Was Holger Pispers zu Hartz IV sagt - Der scharfzüngige Kabarettist nimmt Witze über Langzeitsarbeitslose ins Visier

Hartz IV-Empfänger überwinden ihre Unsicherheit mit Theaterpädagogik - Locker und spielerisch werden Blockaden gelöst

Theaterworkshop für Langzeitarbeitslose"Ich heiße Goliath"  hieß ein Workshop in einer nordbayerischen Stadt, dessen Ziel es war, Blockaden zu lösen, an denen Langzeitarbeitslose durch ihr Schicksal oft leiden Die Teilnahme war freiwillig. 20 Hartz IV-Empfänger hatten sich angemeldet. Täglich von 8 bis 14 Uhr wurden in spielerischer Art und Weise und in angenehmer Atmosphäre Bewegung und Kommunikation geübt.

Drei Räume standen zur Verfügung, wo in kleinen Gruppen mit drei Schauspielern gearbeitet wurde. Der Tagesablauf richtete sich nach einem festen Stundenplan. Zunächst trafen sich alle Workshop-Teilnehmer mit den Kursleitern und stimmten sich mit Lockerungsübungen auf die weiteren Bausteine des Vormittags ein. Dann trennten sie sich und gingen mit ihren jeweiligen Kursleitern in die Gruppenarbeit.

Zur Mittagspause trafen sie sich dann wieder und fassten im letzten Abschnitt das Eingeübte noch einmal zusammen. Die Hartz IV-Empfänger lernten zum Beispiel einen leichten Ball im Fluss zu halten und ihn kontinuierlich weiter zu geben. Eine angenehme Hintergrundmusik unterstützte sie dabei. Weiterhin trugen sie kurze Texte vor und diskutierten darüber, was zur Stärkung der Kommunikationsfähigkeit beiträgt. Kleine Hausaufgaben sorgten dafür, das Erlernte zu vertiefen. So hatten sie die Aufgabe, sich mit einem selbst ausgewählten Zeitungsartikel zu befassen und am nächsten Tag ihre Gedanken dazu vor der Gruppe zu erläutern.

Leistungen nach SGB II - Prinzip des Forden und Förderns

Jobcenter sind lokale Behörden in Deutschland, die vornehmlich Hilfebedürftige nach dem SGB II betreuen. Ihre Aufgabe ist es, Leistungen nach dem SGB II zu gewähren und durch das Prinzip des Förderns und Forderns den betroffenen Personen die Möglichkeit zu eröffnen, ihren Lebensunterhalt künftig aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten zu können. Der Begriff "Jobcenter" geht zurück auf den Abschlussbericht der Hartz-Kommission unter dem Vorsitz von Peter Hartz. Ziel war es, Strategien für neue Beschäftigungs- und Vermittlungsmöglichkeiten und Vorschläge zur Neuorganisation der Bundesanstalt für Arbeit zu entwickeln.

Aus ARGE wurde Job-Center

Der letzte Kurstag des Theaterworkshops für Langzeitarbeitslose wurde mit einer kleinen Präsentation abgeschlossen. Diejenigen, die gerne etwas vortragen wollten, konnten sich entsprechend vorbereiten. Wer nicht wollte, musste auch nicht, sondern durfte einfach nur zuschauen oder zuhören. Hier wurde deutlich, dass das Selbstbewusstsein gewachsen war, denn es gab eine ganze Reihe von Hartz VI- Empfängern, die sich eine kleine Präsentation zutrauten. Der Workshop wurde von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) gefördert, die bis zum Jahresende 2010 für die Betreuung und Vermittlung für Hartz IV-Empfänger zuständig war. Seit 2011 gibt es eine neue Struktur in der Langzeitarbeitslosenbetreuung in den so genannten Job-Centern. Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass die ARGEN nicht verfassungskonform sind.

Ort und Namen wurden mit Rücksicht auf die Betroffenen anonymisiert.

Krimifreundin, am 18.02.2011
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Bildquelle:
Gerd Altmann (Hartz IV kann jeden treffen)
http://www.geschenke-der-hoffnung.org/ (Weihnachten im Schuhkarton)

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