Ästhetik

Sicherlich, die traditionellen schwarzen und grauen Notebooks wurden für richtige Männer entworfen. Frauen können keine Notebooks verwenden, wenn sie nicht mit Blümchen und Schmetterlingen verziert sind – richtig? Der Geschlechter-Stereotyp, dass Männer mehr Wert auf die technischen Funktionen eines Produktes legen und Frauen sich eher für das Aussehen und die Farbe interessieren, ist tief in unserer Gesellschaft verankert. Da aber mittlerweile beide Geschlechter auf die vermehrte Verwendung von Computern in der Arbeits- und Privatwelt angewiesen sind, wissen beide sehr wohl, welche Leistungen sie für effektives benötigen. Und wenn es funktioniert, kann das Notebook auch hübsch aussehen, egal ob mit einem farbenfreudigen Aufdruck, oder einem schlichten, minimalistischen Design.



Ergonomie


Es ist eine Tatsache, dass Männer und Frauen einen unterschiedlichen Körperbau besitzen. Die Verwendung verschieden großer Knöpfe oder Mäuse ist also nicht nur sinnvoll, sondern kann auch dabei helfen, ein RSI-Syndrom zu verhindern. Durch das Hervortreten immer neuer Technologien sind Entwickler immer weniger auf festgelegte Anfertigungsteile angewiesen und können sich so auf Benutzer-orientiertes Design konzentrieren. Das Geschlecht ist dabei ein wichtiger Parameter, da zum Beispiel Forschung ergeben hat, dass Frauen anfälliger für Muskel-Skelett-Erkrankungen sind als Männer, wenn sie auf die Arbeit am Desktop oder Mini PC angewiesen sind. Dies ist teilweise auf die verschiedenen Verwendungsstrukturen oder die Kombination mit anderen Aktivitäten zurück zu führen. Ein weiterer Grund ist der tatsächlich der Körperbau von Frauen, der für eine relativ höhere Ausübung von Muskelkraft in extremeren Körperstellungen sorgt.

UI – Benutzeroberfläche

Eigentlich wünscht sich jeder eine einfache, verständliche Bedieneroberfläche. Dies schließt alle Grundlagen ein: von der Schriftart bis hin zu den verschiedensten Layout-Elementen. Die Wissenschaftler der Universität in Oregon unternahmen 2004 eine Studie zu dem Geschlechter-Verhalten zuzüglich Bedieneroberflächen. Der Hauptunterschied besteht der Studie zufolge darin, dass Frauen sich Risiken eher bewusst sind und so eher selten mit neuen Funktionen experimentieren bevor diese verstanden werden. Doch sollten Benutzeroberflächen nicht für jeden einfach verständlich sein?

Apps
Wenn Sie den vielen "Die besten Apps für Frauen" Listen im Internet Glauben schenken, ist einer der Hauptfehler von Programmierern die Annahme, dass Frau sich nur für Dinge wie den Start ihrer nächsten Periode oder die Kalorienzahl ihres Mittagessens interessiert. Viele Beschwerden zu Sexismus sind normalerweise dann direkt in der Kommentarbox unter dem Artikel wieder zu finden. Aber sind ähnliche Apps für Männer nicht vergleichsweise sexistisch? Oder ist es einfach eine universell akzeptierte Tatsache, dass Männer nur Interesse an Fußball, Frauen in Bikinis, Bier und Steak haben? Viele Apps, die sich nur an Frauen als Zielgruppe wenden, sind hoch begehrt. So zum Beispiel iPeriod, die genau das macht, was von ihr erwartet wird. Vielleicht liegt das Problem ja nicht einmal an den Apps selbst, sondern an den Listen, in denen sie erscheinen?


Viele unserer heutigen Produkte basieren noch immer auf traditionellen Prototypen, die von Männern für Männer entworfen wurden – dies spiegelt sich in den technischen Funktionen, dem Aussehen und der Verwendung wider. Anstatt jedoch die Lösung in der Farbe pink zu sehen, sollten Entwickler – sowohl Mann als auch Frau – andere als traditionell weiblich angesehenen Eigenschaften mit berücksichtigen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man den Schwerpunkt auf Klarheit legt, anstatt immer neue Funktionsweisen hinzu zu fügen? Daran würden sich sicherlich beide Geschlechter erfreuen.

 

Bildquellen: MIKI Yoshihito/kate/L'Adamant Fille

Autor seit 4 Jahren
12 Seiten
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