen hierbei nur wenige Zentimeter über dem Boden wild durcheinanderfliegen. Haben sie ein an der Oberfläche erscheinendes paarungsbereites Weibchen gefunden, kommt es meist direkt zur Paarung. (Quelle NABU)

 

Andrena fulva, die Fuchsrote Lockensandbiene, habe ich in unserem Garten (siehe Fotos) zu Gast und es ist jedes Frühjahr, meist Mitte April, ein tolles Spektakel, wenn die ersten aus den Nestern ausfliegen. Da erscheint urplötzlich bei uns im "Himmelschlüssel-Wald" ein Krater nach dem anderen und wer geduldig verharrt, sieht sie ein- und ausfliegen, herumschwirren (die Männchen auf Brautschau) und vollbepackt einschlüpfen und für die nächste Brut sorgen. Nach den, auch bei uns angesiedelten Mauerbienen, ist das der nächste Bienen-Spektakel, den ich persönlich im Frühling nicht missen möchte.

Weiters ist bei uns auch noch die Rotschopfige Sandbiene Andrena haemorrhoa, ansässig, allerdings habe ich noch nicht entdeckt, wo sie ihre Nester hat.

Über die Knautien-Sandbiene hat eine Pagewizz-Kollegin ein Porträt verfasst. Ich habe sie bei Wanderungen im Frühsommer einige Male beobachten können. Wo?

Natürlich auf Knautien!

Andrena hamorrhoa

Nur einfach mal so, weil auch die Namen so schön sind:
eine güldene Sandbiene ist etwa die Gelbbeinige Kielsandbiene, Andrena chrysosceles. Ihren Namen verdankt sie dem goldfarbenen dichten Pelz an den Hinterbeinen.

Der Gegensatz dazu wäre die Grauschwarze Düstersandbiene, Andrena cineraria; Nomen est omen ... dunkel, düster gefärbt.

Viele der Sandbienenarten sind nach ihrer oligolektischen Vorliebe, nämlich ihren Hauptnahrungsblumen (heikel, heikel, die Kleinen), benannt: als da sind: Lein-Sandbiene, Spargel-Sandbiene, Rainfarn-Herbstsandbiene, Fingerkraut-Zwergsandbiene, Zaunrüben-Sandbiene, Heidekraut-Sandbiene, Knautien-Sandbiene, Rotklee-Sandbiene, Ochsenzungen-Sandbiene usw.

Aber die doch zahlreichen Rotschopfigen Sandbienen, wie etwa meine ansässige Fuchsrote Lockensandbiene, Andrena fulva, oder die Rotbeinige Lockensandbiene, Andrena clarkella, oder auch die Rotschopfige Sandbiene, Andrena haemorrhoa, verdanken den Namen eindeutig ihrer Haarfarbe.

Quellen

Auch in Zeiten der digitalen Informationsbeschaffung ist ein Fachbuch dennoch mehr als nur Quelle, sondern in den meisten Fällen, enorme Wissensbereicherung. Hier also einige Bücher, wo man sich Informationen über Wildbienen, ihre Lebensweise und unsere Möglichkeiten sie zu fördern und zu schützen, besorgen kann. Und alleine das Schmökern durch die Seiten ist auch im Winterhalbjahr den Preis wert.

  • Vom Leben der Wildbienen, Philippe Boyer, Verlag Ulmer
  • Wildbienen entdecken und schützen, Nicolas Vereecken, Verlag blv
  • Bienen, Wespen, Ameisen, Heiko Bellmann, Verlag Kosmos
  • Wildbienen in der Stadt, Janina Voskuhl, Herbert Zucchi, Verlag Haupt
  • Dancing with the Bees, Brigit Strawbridge Howard, Verlag Löwenzahn,
  • Wilde Bienen, Heinz Wiesbauer, Verlag Ulmer
Adele_Sansone, vor 17 Stunden
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Bildquelle:
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