Herz- und Kreislaufsystem

Typische Erkrankungen, die durch chronischen Stress ausgelöst werden können, sind der Bluthochdruck, die koronare Herzerkrankung, der Schlaganfall und der Herzinfarkt. Insbesondere das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, verdoppelt sich - statistisch betrachtet - bei chronischem Stress. Aufgrund des Anstiegs weißer Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten und Monozyten) - ausgelöst durch chronischen Stress - kommt es verstärkt zur Bildung von entzündlichen arteriosklerotischen Plaques in den Blutgefäßen, insbesondere in den Herzkranzgefäßen. Bei einem Verschluss droht ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. 

Stoffwechsel + Verdauung

In Stresssituationen ist der Körper auf ausreichend Energie angewiesen. So werden schnell verfügbare Kohlenhydrate (Glukose) ins Blut abgegeben. Im Akutfall ist das sinnvoll und lebensnotwendig, um z. B. auf eine Bedrohung reagieren zu können. Bleibt der Blutzucker allerdings auf hohem Niveau, dass bedeutet, besteht eine Stresssituation längere Zeit, können sich Erkrankungen wie der Diabetes mellitus entwickeln. Der Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung mit weltweit rasanter Entwicklung. Insbesondere die langfristigen Folgen (Augen- und Nierenerkrankungen, Polyneuropathie) sind nicht zu unterschätzen.

Chronischer Stress kann auf Dauer die Cholesterinwerte im Blut erhöhen, da verstärkt Fettsäuren und Glukose aus Leber und Muskulatur freigesetzt werden. Hierfür benötigt der Körper schädliches LDL-Cholesterin, das unter anderem zum Auftreten von Arteriosklerose beitragen kann. 

Chronischer Stress kann die Verdauung beeinträchtigen, das Risiko, an einem Magen- und Darmgeschwür zu erkranken, ist erhöht. 

Immunsystem

Akuter Stress steigert die Aktivität des unspezifischen Immunsystems, ein lebensnotwendiger Vorgang, um kurzfristig auf Bedrohungen zu reagieren. Chronischer Stress dagegen führt zu einem Anstieg des Glukokortikoid-Spiegels (Cortisol). Hierbei werden B- und T-Lymphozyten, natürliche Killerzellen und Immunglobuline (Eiweiße) in ihrer Aktivität gehemmt, sodass das Immunsystem geschwächt wird. So steigt die Infekthäufigkeit, auf Dauer kann es zum Auftreten von Allergien und Autoimmunerkrankungen kommen, außerdem wird die Abwehr von Tumorzellen eingeschränkt. 

Wellness - Relaxen - erfolgsversprechende Therapie bei chronischem Stress (Bild: nnoeki / Pixabay)

Sexualität

Chronischer Stress kann sich negativ auf das Sexualleben auswirken. So kann es zum Libidoverlust, Störungen der Samenreifung und Zyklusstörungen beim weiblichen Geschlecht kommen. Auf Dauer sind Impotenz und Unfruchtbarkeit nicht ausschließen. 

Knochen + Muskulatur

Chronischer Stress kann zu Kopf- und Rückenschmerzen, Rheumatismus und Muskelschmerzen führen. In vielen Fällen ist die Symptomatik hier eher unspezifisch und erfordert eine genaue Diagnostik. Teilweise ist die Schmerzschwelle herabgesetzt, als Folge werden frühzeitig Medikamente mit den entsprechenden Nebenwirkungen eingenommen. 

Lebenserwartung

Stress schädigt bzw. verkürzt die Telomere, die Endstücke der Chromosomen in den einzelnen Zellen, ein Prozess, der altersbedingt als physiologisch gilt, durch ein hektisches Leben allerdings verstärkt werden kann. Auf Dauer kann sich die Zelle somit nicht mehr teilen und stirbt ab, das Risiko krank zu werden oder einen Tumor zu entwickeln erhöht sich. Außerdem altert der gesamte Organismus so schneller. 

Psyche

Chronischer Stress greift in die Produktion von Noradrenalin und Adrenalin - Hormone, die in Stresssituationen aktiviert werden - ein, außerdem werden bestimmte Nervenüberträgerstoffe (Neurotransmitter) in ihrer Produktion zurückgefahren. Kommt es hierbei zu einem Mangel von Dopamin und Serotonin, kann es in der Folge zu verstärkter Müdigkeit und Antriebsstörungen kommen. Hält der Mangel bzw. das Ungleichgewicht der Neurotransmitter an, sind Angstzustände und depressive Verstimmungen nicht auszuschließen. Später kann es zu einem Burnout mit einer kompletten emotionalen, mentalen und körperlichen Erschöpfung kommen. 

Mein Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Psychotherapeuten, Heilpraktikers und Apothekers. 

Ashlie, am 17.08.2018
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