Morello Cherries

Morello Cherries (Bild: Rod Waddington / Flickr)

Kirschen – die gesunden Alleskönner

Kirschen sind äußerst süß und teilweise auch mal etwas sauer. In Deutschland am weitesten verbreitet sollten die Vogel-Kirsche, auch Süßkirsche genannt, und die Sauerkirsche sein. Beide Arten besitzen viele wertvolle Inhaltsstoffe, wobei besonders Sauerkirschen eine gesundheitsfördernde Wirkung, manchmal auch etwas übertrieben, nachgesagt wird. Beide haben jedoch einen Zuckergehalt von sehr groben 10 Gramm pro 100 Gramm und schmecken auch in Praxis süß (zur Not einfach mal ein paar Kirschen kaufen und selber probieren).

  • Sauerkirschen enthalten wichtige Vitamine wie das Vitamin A, B1, B2, C oder auch E sowie größere Anteile von Folsäuren oder Kalium.
  • Die Pflanzenfarbstoffe Anthocyanen 1 und 2 verleihen der Kirsche ihre Farbe und können ein entzündungs- und schmerzbildendes Hormon in unserem Körper hemmen. Bei entzündungsbedingten Krankheiten wie Gicht oder Arthritis sollen Kirschen einen positiven Effekt haben.
  • Besonders interessant dürfte der hohe Melatoningehalt in Sauerkirschen sein. Melatonin regelt den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen und wird einzig in der Zirbeldrüse gebildet. Liegt ein Mangel vor, können Sauerkirschen, hier ist besonders die Sorte Montmorency hervorzuheben, den Haushalt ausgleichen und für eine Verbesserung von Schlafstörungen sorgen.
  • Weitere positive Effekte bei Gefäßproblemen sowie für Sportler und zur Knochenbildung stehen in Verbindung mit der Sauerkirsche.

Was ist Osmose?

 

A wet day (Bild: ashokboghani / Flickr)

Und welche Bedeutung hat sie für die Kirsche?

Die Erklärung von Osmose ist relativ simpel. Osmose ist der Fluss von Teilchen durch eine Trennschicht, die selektiv oder semipermeabel sein kann. Für den Fall von Kirschen im Regen ist die semipermeable Membran, also die halbdurchlässige, von Interesse.

Semipermeabel bedeutet in diesem Fall, dass die Lösungsflüssigkeit (= Wasser), jedoch nicht der gelöste Stoff (= Zucker) durch die Membran gelangen kann.

Was heißt das konkret für die Kirschen und unsere Osmose? Die hohe Konzentration von "Stoffen" innerhalb der Kirsche sorgt dafür, dass Wasser aus der Umgebung in die Kirschen eindringt. Da es zu keinem Ausgleich des Stoffgefälles kommt, diffundiert weiterhin Regenwasser in die Kirsche. Schließlich platzen die Kirschen samt Haut aufgrund des zu hohen Wassergehalts auf.

Der Einfluss des Wachstumsverlaufes

Der Effekt der Osmose wird jedoch auch durch den Wachstumsverlauf der Kirsche beeinflusst. Nach der Blüte müssen die Früchte erst einmal mit dem leckeren Zucker befüllt werden. Die Pflanze bildet die nötigen Assimilate, welche eingelagert werden und die Konzentration an Zucker erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kirsche im Regen platzt, ist zur Zeit um die Ernte somit am Höchsten. Hinzu kommt der Effekt, dass durch die größer werdende Kirsche die Haut stärker gedehnt wird. Schließlich bilden sich feine Risse, die dem Wasser einen leichten Weg bieten.

Die dunkle Seite der Wissenschaft – oder: Was passiert mit Salzwasserfischen im Süßwasser?

Nein, sie platzen nicht wie Kirschen auf. Allerdings wohl nur, weil die Haut zu fest sein sollte. Süßwasserfische überleben in der Regel nicht im Salzwasser. Die meisten Fische können ihren Wasserhaushalt außerhalb der angestammten Umwelt nicht regulieren und würden entsprechende Ausflüge nicht überleben. Eine Ausnahme bilden Lachse und Aale, die als Wanderfische Salz- wie Süßwasser durchqueren.

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