Mit Mut und Zuversicht in die Zukunft blicken

Nicht nur Künstlerinnen und Künstler, Veranstalterinnen und Veranstalter haben mit enormen Einnahmeverlusten in Zeiten der Corona-Pandemie zu kämpfen. Auch Verlegerinnen und Verleger wissen ein Lied davon zu singen, dass ihre Buchproduktionen einen hohen finanziellen Aufwand erfordern. Als die Ausgaben der beiden Titel »Lila und Einstein« und »Ohne Plan - aber mit Herz« geplant wurden, ahnte niemand, dass die Papierpreise so exorbitant steigen würden und es dazu noch Lieferengpässe gab. Ende Oktober 2021 hatte der Verlag Weitz & Weitz in Obernburg beim Angebot der Öko-Druckerei Lokay in Reinheim bei Darmstadt zusagen müssen, einen Teil der Papierkosten vorzufinanzieren, da auch die Druckerei in Vorleistung für die Papierlieferung treten muss. Zu diesem Zeitpunkt war noch kein Buch verkauft. Die Lieferung erfolgte erst Ende November 2021. Für die Verlegerin war es wichtig, den ökologischen Fußabdruck zu erfüllen, ein Messinstrument, das zeigt, wie viel Ressourcen (Rohstoffe und Energie) wir im Alltag benötigen und wie viel Fläche notwendig ist, um all diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Zum anderen sollten die Buchprojekte für Leserinnen und Leser erschwinglich sein. Ein Spagat, der in diesen Zeiten schwer zu leisten ist.

Neue Bücher aus dem Verlag Weitz & Weitz

Eine authentische Geschichte, die das Herz berührt

10 Geschichten über die Freundschaft eines Kängurus mit einem Kakadu

Die Autorin Sabine Belinga Belinga aus Brensbach im hessischen Odenwaldkreis hat zehn amüsante, aber auch nachdenklich stimmende Geschichten über eine Freundschaft zwischen einem Känguru und einem Kakadu geschrieben. Dieses bezaubernde Kinderbuch wurde von Petra Balonier aus Elsenfeld illustriert, die auch den Figuren aus »Schwipp und Schwapp« künstlerisches Leben eingehaucht hatte.
Eine Präsentation dieses Buches war am Sonntag, 12. Dezember 2021, 15 Uhr in der Kleinkunstkneipe Alte Post in Brensbach geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Yvonne Vogel vom Tatüt-Theater hat die erste Geschichte aus dem Buch gelesen, das als YouTube-Video anzuschauen und anzuhören ist. Wenn sich die Lage entspannt hat, wird die Präsentation nachgeholt. Verschoben ist nicht aufgehoben.

Eine sensationelle Spendenaktion

»Ich entdeckte auf Facebook die kleine Seite der Organisation »Sounds of Hope«. Die wenigen Bilder und Videos brannten sich in mein Gehirn und ließen mein Herz entflammen. Da saßen und lagen auf blankem Betonboden Kinder. Am anderen Ende des Raumes standen eine Tafel und zwei weiße Plastikstühle. Das sehr kleine Häuschen im Grünen stand in Kitega, Uganda (Ostafrika). Ein junger Mann und eine junge Frau waren die einzigen Erwachsenen zwischen all den wunderbaren Kindern, die sehr eng beieinandersaßen. Auch am Tag danach und ein paar Tage später gingen mir diese Bilder und das Gefühl, das ich dabei spürte, nicht aus dem Kopf und meinem Herzen. Ich schrieb eine sehr kurze Nachricht. »Hallo Team, wie könnte ich euch helfen? Xenia.« Einige Minuten später erhielt ich diese Antwort: »Hallo Xenia, ich bin Nicholas. Wir haben hier eine Schule plus Kinderheim für 35 Waisenkinder gegründet. Vielleicht könntest du für ein oder zwei Kinder die Patin werden? Für jedes Kind benötigen wir etwa 20 Euro pro Monat (Nahrungsversorgung und Schulbesuch).«

So beginnt die Geschichte eines Projekts, das Xenia Hügel aus Amorbach im bayerischen Odenwald in Eigeninitiative und mit großem Engagement auf den Weg brachte. Die Aktivistin, Lyrikerin und Autorin, die heute in Offenbach wohnt, warb unermüdlich für Spenden und wendete sich auch an prominente Personen, die ihr Vorhaben unterstützen. Wie sie es erreichte, dass 100.000 Euro in 18 Monaten für »Sounds of Hope« in Uganda zusammen kamen, beschreibt sie in ihrem Buch »Ohne Plan - aber mit Herz«. Für sie bedeutet dies aber nicht das Ende der humanitären Unterstützung. Viele weitere Initiativen wurden und werden angestoßen, wofür weitere Spendengelder nötig sind. Mittlerweile ist ein weiteres Projekt von ihr in Jattaba (Gambia), der Bau eines Krankenhauses, ins Leben gerufen worden. Das,Mother Mary Hospital of Jattaba‘ wurde bereits eröffnet. Für Uganda und Gambia hat Xenia Hügel in zweieinhalb Jahren bisher rund 265.000 Euro gesammelt. Zurzeit ist sie dabei, die Rahmenbedingungen für den Bau eines Supermarktes in Jattaba zu schaffen.

Xenia Hügel möchte zeigen, dass es gelingt, vermeintlich Unerreichbares umzusetzen, wenn Zuversicht, Mut, Gottvertrauen und ein großes Herz für Menschen in Not dahinterstehen. »Ohne Plan – aber mit Herz« ist eine Geschichte, die berührt und den Inhalt eines afrikanischen Sprichworts deutlich macht: »Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann werden sie das Gesicht der Welt verändern.«

Wo es die Bücher gibt

Im Online-Buchhandel sind die beiden Bücher noch nicht zu beziehen, nur im Verlag Weitz & Weitz, der sie auch portofrei an Privatkunden zusendet. Buchhandlungen vor Ort erhalten den üblichen Buchhandelsrabatt. Auch hier gilt das Motto »fair und regional«

Krimifreundin, am 16.12.2021
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Bildquelle:
W. Zeckai (Wie macht man eine Lesung erfolgreich?)
Gabriele Hefele (Rezension: Frauen zwischen Welten)

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