Warum ist es so schwierig, Demenzkranke zu beschenken?

Geschenke für DemenzkrankeDemenzkranke zu beschenken, ist gar nicht so einfach: Die Krankheit verändert die Personen und jemand, der früher vielleicht ein Modell-Eisenbahn-Fan war, kann mit der nagelneuen Lok möglicherweise schlicht nichts mehr anfangen. Vielleicht ist sie auch in Nullkommanichts kaputt. Jemand, der früher gern komplizierte Puzzles gelegt hat, ist mit einem 250er überfordert. Das frustriert den Schenkenden, schlimmer ist es jedoch, wenn es auch den Beschenkten frustriert: In den Anfangsstadien einer Demenz erleben die betroffenen Personen ihren Gedächtnisverlust sehr stark und es kann sehr ernüchternd sein, an einfachen Aufgaben zu scheitern, die man früher mit Links geschafft hätte.

Soll man deshalb zu Weihnachten lieber Geschenke auswählen, die eigens für Demenzkranke gemacht wurden, zum Beispiel entsprechende Bücher und Spiele? Auch das kann falsch sein. Nicht jeder Demenzkranke will unter dem Weihnachtsbaum an seine Krankheit erinnert werden. Der Kranke ist zum Beispiel auch noch Vater, Großvater, pensionierter Postbeamter und früherer Briefmarkensammler, ehemaliger Imker und Bergfex. Sprich: Demenzkranke geben nicht mit der Diagnose automatisch und sofort ihre Persönlichkeit ab und wollen nicht zu jedem Anlass auf ihre Krankheit reduziert werden. 

Da ist guter Rat teuer? Um ein passendes Geschenk zu finden, ist es wichtig, den Demenzkranken ein bisschen zu kennen und zu wissen, wo die Stärken und Schwächen im Alltag liegen, fragen Sie notfalls die Familie oder Betreuungspersonen. Gerade in den Anfangsstadien sind Demenzkranke sehr sensibel, was ihre Krankheit betrifft. Schenken Sie doch einfach das, was dem Demenzkranken völlig unabhängig von der Krankheit Freude machen würde, ohne ihn zu überfordern: Schenken Sie doch dem Bergfex einen Bildband mit den Lieblingsgipfeln, die er früher erklommen hat, schenken Sie der früheren begeisterten Sängerin eine CD mit einfachen Liedern, aber vergessen Sie nicht, dann auch mit ihr zu singen!

Wenn es sich um eine Alzheimer-Demenz handelt und die Demenz fortschreitet, lässt der Leidensdruck der Betroffenen meist nach, weil sie ihre Probleme selbst nicht mehr so stark wahrnehmen. Hier sind oft Geschenke passend, die den Betroffenen den Alltag erleichtern, ihnen Orientierung und Struktur geben, aber auch Geschenke, die zur persönlichen Geschichte der Betroffenen passen und ihre Identität stärken.

Menschen mit schwerer Demenz leben sehr im Hier und Jetzt. Sie nehmen ihre Umwelt auf eigene Weise wahr, sie sehen und hören, sie fühlen und riechen, sie verstehen und interpretieren Dinge jedoch auf ihre eigene Art, die für Außenstehende nur schwer zu verstehen ist. Hier eignen sich Geschenke, die die Sinne anregen oder auch nur behaglich sind und Wohbefinden verbreiten, wie zum Beispiel flauschige Hauspatschen für die kalten Füße.

Geschenke, die den Alltag erleichtern

Demenzkranke brauchen eine klare und strukturierte Umgebung, um sich zurecht zu finden. Ein jedes Ding auf seinem Platz, die gewohnten Möbel, das hilft Demenzkranken. Am schwierigsten ist die Orientierung jedoch in der Nacht. Schenken Sie einem Demenzkranken doch hübsche Nachtlichter mit Bewegungsmelder, die ihm sicher den Weg in die Toilette geleiten!

Auch Kalender und Uhren sind wichtige Orientierungselemente. Kalender und Uhren für Demenzkranke solten groß sein, klar und ohne unnötigen Schnickschack. Viele Demenzkranke kommen mit den alten, analogen Ziffernblättern besser zurecht als mit digitalen Zeitangaben. Wenn möglich, sollten dann auch wirklich Zahlen auf dem Ziffernblatt sein - nicht nur Striche - und große, sichtbare Zeiger. Minimalistisches Design ist hier fehl am Platz.

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Der sichere Draht zur Familie: Das Handy

In den Anfangsstadien sind viele Demenzkranke noch in der Lage, ihren Alltag, wenn auch mit Hilfe, weitgehend zu meistern. In ihren eigenen vier Wänden kommen sie gut zurecht und fühlen sich sicher. Dass sie unter erheblichen Gedächtnisstörungen leiden, fällt oft nur auf, wenn irgend etwas in den üblichen Abläufen verändert wird oder wenn neue Personen und Herausforderungen auf die Demenzkranken zukommen. Für diese Menschen ist es wichtig, sofort und zuverlässig Hilfe rufen zu können. Doch die meisten modernen Telefone und Handys sind viel zu kompliziert für Demenzkranke.

Ein besonders einfach zu bedienendes Handy ist das Doro Secure 580 Seniorenhandy, das über ein besonders kontrastreiches, einfaches Display verfügt und mit den meisten Hörgeräten kompatibel ist. Über vier Tasten können eingespeicherte Nummern direkt gewählt werden, sodass das umständliche Tippen auf Nummerntasten entfällt. Ein besonderes Feature ist die Notruftaste auf der Rückseite: Wird sie gedrückt, wird eine SMS-Nachricht an voreingestellte Nummern gesandt. Über dieses SMS kann auch die GPS-Position des Handys abgefragt werden.

Geschenke, die die Identität stärken

Mit zunehmendem Verlauf einer Demenzerkrankung verlieren die Erkrankten auch den Bezug zu sich selber, ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrer Geschichte. Gegenstände, die einmal bedeutsam waren und Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart können zwar diesen Prozess nicht aufhalten, doch dazu beitragen, dass sich Menschen länger in ihren persönlichen und sozialen Bezügen orientieren können. Über eine Fotowand mit Fotos der wichtigsten Bezugspersonen werden sich sicher viele Demenzkranke freuen.

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Die Lieblingsmusik von früher, ein Duft, das alte Parfüm − werden sie kreativ und finden Sie einfache Dinge, die den Demenzkranken früher einmal wichtig waren! Sie können aber auch eine "Schatzkiste" packen: Suchen Sie bedeutsame Gegenstände, Fotos und Erinnerungsstücke und packen Sie sie in eine schöne Kiste oder Schachtel. Wie bei vielen Geschenken für Demenzkranke, kommt das Geschenk am besten an, wenn Sie sich dann gemeinsam mit dem Beschenkten damit beschäftigen: Packen Sie die Kiste gemeinsam aus und erzählen Sie zusammen Geschichten zu den Gegenständen!

Spiele für Demenzkranke

Es gibt zahlreiche Spiele für Demenzkranke. Die meisten Spiele für Demenzkranke sind Gruppenspiele, die Spaß machen, das Erinnern fördern und die Menschen zu verschiedenen Aktivitäten anregen. Ein in der Seniorenarbeit besonders beliebtes Spiel ist Vertellekes. Dabei wird mit Spielkarten gespielt, die jeweils kleine Rätsel oder Aufgaben enthalten. Das können zum Beispiel Liederrätsel, Stichworträtsel oder Fragen zur Biographie sein. 

Wenn Sie sich entschließen, zu Weihnachten ein Spiel für Demenzkranke zu verschenken, dann sollten Sie aber auch mitspielen oder gewährleisten, dass andere Spielpartner vorhanden sind, sonst hat der Beschenkte nichts davon.

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Bücher

Bücher für Demenzkranke sind einfach, geeignet sind zum Beispiel Bildbände zu Themen, die die Betroffenen früher interessiert haben. Speziell für Demenzkranke geschriebene Bücher nehmen auf die besonderen Bedürfnisse Rücksicht: Bücher von Ulrike Strätling enthalten einfache Geschichten aus dem täglichen Leben, darunter Reimgeschichten, bei denen Begriffe errraten werden können, das Weihnachtsgeschichtenbuch auch Fabeln, Lieder und Gedichte. Die Bücher sind zum Vorlesen gedacht. Schenken Sie mit dem Buch auch diese Zeit und Zuwendung!

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Die Twiddle®Muffs: Auch für schwer Demenzkranke geeignet

Die süße, flauschige Katze unten ist nicht nur ein wunderschönes Spielzeug, sondern ein ausgeklügeltes therapeutisches Instrument: Die Tiere − es gibt auch Hunde − bestehen aus verschiedenen Materialien: Außen sind sie flauschig weich, innen verbirgt sich ein Ball zum Kneten. Schnüre erlauben flechten und knoten und in kleinen Taschen können Gegenstände versteckt werden. Die Twiddle®Muffs beschäftigen die Hände der Demenzkranken, sie fördern die Wahrnehmung und beruhigen. Die Demenzkranken drücken ihre Tiere, streicheln sie und reden mit ihnen. Twiddle®Muffs sind ein ganz besonders liebevolles Weihnachtsgeschenk, das die Lebensqualität vor allem schwer Betroffener sehr verbessern kann.

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