Die Zahnkronen der Milchzähne bilden sich bereits in der Schwangerschaft

In den meisten Fällen werden Babys ohne Zähne geboren, zumindest sind diese nicht sichtbar. Ausnahmen bestätigen da die Regel, denn etwa 1 von 6000 Kindern kommt manchmal bereits mit einem oder, noch seltener, mehreren Zähnen auf die Welt. Napoleon (1 Zahn) und Ludwig XIV (2 Zähne) sollen solche bekannten Beispiele gewesen sein. Passieren kann das. Tatsächlich entwickeln sich nämlich die Milchzähne bereits im Mutterbauch. Etwa in der 7. Schwangerschaftswoche, wenn der Embryo gerade mal 1,5 cm groß ist, sind zwei übereinanderliegende Plättchen zu sehen. 

Aus dem einen Plättchen entstehen nach und nach die Zahnkeime für das Milchgebiss, aus dem anderen später die Zahnkeime für das Erwachsenengebiss. Etwa im 4. Schwangerschaftsmonat sehen die Zahnkeime bereits wie kleine Glöckchen aus, in deren Zellen aber bereits alle wichtigen Informationen gespeichert sind, wie Aussehen der Zähne, Aufbau, Farbe etc. Deswegen ist es übrigens wichtig, dass die werdende Mutter ausreichend Mineralien zu sich nimmt. Der Embryo holt sich die Stoffe, die er zum Zahnaufbau braucht, aus dem Blut der Mutter. Er braucht dafür vor allem Kalzium und Fluorid, um die Zahnkeime zu härten, aber auch nicht zu viel. Nimmt die Mutter zu viel Fluorid zu sich, so kann das später zu fleckigen Zähnen führen. Bei der Geburt sieht man dann eben in der Regel die kleinen Zähne noch nicht, allerdings sind die Kronen der ersten Zähne meist bereits voll entwickelt und warten auf den Durchbruch, sobald die Wurzeln auch so weit sind.

Aua! Ab etwa dem 6. Lebensmonat stoßen die Milchzähne durch!

Weinendes Baby (Bild: Bonoz / Pixabay)

In der Regel kommen die ersten Milchzähne etwa ab dem 6. Monat zum Vorschein, jedoch kann das von Baby zu Baby unterschiedlich sein, bei manchen passiert das auch früher, bei manchen später. Schmerzhaft ist es auf jeden Fall und, obwohl es ein natürlicher Prozess ist, versteht das Baby natürlich nicht, warum es diese Schmerzen ertragen muss. 

Es fängt in der Regel mit den Schneidezähnen an und danach stoßen auch nach und nach die anderen Zähne durch. Gleichzeitig wächst auch der Kiefer und wird breiter. Mit etwa 2 einhalb bis 3 Jahren hat das Kleinkind meist dann das vollständige Milchgebiss mit 20 Milchzähnen entwickelt. 

Das Durchbohren der Milchzähne ist, wie gesagt, für das Baby oft sehr schmerzhaft. Es kann sogar den ganzen Körper beeinflussen und zusätzlich Fieber, Durchfall oder andere Nebenerscheinungen verursachen. Oft hilft es Babys, wenn sie Schnuller haben, an Beißringen kauen dürfen oder auch, bei älteren Babys, Zwieback, Brot etc knabbern. Generell hilft es, diese Dinge gekühlt anzubieten, denn Kälte hilft gegen den Schmerz. In der Apotheke gibt es auch gute homöopathische Mittel, die helfen können. Viele Leute schwören auch auf Bernsteinketten.

Die Milchzähne hat das Kind etwa 3 Jahre lange vollzählig und sie haben wichtige Funktionen

Anja_Zahnlücke (Bild: Joernie / Flickr)

Mit etwa 4 bis 7 Jahren fangen die Milchzähne an wieder herauszufallen. Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich, aber in der Regel verlieren Kinder, die ihre Milchzähne sehr früh bekommen haben, diese auch relativ früh wieder. Auch ist es häufig so, dass die Milchzähne in der Reihenfolge ausfallen, in der sie gekommen sind, sofern nicht künstlich nachgeholfen wird.

Doch bevor die Milchzähne ausfallen, darf das Kind sie ja noch eine Weile benützen. Fälschlicher Weise glauben Eltern oft, dass man sich um das Milchgebiss nicht besonders kümmern muss, weil es eben nicht so lange da ist, doch das ist ein großer Irrtum, denn die Milchzähne haben gleich mehrere wichtige Funktionen. 

Nicht nur können Zahnschmerzen das Kind körperlich belasten, sie treten bei Milchzähnen noch zusätzlich viel leichter und häufiger auf, denn der Zahnschmelz vom Milchgebiss ist wesentlich dünner und leichter angreifbar. als beim Erwachsenengebiss, wodurch sich Karies schneller ausbreiten kann. Das fängt schon beim ersten Zähnchen an. Hat die Mutter zum Beispiel Karies und tendiert dazu Dinge wie Schnuller oder Flaschennuckel für das Baby sauber zu schlecken, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das das Baby auch Karies bekommt. Ein Irrtum ist allerdings das Gerücht, dass schlechte Zähne Veranlagung sind und Karies vererbbar ist. Aber durch das dünne Zahnschmelz, kann Karies im Kindermund sehr tief und schnell eindringen, was die allgemeine Infektanfälligkeit des Kindes erhöhen und zu Keimschäden führen kann, die später wiederum zu Missbildungen an den Erwachsenenzähnen führen können. Die Milchzähne sind auch in gewisser Weise Platzhalter für die Erwachsenenzähne, die dann später nicht nur zahlreicher, sondern auch größer kommen, denn das Kiefer wächst ja, die Zähne aber nicht wirklich mit. In ihrer Platzhalterfunktion sorgen die Milchzähne dafür, dass sich das Erwachsenengebiss richtig entwickelt, denn die Erwachsenenzähne hangeln sich im Prinzip an den Milchzähnen hoch, um richtig in Position zu kommen. Deswegen sollte man Milchzähne auch nicht mit Gewalt herausreißen, denn, wenn der Zahn noch nicht von selbst herausfällt, dann ist die Wurzel noch nicht aufgelöst und der neue Zahn darunter einfach noch nicht bereit und der braucht aber den Milchzahn als Klettergerüst, sonst finden er nicht seinen richtigen Platz, was später meist kieferorthopädisch behoben werden muss. Noch eine weitere wichtige Funktion haben die Milchzähne: Sie helfen natürlich nicht nur beim Essen und Beißen, sondern auch beim Sprechen. Fallen die Milchzähne zu früh aus, oder werden mit Gewalt zu früh entfernt, so kann es zu einer Sprachbeeinträchtigung beim Kind kommen, meist lispelt es dann.

Zahnpflege muss gelernt werden!

Es ist Aufgabe der Eltern, das Kind möglichst früh an die Zahnbürste zu gewöhnen. Nachputzen ist unbedingt notwendig, denn Kinder im Milchzahnalter können noch nicht gründlich genug putzen. Wie man Kindern das Zähne putzen am besten beibringen kann und worauf man achten muss, wir in folgendem Video (links) ausführlich erklärt. Für Kinder ist der Zahnputzsong (rechts) wirklich toll! 

Juhuu, die Zahnfee kommt! Aber es dauert lange, bis das Erwachsenengebiss voll entwickelt ist.

Nach und nach verliert das Kind nun die Milchzähne, wenn die bleibenden Zähne darunter voll entwickelt sind. In der Regel haben sie Kinder bei diesem Zahnwechsel keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen und wenn der Milchzahn auf natürlichem Weg herausfällt, so blutet es auch kaum und tut fast nicht weh. 

Die Kinder entwickeln in dieser Zeit auch ein besseres Verständnis für die Zähne und lernen nun wirklich, dass es wichtig ist, sich um diese zu kümmern. Manchmal ist es ein bisschen ein Schock, wenn die Zähne ausfallen, doch da kann die Zahnfee weiterhelfen. Aus dem englischsprachigen Raum stammt das Märchen, dass, wenn Kinder den ausgefallenen Milchzahn unter dem Kopfpolster platziert, die Zahnfee kommt und diesen gegen eine Goldmünze eintauscht. Eine andere Münze oder ein kleines Geschenk tut es natürlich auch. Auch toll für Kinder ist es oft, die ausgefallenen Zähne aufheben zu dürfen, oder vielleicht einen Zahnkalender zu führen.

Das Milchgebiss besteht ja aus 20 Zähnen, während das Erwachsenengebiss mehr hat. Normaler Weise haben Kinder im Alter von etwa 13 Jahren die ersten 28 Zähne des Erwachsenengebisses voll entwickelt. Auch das kann natürlich wieder abweichen. Regelmäßige Zahnarztbesuche zwei Mal im Jahr sind wichtig, denn während des Wachstums sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob die Zähne an ihren richtigen Positionen sitzen und gerade hervorstoßen. Dann gibt es ja noch die 4 Weisheitszähne. Oft kommen die mit etwa 16 Jahren heraus, bei manchen Leuten aber auch gar nicht.

Und hat man erst einmal das volle Erwachsenengebiss, so ist sowieso klar: Das sind nun die bleibenden Zähne, nach diesem gibt es nur mehr das falsche Gebiss! Wer sich dieses mäglichst lange ersparen möchte sollte sich gut um seine Zähne kümmern. Dazu gehören richtige Zahnhygiene genauso wie regelmäßige Zahnarztbesuche zur Kontrolle!

Autor seit 4 Jahren
406 Seiten
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