Kerstin Hamann (Bild: C. Kaddar)

"Innere Werte" - der neue Krimi von Kerstin Hamann

Erst drei Stunden lag der Kommissar im Bett, als sein Diensthandy ihn aus dem Tiefschlaf riss. Ein Kollege informierte ihn über einen besonders grausigen Leichenfund in der Wiesbadener Zentralkläranlage. Das zerfetzte Opfer zu identifizieren, scheint unmöglich, doch dann hilft ein Detail der Kripo, die Identität der Leiche zweifelsfrei festzustellen. Über die Freundin des Toten, Katrin Buhr, führt eine Spur zu Anja Schulte, die offenbar auch eine Beziehung zu dem Toten hatte. Doch was genau verband sie mit ihm? Anja wird zu einer Schlüsselfigur in dem Krimi, in dem sich immerzu neue Spuren und Wendungen auftun – und neue Opfer. Der Kommissar und sein Team kommen dem Handel mit nicht ganz legalen und freiwilligen Nierenspenden auf die Spur, und von der Skrupellosigkeit einiger Akteurinnen und Akteure sind sie nicht selten schockiert.

"Abgehakt" war Kerstin Hamanns Erstlingswerk

Kerstin Hamann ist es auch in ihrem zweiten Wiesbaden-Krimi gelungen, eine Handlung zu konstruieren, die bis zum Schluss spannend bleibt. Schon mit ihrem Krimi "Abgehakt" war ihr ein beachtliches Erstlingswerk gelungen. Sie hatte eine Handlung mit dramatischen Wendungen entwickelt, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Die agierenden Menschen beschrieb sie mit viel Tiefgang, wahrte aber zugleich auch eine Distanz, die für Autoren von Kriminalromanen typisch ist.

In "Abgehakt" steht der Wiesbadener Kommissar Martin Sandor  fassungslos und ratlos vor einer Serie von kaltblütigen Morden steht. Der Täter kennzeichnet die Opfer mit einem Haken – er hakt sozusagen ihr Leben ab.

Bei Marita Janz, die kurz nach Beginn des Romans zum Opfer wird, hat der Täter das Zeichen auf ihrer Brust hinterlassen – eingeritzt mit einem Messer. Dass er keine Spur und kaum weitere Gemeinsamkeiten bei den Opfern findet, bringt Kommissar Sandor zur Verzweiflung. Wann schlägt der Serientäter das nächste Mal zu? Wie kann man ihm das Handwerk legen? Als sich endlich eine junge Frau meldet, die ähnliche Drohbriefe erhält wie die Opfer zuvor, kommt Hoffnung auf, über sie den Täter dingfest zu machen. Doch Kommissar Sandor ahnt nicht, welche Risiken dieser Weg noch birgt.

 

Zur Übung schrieb Kerstin Hamann einen Liebesroman für die Schublade

Kerstin Hamann stellt ihre Krimis häufig in Lesungen vor und geht bereitwillig auf Fragen aus dem Publikum ein. Sie hat eine Ausbildung zur Arzthelferin und anschließend noch zur Fotografin absolviert. "Als ich meinen Mann heiratete, wechselte ich den Beruf zum dritten Mal, wurde Hausfrau und Mutter", stellt sie sich vor. "Ich komme aus einer Familie, in der Geschichten erzählt werden. Meine Oma hat viel erzählt, meine Mutter auch, und sie hat auch einige Geschichten aufgeschrieben, die allerdings nicht für eine Veröffentlichung gedacht sind." Für ihre drei Kinder hat auch Kerstin Hamann, die mit ihrer Familie bei Bad Kreuznach lebt, Geschichten erfunden und die ein oder andere aufgeschrieben. Je größer die Kinder wurden, desto mehr Freiraum hatte sie zum Schreiben. "Zum Üben habe ich zuerst einen Liebesroman geschrieben, nur für die Schublade, um mir selbst zu beweisen, dass ich es kann." Da sie selbst gern Krimis liest, sah sie darin die Herausforderung für ihr erstes Buch. "Eineinhalb Jahre habe ich an dem Buch gearbeitet und mir zuerst einen roten Faden gemacht." Sie hat Gespräche mit der Kriminalpolizei gesucht, um eine authentisch wirkende Handlung stricken zu können. "Ich war sehr überrascht, wie bereitwillig die Beamten von ihrer Arbeit erzählt haben." Der Sutton Verlag war bereit, das Erstlingswerk zu veröffentlichen. "Ich habe eine brillante Lektorin im Verlag", lobt Kerstin Hamann. Auch ihr zweiter Wiesbaden-Krimi erschien im Sutton Verlag – rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse im März 2012. "Mein roter Faden war wesentlich detaillierter als im ersten Krimi", versichert sie. 

Beide Krimis sind in einem flüssigen, gut lesbaren Stil geschrieben. Der literarische Fortschritt, den sie im zweiten Buch gemacht hat, ist offensichtlich. Neun Monate lang hat sie daran geschrieben. In die spannende Handlung hat sie viele Details eingebaut, die eine gründliche Recherche voraussetzen, seien es die Einzelheiten der Polizeiarbeit wie Verhöre und Ermittlungen, oder Details um kriminelle Machenschaften im Handel mit menschlichen Organen. Auch die Beschreibung der Straßen, Gebäude und Plätze in Wiesbaden hat sie im zweiten Krimi erweitert und perfektioniert.

Christa_Kaddar, am 14.04.2012
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