Inhalt

Es beginnt als tragische Geschichte. Saroo ist mit seinem älteren Bruder Guddu in der nächstgrößeren Stadt unterwegs. Er soll am Bahnhof warten. Als er müde wird, entdeckt er einen leeren Zug und legt sich zum Schlafen auf eine Bank. Einige Stunden später wacht er auf und muss feststellen, dass der Zug sich in Bewegung gesetzt hat. Die Türen sind fest verschlossen. Nach einer Irrfahrt findet er sich in der Megacity Kalkutta wieder. Kalkutta, die Stadt der Kali ist mit rund 4,5 Millionen Einwohnern die siebgrößte Stadt Indiens, ein gefährlicher Platz für einen kleinen Jungen mit hoher Kriminalität und Prostitution.

In den riesigen Slums leben Millionen Menschen unter schrecklichen Bedingungen. Wir kennen die Berichte von Mutter Theresa, die hier den Ärmsten der Armen hilft. Und Saroo kann weder Lesen noch Schreiben. Er hat noch nie von Kalkutta gehört und kann auch keinen Zug finden, der ihn zurückbringt.

Saroo kämpft in der Stadt um das Überleben, bettelt oder stiehlt Nahrungsmittel. Kinder werden hier auf der Straße aufgegriffen, manchmal missbraucht und ermordet. Es ist ein Sumpf der Gewalt! Er hat Glück, als er in einem Waisenhaus aufgenommen wird. Ein australisches Pärchen adoptiert ihn und kümmert sich rührend um ihn. Die die inneren Fragen nach dem zuhause bleiben. Bruchstücke der Erinnerung tauchen hier und da auf. Nach 25 Jahren kann er auf die Suche nach seiner leiblichen Familie gehen. Es ist kaum zu glauben, über Google Earth recherchiert er nach seinen Gedächtnisspuren das Heimatdorf, in dem er aufgewachsen ist.

Man stelle sich das vor. Mit Google Earth suchte er viele Jahre die Karte Indiens ab, um sein Heimatdorf zu finden, dessen genauen Namen er nicht kannte. Er hatte nur das Bild der Bahnstation und der Straße seines Dorfes vor dem inneren Auge. Über die Satelitenfunktion schaute er die Bilder an. Facebook half ihm dann, den Ort zu identifizieren. Wunder der Technik!

Der Autor

Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, trug er doch keine Papiere bei sich. Saroo Brierley wurde im Ort Khandwa, Madhya Pradesh, Indien geboren. Sein Vater verließ früh die Familie. Seine Mutter zog ihn zusammen mit seinen beiden älteren Brüdern sowie der jüngeren Schwester alleine auf.

Heute lebt er in Hobart, Australien und hat regelmäßigen Kontakt zu seiner leiblichen Familie in Indien.

Fazit

Saroo Brierley lädt uns ein, in seine eigene Lebensgeschichte zu schauen. Der Schreibstil ist spannend und mitreißend. Die unfassbare Story wird durch Fotos untermauert, die ihn als Kind im Waisenhaus, seinen Pass sowie die Zeitungsanzeige zeigen, mit denen seine Eltern gesucht wurden. 

Die Sprache ist flüssiger, nichts ist geschönt. Ich habe das Buch verschlungen und konnte es nicht beiseitelegen. Zu tief war ich in der Handlung drin, immer neugierig. wie es auf der nächsten Seite weiter geht. Wird alles gut werden, was wird noch passieren? Ich konnte mich in den kleinen Jungen hineinversetzen. Wie groß waren die Angst und die Einsamkeit?

John und Sue Brierley, seine australischen Adoptiveltern, haben immer versucht, seine indischen Erinnerungen wach zu halten. Es grenzt an ein Wunder, dass es ihm nach einem Vierteljahrhundert gelingt, anhand der Zeichnungen aus der Kindheit die Suche zu starten.

Sehenswertes Video zum Buch von Saroo Brierley

Für wen ist das Buch geeignet?

Wer sich für Lebensgeschichten, Biografien und das wahre Leben erinnert, wird das Buch mögen. Der Leser steigt tief ein in die indischen Überlebens- und Wohnverhältnisse.

Die Autobiografie ist interessant für Indienfans, die sich mit dem wahren Leben abseits von Bollywood beschäftigen möchten. Auch als Vorbereitung zu einer Indienreise würde ich sie empfehlen.

Farbenfrohe Saris in Indien

Farbenfrohe Saris in Indien (Bild: Reisefieber)

Der Roman "Mein langer Weg nach Hause" von Saroo Brierley ist als Übersetzung aus dem Englischen am 10.10.2014 im Ullstein Verlag mit der ISBN-Nr. 13 9783548375632 erschienen.

Das Taschenbuch umfasst 256 Seiten kann beim Ullstein Verlag bestellt werden.

Der Originaltitel lautet "A Long Way Home".

Das Buch wurde mir von Vorablesen zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Wen auch Sie gerne lesen und kostenlose Bücher rezensieren möchte, melden Sie sich auf der Seite an. Sollten Sie keine eigene Homepage oder keinen Blog besitzen, können Sie die Veröffentlichung auf auf Pagewizz stellen.

Reisefieber, am 24.10.2014
1 Kommentar Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
Reisefieber (Die heilige Kuh in Indien)
Reisefieber (Der indische Gott Ganesha – der kleine Dicke als Überwinder der Hin...)
Reisefieber (Deogarh – indischer Wüstenpalast in Rajasthan)

Autor seit 3 Jahren
164 Seiten
Laden ...
Fehler!