Schnittsellerie (Bild: H. Nedo)

Wissenswertes über Knollen, Stangen und Kraut

Drei Sorten bereichern unsere Gaumen: Knollensellerie mit seiner großen wohlschmeckenden Knolle, Schnittsellerie, dessen würziges Kraut Verwendung findet und Bleichsellerie, dessen zarte Stengel wie Spargel zubereitet wird. Mit Mayonnaise oder Senfmarinade ist das ein Hochgenuss.

Der Name Sellerie geht auf eine Kolonialstadt Griechenlands zurück. Es ist die sizilianische Stadt Selinunt. Schon die Römer brachten Sellerie mit Pfeffer, Majoran, Liebstöckel, Zwiebel, Fischlake und Öl auf den Tisch. Man verwendete ihn jedoch nicht nur als Speise. Sieger sportlicher Wettkämpfe wurden mit grünem Kraut des Sellerie geschmückt. Denn es weckt neue Lebenskraft, wirkt appetitanregend, harntreibend und fördert die Nierentätigkeit. Am begehrtesten ist seine Wirkung als den Liebesakt förderndes Kraut.

Frische Sellerieblätter kann man klein gehackt wie Petersilie verwenden. Getrocknet und zu Pulver vermahlen ist Sellerie Bestandteil von Brühwürfeln oder -pasten. Die Italiener lassen Sellerie auch in der Bratensoße mitdünsten und in Amerika wird er roh geraspelt gerne unter Salate gemischt.

Eine gute Kombination sind Schwarzbrot, Käse und Sellerie. Selbst als Würze in alkoholischen Getränken tut die Pflanze gut. Selleriepunsch ist ein Beispiel dafür und Selleriebowle, mit Zucker und Weißwein angesetzt, sollen Kenner einer Ananasbowle gleichsetzen.

So wird Sellerie im Garten angebaut

Knollensellerie ist im Garten kälteempfindlich. Ihn aus Samen zu ziehen ist nicht ganz einfach. Er wird im warmen Frühbeet oder auf der Fensterbank ab Ende Februar/ Anfang März ausgesät. Am besten wird das Kistchen, der Topf oder Gefäß mit einer Glasscheibe abgedeckt. Die Keimzeit dauert 30 Tage. In dieser Zeit muss die Temperatur zwischen 15 bis 18 Grad liegen und eine gleichmäßige Feuchtigkeit ist notwendig. Die Pflanzen müssen pikiert werden und kommen nach den Eisheiligen ins Beet. Wem die Aussaat zu kompliziert ist, der kann auch Pflanzen im Handel kaufen. Der Abstand sollte 40 x 40 Zentimeter betragen. Sellerie braucht viele Nährstoffe. Somit gehört er in einen schweren Boden, der nicht austrocknen darf. Die kleinen Pflanzen sollten nicht zu tief in die Erde kommen. Auf keinen Fall anhäufeln, sonst bildet sich keine Knolle. Mulchen hilft die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unterdrückt Unkraut. Gut geeignet sind Farn- oder Beinwellblätter, die für zusätzlichen Kali sorgen. Auch für ein oder zweimalige Gabe von Brennnesseljauche sind die Pflanzen dankbar.

Bleich- oder Stangensellerie ist nicht ganz so empfindlich wie der Knollensellerie. Er ist auch als Staudensellerie bekannt und wird wie die knollige Variante ausgesät. Die Setzlinge kommen aber anders als diese möglichst tief in den Boden. Im August werden sie mehrmals angehäufelt, damitt die Stengel weiß bleiben. Man kann diese auch zusammenbinden und mit Stroh oder Packpapier vor Licht schützen, um den bleichenden Effekt zu erzielen. Die obersten Blätter müssen natürlich noch herausgucken.

Schnittsellerie wird an Ort und Stelle direkt ins Beet gesät. Dort, wo später Kohl wachsen soll, ist es ideal. Denn der Geruch schützt den Johl vor Raupen und Erdflöhen. Sellerie ist eine natürliche Abwehrpflanze für den Kohlweißling.

Mischkultur und Ernte

Wer in Mischkultur gärtnert, setzt als gute Nachbarn zum Sellerie Kohlgewächse (besonders Blumenkohl), Bohnen, Stangengurken, Tomaten, Lauch und bei Bleichsellerie Möhren. Bei lang anhaltender feuchter Witterung kann die Blattfleckkrankheit auftreten. Es ist eine Pilzkrankheit, der sich mit einer Brühe aus Ackerschachtelhalm vorbeugen lässt. Selten kommt die Selleriefliege vor, deren Maden Gänge in die Blätter bohren. Der Geruch von Brennnesseljauche betreibt die Schädlinge.

Geerntet wird Knollensellerie vor den ersten Frösten. Kühl eingelagert halten sich die Knollen über Monate. Bleichsellerie darf ab August geerntet werden. Er verträgt sogar etwas Frost. Schnittsellerie wird frisch vom Beet verarbeitet und wenn genug vorhanden ist, getrocknet. Daraus lässt sich herrliches Selleriesalz herstellen. Wer etwas Schnittsellerie über Winter stehenlässt, hat im zeitigen Frühjahr wieder einige frische Blätter. 

Wer Samen ernten möchte, muss eine Pflanze zweijährig ziehen. Beim Knollensellerie wird eine frostfrei überwinterte Knolle eingepflanzt. Beim Bleichsellerie ist das Überwintern nicht einfach. Hierzu muss dieser mit Wurzel ausgegraben werden und die Wintermonate frostfrei, feucht und dunkel überstehen. Ist dies gelungen, kommt Sellerie zum Blühen. Die Samen sind im Herbst erntereif. Schnittsellerie bleibt einfach über Winter im Beet, blüht dann und liefert im Sommer bereitwillige neues Saatgut. 

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