Eine Landkarte gibt also die Natur möglichst genau wieder.

Sinn des Ganzen ist es, sich zurechtzufinden. Der Weg ist nicht das Ziel, sondern das Mittel, das Ziel zu erreichen. Einfach wäre es, eine gerade Linie vom Standpunkt zum Ankunftsort zu ziehen. Dazu müsste man zwei Dinge wissen. Wo bin ich, und wo will ich hin. Das sind die Kernfragen in der Orientierung. Seit je her war der Mensch reiselustig. Teilweise notgedrungen folgte er auf Nahrungssuche dem Wild. Orientierte sich an Sonne, Gestirnen, Flüssen, Bergen oder anderen karakteristischen Merkmalen in der Natur. Handelsrouten wurden aufgezeichnet und so genau wie möglich beschrieben. Führend in dieser Technik waren portugiesische Seefahrer. Sie zeichneten die Küsten nach, vermaßen Wassertiefen, notierten alle Beschaffenheiten wie Färbung des Wassers, Strömungen und was sonst noch wichtig erschien. Mit solchen Beschreibungen konnten andere Händler Routen wiederfinden und nutzen. Es waren also bereits topografische Karten. Nicht sehr genau, aber ausgesprochen nützlich. Die Topografie ist also jenes Teilgebiet der Kartografie (Landvermessung), das sich mit der detaillierten Vermessung, Darstellung und Beschreibung der Erdoberfläche und der mit ihr fest verbundenen natürlichen und künstlichen Objekte befasst. Der Name kommt aus dem Griechischen (Ort und Zeichnung). Eine Karte ist also eine Skizze einer Region.

Karten sind durchgehend nummeriert, sie geben einen Teil unseres Erdballes wieder.

Bereits bei den Griechen gab es eine Einteilung der Erdoberfläche in 360 °. Diese wurde von Seefahrernationen (Spanien-Portugal) wiederentdeckt und angewandt. Das Gradnetz der Erde ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erdoberfläche mit sich rechtwinklig schneidenden Längen- und Breitenkreisen. Es dient zur geografischen Ortsbestimmung, das heißt, zur Festlegung des eigenen Standorts. Die älteste bekannte Karte stammt von 2300 v. Chr. aus dem Iran. Es handelt sich um eine Tontafel. Moderne Karten wurden bei uns erst seit dem Jahr 1800 entwickelt. Das 19. Jahrhundert ist eigentlich das Jahrhundert der großen Landesaufnahmen. Die Technik ging weiter, Geräte zur genauen Vermessung wurden erfunden. Heutige Landkarten basieren auf Satelliten-Aufnahmen und sind extrem genau.

Was bedeutet Maßstab?

Der Maßstab oder Kartenmaßstab ist das Verkleinerungsverhältnis von Karten, Plänen, Reliefmodellen und Geländeprofilen. Er ist definiert als das Verhältnis einer Länge auf der Karte (Kartenstrecke) zu ihrer Entsprechung in der Natur (Naturstrecke). Auf jeder Karte ist also ein Kennzahl, die das Verhältnis der Verkleinerung angibt. Eine große Zahl bedeutet aber dann einen kleinen Maßstab, und umgekehrt. In Europa gibt es nun überall gute Straßen, die alle ausreichend beschildert sind. Dafür gibt es Auto- oder Reisekarten. Der Maßstab 1: 100000 bedeutet also, ein Zentimeter auf der Karte entspricht einem Km in der Natur. Je größer also die Zahl, je ungenauer werden die Abbildungen. Alle Einzelheiten gehen nicht mehr auf das Papier, ohne unübersichtlich zu werden. Deshalb werden Dinge durch Zeichen ersetzt. Diese Zeichen werden in der sogenannten Legende erklärt.

Zeichenerklärung am Kartenrand nennt man Legende

Was? Es gibt drei Norden? So ist es aber. Und das bringt einige Probleme mit sich.

Für die kartografische Abbildung der Erdoberfläche werden drei verschiedene Nordrichtungen unterschieden: Geografisch-Nord, Magnetisch-Nord und Gitter-Nord. Also der Nord-Pol, das Magnetfeld (bewegt sich ständig), sowie der Norden auf der Karte. Mein Kompass zeigt natürlich den magnetischen Norden an. Der muss nicht mit den Linien auf der Karte übereinstimmen. Nach Region oder Alter der Landkarte kann das erheblich sein. Der Winkel zwischen Geografisch-Nord und Magnetisch-Nord wird als Deklination oder Missweisung bezeichnet. Magnetische Feldlinien beeinflussen die Nordrichtung. Leider sind diese Linien nicht mit den Meridianen (Längengraden) identisch, sondern verändern sich jährlich. Sie "wandern" mit den magnetischen Polen nach Westen. Auf guten Karten ist diese Abweichung ausgewiesen. Eine Berechnung ist eher kompliziert, das wäre ein eigener Artikel. Kommt später. Aber in Deutschland ist das auch nicht wirklich von Belang. Für Fernreisen kann man sich die Koordinaten ermitteln lassen und es gibt einen Link für die Berechnung der Deklination. Die müsste man dann (östlich - westlich) der Marschrichtung zugeben oder abziehen.

Die Missweisung wird hier erklärt

Karte ausrichten mit Hilfe des Winkelmessers.


Ich empfehle den Kartenkompass von Silva. Den gibt es auch als Artillerie-Kompass. Das hat den Vorteil, die Gradeinteilung ist in Milliéme (Tausendstel oder Strich). 6400 Gradierungen. Damit kann man sehr genau arbeiten. Der Körper ist durchsichtig mit verschiedenen Maßeinheiten zur exakten Entfernungsmessung für mehrere Maßstäbe. Das Gehäuse lässt sich leicht drehen. Wichtig für die Einstellung der Marschrichtung. Eine Lupe gibt es auch noch für winzig kleine Zeichen auf der Karte. Ich möchte von A nach B. Also lege ich die Kante des Silva auf eine gedachte Linie A - B. Das runde Gehäuse drehe ich, damit die Nordlinien der Karte mit den Nordlinien im Gehäuse übereinstimmen. Das Ganze richte ich nun nach Norden aus. Dahin zeigt schließlich die Nadel. Meine Karte liegt nun mit den Himmelsrichtungen in Übereinstimmung. Die Winkelabweichung vom Norden zu meinem Ziel ergibt die Marschrichtung. Die übertrage ich nun auf meinen Peilkompass. Damit visiere ich mein Ziel an. Damit ich nicht ständig mit dem Kompass in der Hand rumlaufen muss, fasse ich ein Zwischenziel ins Auge. Einen Kirchturm, eine Burg, ein karakteristischer Berggipfel. Kein bewegliches Objekt natürlich. Der LKW auf der A4 ist da nicht nützlich.

Wanderkarten im Maßstab 1: 25000 sind ideal für Etappen von 20 - 30 Km am Tag.

Wir haben gelernt, je größer die Zahl, desto kleiner der Maßstab. Für Autotouren auf ausgeschilderten Straßen genügt 1: 100000 allemal. Aber für Gelände mit kleinen Pisten und Waldwegen sollte es schon genauer sein. Da ist 1: 25000 recht geeignet. Das bedeutet, ein Zentimeter auf der Karte sind 250 Meter im Gelände. Gebäude, Bewuchs, Berge oder Flüsse sind deutlich zu erkennen. Aber man muss Karten und Zeichen auch lesen können. Beim Russland Feldzug ist eine ganze Division im wahrsten Sinne des Wortes versumpft. Der Stabs-Offizier hielt Telegrafen-Leitungen für Straßen und Büchel für Steppe. War aber Moor. Glück für die Russen damals.

So sollte sich jeder, der in freies Gelände vordringt, mit der Legende der Karte auseinandersetzen. Berge und Hügel werden auf guten Karten durch Kurven und Linien dargestellt. Je enger die zusammen liegen, desto steiler der Auf- bzw. Abstieg. Solche Kurven können aber auch eine Senke darstellen. Dann sieht man in der Regel ein kleines v. Bei Bergen ist das v mit der Spitze nach oben. Kleine Kreise deuten auf einen Hügel mit sanfter Kuppe. Höhenlinien werden auch als Niveaulinien, Höhenkurven oder Isohypsen bezeichnet. Eine Höhenlinie ist eine gedachte Linie im Gelände, die benachbarte Punkte gleicher Höhe über einer Bezugsfläche miteinander verbindet. Die Äquidistanz ist dabei nichts anders als der vertikale Abstand zwischen zwei Isohypsen. Je enger die Isohypsen aneinander liegen, desto steiler ist das Gelände. Wir unterscheiden Haupthöhenlinien von Hilfshöhenlinien. Eine Haupthöhenlinie (Zählkurve) wird durch eine breite Strichstärke hervorgehoben und durch eine Meterangabe gekennzeichnet; zur Erleichterung der Höhenfeststellung, z. B. jede 5. oder 10. Höhenlinie. Natürlich sind auch Wege oder Pfade eingezeichnet. Doch merke: "Der kürzeste Weg im Gelände ist nicht immer der schnellste." Auf demBild sieht man deutlich, dass der Kamm nach Südwesten sanft abfällt. Den Weg würde ich wählen.

 

Orientierungslauf ein toller Sport für Hirn und Muslkeln.

Sport und Erdkunde/Geografie, aber auch Biologie und sogar Aspekte aus der Mathematik werden hier miteinander verknüpft. Wie geht Orientierungslauf? Das ist so eine Art Schnitzeljagd für Fortgeschrittene. Man benötigt gutes Kartenmaterial! Einen erstklassigen Kompass. Kenntnissen aus der Topografie.

Im Gelände sind Markierungen (Fähnchen, Bojen) versteckt. Diese gilt es in kürzester Zeit zu finden. Als Beweis werden Buchstaben-Codes notiert. Am besten eignet sich eine Karte im Maßstab 1: 10000 dafür. Da ist fast jeder Baum oder größere Stein abgebildet. Der Teilnehmer bekommt die erste Marschrichtung und Entfernung genannt. Alles Weitere muss er sich erarbeiten. Dazu gehört auch, dass man seine Schrittzahl auf 100 Meter kennt. Denn man muss die Entfernung sehr genau einhalten, da die Objekte (Markierungen) klein sind. Ja teilweise auch versteckt. Wer nicht wirklich pingelig genau arbeitet, scheitert. Es bringt nichts, einem Rivalen zu folgen. Der muss möglicherweise eine andere Abfolge der sogenannten Balisen ablaufen. Waldlauf ist gut für Gelenke und Lungen. Dabei denken und zählen steigert die Hirnfunktion. Erdkundliche Fähigkeiten werden dabei gefördert und verbessert.

Ein toller Sport, leider in Deutschland viel zu wenig bekannt. Aber das kann sich ja ändern! Informationen bekommen Sie über diesen Link

Autor seit 5 Jahren
288 Seiten
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