Aber tatsächlich könnten wir sogar in Deutschland, dem Land der Korinthen-gekackten Bauvorschriften, noch in diesem Jahr von einem größeren Stromausfall überrascht werden. Der Grund: Die NASA befürchtet einige Sonnenstürme, durch die starke Strahlungen unsere Energie hier auf der Erde etwas durcheinander wirbeln könnten. Die Folge wären totale Zusammenbrüche der Stromnetze.

Kompletter Stromausfall - die Auswirkungen

Ein kompletter Stromausfall im ganzen Land oder größeren Gebieten würde für viele Menschen das totale Chaos bedeuten: Kein elektrisches Licht und kalte Mahlzeiten wären da noch die geringsten Probleme für einige von uns.

Kein Strom... das bedeutet auch: Kein Fernsehen, kein warmes Wasser, kalte Heizkörper, die Waschmaschine funktioniert natürlich auch nicht mehr, kalter Kaffee (okay, jetzt bekomme ich langsam Angst) ganz zu schweigen von Geldautomaten und Banktransfers.

Wer immer noch etwas schmunzelt - das wird Ihnen gleich vergehen: Bei einem Stromausfall geht auch der PC nicht mehr. (Vor allem dieser Punkt verursacht mir etwas Magenschmerzen)

Kochen bei Stromausfall (Bild: Pixabay)

6 Dinge für den Notfall, wenn der Strom ausfällt

Selbst ein großer Stromausfall ist kein Grund durchzudrehen - unsere Vorfahren haben Jahrtausende lang ohne Strom gelebt. Warum sollten wir Weicheier (ich zähle mich dazu) das nicht auch können? Mit der richtigen Vorbereitung überstehen Sie Stromausfälle, ohne größere psychische Schäden davonzutragen.

Beginnen wir mit dem wichtigsten, absolut unverzichtbaren Hilfsmittel, das jeder benötigt, falls der Strom ausfällt:

1. Feuer

Und davon werden Sie reichlich brauchen, also keine Sparsamkeit an der falschen Stelle. Feuer ist die einzige Wärmequelle, die Ihnen dann zur Verfügung steht. Es wärmt, liefert Energie und warme Mahlzeiten.

 

2. Gaskocher

Und schon sind wir beim nächsten lebenswichtigen Thema: Campingkocher und Gaskocher für den Frühstückskaffee. Ohne Kaffee am Morgen kann für viele von uns der restliche Tag nur besch... also nicht so gut werden. Die guten alten Gaskocher brauchen keinen Strom und sind in wenigen Augenblicken einsatzbereit. Seien Sie aber bitte vorsichtig - Gas explodiert bei unsachgemäßer Bedienung der Geräte.


Auf diesen stromlosen Kaffeemaschinen kann man auch wunderbar Wasser für den Tee erhitzen, Gemüse kochen oder eine Dose Ravioli warm machen.

3. Licht

Tagsüber ist es vielleicht gerade noch erträglich aber was tun, wenn es dunkel wird? Kerzen anzünden ist zwar die einfachste Lösung, allerdings müssen die immer beaufsichtigt werden. In einem Haushalt mit Kindern und Haustieren ist das nicht empfehlenswert - vor allem, wenn die Feuerwehr wegen des Stromausfalls nicht zu erreichen ist. Einige dicke Stumpenkerzen auf Vorrat können aber nicht schaden.

Solarleuchten - die Kraft der Sonne

Besser und sicherer sind dagegen Solarleuchten - sofern die Sonne ab und zu mal durchkommt. Diese können Sie bei jedem Wetter draußen vorm Haus oder auf dem Balkon aufgestellt lassen und im Notfall auch in der Wohnung einsetzen. Sie machen ein angenehmes Licht und sind absolut ungefährlich. Denken Sie aber daran, Sie am Morgen wieder in die Sonne zu stellen, damit sich die Solarzellen aufladen können. Auf alle Fälle sollten Sie auch genügend Taschenlampen und viele, viele, viele Batterien jeder Sorte zu Hause haben.

4. Heißes Wasser

Ein großes Problem bei Stromausfällen - die Heizungsanlage funktioniert nicht mehr. Und was hängt davon ab? Das warme Wasser zum Duschen und Wäschewaschen. Sicher, bei 35 Grad im Schatten ist eine kalte Dusche nicht unangenehm. Aber mit viel Pech fällt der Strom an einem kalten Tag bei Außentemperaturen von maximal 12 Grad Celsius aus. Also an  einem normalen Sommertag in Deutschland.

Um sich nicht gleich alles abzufrieren, müssen Sie auf eine alte aber bewährte Methode zurückgreifen. Für warmes Wasser zum Duschen und sogar Wäschewaschen, brauchen Sie das hier:

Lagerfeuer (Bild: Pixabay)

In Verbindung mit diesen Dingen:

 

Wer sein Leben lang nicht aus der Großstadt rausgekommen ist: Über einem Lagerfeuer kann man in großen Töpfen Wasser heiß machen - oder Fleisch grillen. Ein Stromausfall kann durchaus  seine Vorteile haben. 

 

Diese dreibeinigen Schwenkgrills sind einfach Klasse, wer kein Fleisch mag, der kocht sich einfach warme Suppe oder Nudeln darauf. Nach dem Essen bzw. Wasser erhitzen stellen Sie den Grill auf die Seite und genießen das knistern des Lagerfeuers.

Falls Sie keinen  Garten oder Hinterhof nutzen können, dann reicht auch ein kleiner Holzkohlegrill. Der passt auf jeden Balkon und zur Not sogar vor die Haustür.

 

5. Saubere Wäsche auch bei Stromausfall

Die Wäsche müssen Sie wohl oder übel von Hand waschen. Dafür benötigen Sie diese Utensilien:

Mit dem Waschbrett lässt sich stark verdreckte Kleidung richtig gut reinigen. Dafür tauchen Sie die - vorher in heißem Wasser eingeweichte - Wäsche in den Zuber, stellen das Waschbrett hinen und schrubben kräftig auf der gerippten Fläsche.

 

Zwischendrin behandeln Sie die Flecken mit etwas Kernseife, tauchen das Kleidungsstück in den Zuber und schrubben wieder.

Und keine Sorge: Diese Radikal-Wäsche wird auch nötig sein, schließlich müssen Sie jetzt öfter Holzhacken, Feuer machen, den Gemüsegarten bestellen...

6. Fernsehen ohne Strom?

Kommen wir zum letzten Punkt: die Unterhaltung. Nach einem anstrengenden Tag, an dem Ihre Hauptbeschäftigungen aus Feuer machen, Kochen, Wäsche schrubben, Gartenarbeit und langen Fußmärschen bestanden haben, dürfen Sie es sich endlich gemütlich machen. Aber wie soll das gehen, ohne Fernseher, Videospiele, DVD-Player und iPhone? Auch dafür habe ich einen - und für manche vielleicht etwas befremdlichen - Vorschlag:

An alle Leser unter 25: Das hier ist ein Buch. Es braucht weder ein Netzkabel noch geladene Akkus. Man nimmt es einfach die Hand, schlägt es auf und sofort kann man darin lesen. Lesen beruhigt, es entspannt und wer unter Einschlafstörungen leidet (wenn es zum Stromausfall kommt, werden Sie nicht mehr darunter leiden - siehe die Punkte 2 - 5) der nimmt einfach ein richtig langweiliges Buch.

Musik auch ohne iPod

Allen Leuten, die ihre "Zeit" in den 60er und 70er Jahre hatten, dementsprechen über guten Musikgeschmack verfügen und deren Nachwuchs, darf ich - zur Unterhaltung am Lagerfeuer - das hier ans Herz legen:

Ohne Strom leben - ein paar Vorteile...

Sie sehen, ein Stromausfall ist nicht das Ende der Welt. Wenn man sich zu helfen weiß, kann es sogar eine recht amüsante Zeit werden. Also: Genießen Sie es - wenn für einige Tage der Strom ausfällt, müssen Sie auch nicht zur Arbeit. Vielleicht lernen Sie auch Ihre Nachbarn besser kennen, z.B. wenn Sie sich etwas zu Essen oder Feuerholz ausleihen.

...und kleine Haken

Natürlich sind da noch ein paar Kleinigkeiten, die etwas... sagen wir "ungewohnt" werden könnten, z.B. funktionieren Handys nur, solange der Akku geladen ist. Der Kühlschrank dürfte auch recht schnell warm werden und das Bügeleisen... aber wer legt beim Feuerholz sammeln schon wert auf ein gebügeltes Hemd? Und frisches Gemüse schmeckt sowieso viel besser als Tiefkühlzeugs. Falls Sie es gar nicht ohne das Telefon aushalten, sollten Sie sich die Anschaffung von Brieftauben überlegen oder indianische Rauchzeichen lernen.

Ist Ihnen das alles zu mühselig und Sie halten es gar nicht ohne Strom aus, dann könnten Sie selbstverständlich auch auf ein Notstromaggregat zurückgreifen. Allerdings entgeht Ihnen dabei jede Menge Spaß und Abenteuer.

Grace, am 31.05.2012

Kommentare


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Roland Schneider am 06.05.2014
Diese Art der Anlagen ist auch eine Folge der jahrelang falschen Förderung. Alles hat sich nach dem Verkauf von Strom orientiert und dabei am Bedarf vorbei gebaut. Das richtige Konzept muß lauten, erst selbst verbrauchen, dann speichern und dann erst Überschüsse ins Netz abgeben. Also jeder Stromerzeuger braucht auch Speicherkapazitäten in der Nähe. Und zu den großen Windrädern habe ich so meine eigene Meinung. Lieber viele kleine Anlagen als wenige große.
Klaus Prüter am 06.05.2014
Bei Netzausfall schalten z.zt. Solar- und Windanlagen vom Netz. Sie erzeugen Strom im Leerlauf und niemand, auch kein Solardachbesitzer kommt an diesen Strom heran! Machen Sie sich schlau!! Bei Haus-Anlagen muß mit einem Umschaltmodul und einem Akkuspeicher aufgerüstet werden. Bei Windanlagen sind die Entfernungen zum Nutzer zusätzlich zum v.g. ein Problem.
RolandSchneidert am 09.06.2012
Die interessanteste Technik hat nach meiner Meinung zur Zeit die Firma Ogron Energiespeicher. Obwohl es auch viele andere Technologien gibt, die wesentlich besser sind als man so in den Massenmedien erfährt. In China gibt es zahlreiche Batteriehersteller, deren Produkte man weltweit in den Elektrofahrzeugen wiederfindet. Aber schauen Sie doch erst mal unter Ogron.eu. Auf meiner Webseite solar-sicherheit.de habe ich auch schon jede Menge Material zu diesen Themen veröffentlicht, doch ehrlich gesagt muß ich noch dringend ein System finden, mit dem sich ein Suchender in den vielen Details zurechtfindet.
Grace am 09.06.2012
Ich wüsste gerne mehr über diese Technik, mit der man die Akkus schnell aufladen kann. Hätten Sie da ein paar Infos für mich? Dann schreibe ich einen Artikel darüber. :-)
Roland Schneider am 05.06.2012
Natürlich ist ein Notstromaggregat mit Benzin oder Diesel erst mal eine einfache Lösung, zumindest kurzfristg gedacht. Zufällig traf ich auf der Intersolar in München(letztes Jahr) einen Afrikaner, der in Afrika kleine Photovoltaik-Insellösungen verkauft. Er verkauft die an Leute, die bisher Generatoren benutzt haben. Deren Problem ist der ständige Nachschub an Brennstoff. Die sind froh, wenn das Stromaggregat nicht mehr zu knattern braucht. Mit relativ wenig Aufwand sind die völlig unabhängig. Natürlich haben die lange nicht so einen Verbrauch wie wir Europäer. Und mehr Sonne haben sie auch noch, also ideale Bedingungen. Dieser Verkäufer hatte 2 Elektromopeds. Immer eins an der Solaranlage, das andere unterwegs. Ich hoffe diesen Mann auch in diesem Jahr wieder zu treffen, um von seinen Erfahrungen zu hören.
Grace am 05.06.2012
@Arlequina: Ich hab so etwas auch schon ein paar mal erlebt - man gewöhnt sich dran (irgendwie). Ein Notstromaggregat wäre mir natürlich auch lieber gewesen.
Grace am 05.06.2012
Ich hab auch schon von so was gehört... es soll da schon wirklich gute neue Technologien geben, mit denen jeder zu Hause seinen Strom produzieren könnte - wäre natürlich super für alle (und die Umwelt). Aber stimmt: Dann würden ja ein paar arme Stromkonzerne weniger Profit machen und dann noch die Verluste der Mineralölindustrie, nicht auszudenken. :-/ Unabhängikeit von diesen Konzernen, das wäre schon was. Die Umwelt würden wir damit vermutlich auch nicht mehr so stark belasten. Vielleicht passiert ja noch ein Wunder und wir bekommen diese neuen Technologien.
Roland schneider am 05.06.2012
Ich sag es ja. Mehr Unabhängigkeit ist angesagt. Eine deutsche Firma hat beispielsweise eine Technik entwickelt, mit der langlebige Akkus( 20-30 Jahre) innerhalb von Minuten aufgeladen werden können. Das bedeutet, daß man damit ideal ein Haus versorgen kann. Nur ein paar Stunden Sonnenschein und schon ist der Akku wieder von der Photovoltaik auf dem Hausdach aufgeladen. Dieser Stromspeicher kann dann auch angezapft werden, um von Akku zu Akku das Elektroauto in 5 Min. aufzuladen. Damit wäre die Unabhängigkeit vom Stromnetz perfekt. Leider muß diese Firma mühselig um Geld ringen, weil die Großindustrie keinerlei Interesse an dieser Technik hat. Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder seinen Strom selbst macht und obendrein noch das Tanken werweigert.



Autor seit 3 Jahren
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