Literarische Karriere Vaclav Havels

Neben diversen anderen Jobs, beispielsweise als Taxifahrer oder Bühnentechniker, schrieb er ab seinem zwanzigsten Lebensjahr Artikel für Literaturzeitschriften. Durch seine Arbeit als Bühnentechniker war Vaclav Havel dem Theater verbunden, er schrieb auch eigene Stücke und studierte im Abendkurs Theaterwissenschaften. 1967 machte der Schriftsteller auf sich aufmerksam, als er beim Schriftstellerkongress die Zensur und die Macht des kommunistischen Rgimes öffentlich kritisierte. Seine kritische Haltung brachte ihm insgesamt fünf Jahre Gefängnis ein. Während dieser Zeit sind einige seiner wichtigen schriftstellerischen Werke entstanden.

Vaclav Havel - Briefe an Olga

Während seiner Zeit im Gefängnis entstand vor allem das Werk Briefe an Olga, also an seine Frau Olga.

Während seiner Haft durfte er mit niemand anderem Kontakt halten als mit seiner Frau, die er 1964 heiratete. Ebenso wie er war sie eine politische Oppositionelle, da sie seinen Literaturbetrieb während seiner Abwesenheit aufrecht erhielt. Das Werk Briefe an Olga war ursprünglich private Korrespondenz zwischen den Eheleuten. Erst später wurden die Schriftstücke zusammengefasst und unter diesem Namen heruasgegeben.

Vaclav Havel - Vanek-Trilogie

Im Dreiteiler Vanek-Trilogie beschreibt Vaclav Havel verschiedene Menschentypen und wie sich der jeweilige Typus an seine Umwelt und die ihn umgebende Gesellschaft anpasst. Die Hauptperson Vanek erwartet von seinen Mitmenschen nicht, dass sie sich verbiegen und hofft für sich selber auf das gleiche Entgegenkommen. Die Botschaft wird unterschwellig vermittelt, denn Havel kritisiert nicht, sondern beschreibt lediglich die unterschiedlichen Zustände.

Audienz

Ferdinand Vanek - der Protagonist - arbeitet für einen Braumeister. Vanek soll ihm beim Verfassen von Berichten behilflich sein.

Vernissage

Ein mit Vanek befreundetes Ehepaar zeigt dem Protagonisten seine Lebenswelt, die voll ist von tollen Errungenschaften und Geräten. Sie präsentieren ihm das Leben im Sozialismus in den schönsten Farben und bestätigen Vanek, dass er das auch alles haben könnte, wäre er nicht so stur.

Protest

Im letzten Teil der Trilogie setzt Havel zwei Schriftsteller gegenüber. Stanek und Vanek diskutieren über Menschenrechte. Die Sprach- und Denkmuster einer geschlossenen Gesellschaft werden hier sehr deutlich herausgestellt.

Weitere Werke von Vaclav Havel

Fernverhör erschien 1990, Moral in Zeiten der Globalisierung 1998.

Fassen Sie sich bitte kurz ist eine Autobiographie, deren Erstellung mehrere Jahre in Anspruch nahm und das 2007 erschien. In diesem Werk beschreibt Vaclav Havel die Jahre von 1990 bis 2003 und fasst sich selber dabei keineswegs kurz.

 

Die politische Einstellung Havels ist in jedem seiner Werke deutlich spürbar. Teilweise offen, teilweise unter schönen Geschichten versteckt, präsentiert er seine Wahrheit über das System, in dem er lebt. Ein Staat, in welchem alleine nur die Polizei das Regiment führt und der Staat kontrolliert und überwacht. Bespitzelung ist ein großes Thema bei Havel und eine harsche Kritik.

 

Nachdem er mit Publikationsverbot belegt worden war, publizierte er ebenso wie andere Schriftsteller und Künstler im Untergrund weiter.

Sophie1975, am 18.12.2011
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