Report zur Geldverschwendung durch zu teure Verträge

Vergleichsplattformen kennen die günstigsten Angebote auf dem gesamten Markt und können durch zahlreiche Verträge der eigenen Kunden und alle übrigen auf dem Markt zur Verfügung stehenden externen Vertragsdaten das Einsparvolumen ermitteln.

Die Berechnung des Einsparpotentials ist eine Prognose, wie viel die Gesamtheit der Haushalte in Deutschland sparen könnte, wenn alle Verbraucher in Verträge mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis wechseln. Danach vergeuden die deutschen Verbraucher jährlich 48 Milliarden Euro mit zu teuren Verträgen. Das zeigt der gerade veröffentlichte Geldverschwendungsreport 2018 von Verivox.

Immenses Einsparpotential

Der Report verdeutlicht, dass allein bei Handyverträgen 18 Milliarden Euro eingespart werden könnten, bei Strom und Gas 12,1 Milliarden Euro, bei Kfz-Versicherungen 6 Milliarden Euro, bei Ratenkrediten 5,5 Milliarden Euro, bei DSL- und Kabeltarifen 3,1 Milliarden, bei Girokonten 2,4 Milliarden Euro und in der privaten Haftpflicht 1,3 Milliarden Euro.

Diese Summen könnten sofort nur durch einen Wechsel des Anbieters eingespart werden. Ein Wechsel geschieht heute im Gegensatz zu noch vor zehn Jahren in allen Bereichen problemlos.

So ist zum Beispiel die Übertragung der Rufnummer auf einen neuen Telekommunikationsanbieter gesetzlich geregelt und läuft sehr einfach ab.

Und bei einem neuen Strom- und Gasversorger steht niemand plötzlich ohne Strom oder Gas da. Im Notfall muss immer der Grundversorger einspringen.; das ist gesetzlich geregelt. Grundsätzliches ergibt sich aus dem Artikel "Wie liest und versteht man eine Strom-Jahresabrechnung"?

Handyverträge

Laut Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) haben knapp zwei Drittel der Handykunden ihren Vertrag bei einem der drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone oder Telefonica O2. Würden diese Kunden zu einem günstigeren Discount-Anbieter wechseln, könnten sie jeder im Schnitt über 220 Euro pro Jahr sparen. Die gesamte rechnerische Ersparnis beträgt damit mehr als 18 Milliarden Euro.

Aber selbst dort, wo sich Verbraucher kümmern, lauern Fallen: Viele Kunden schließen einen Vertrag mit Smartphone ab und lassen den Vertrag nach der Mindestlaufzeit weiterlaufen. Sie zahlen dann bis zu 15 Euro im Monat zusätzlich für ein Gerät, das sie längst abbezahlt haben.

Strom und Gas

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen mit Sitz in Bonn, kurz Bundesnetzagentur genannt, ist eine obere deutsche Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie soll den Wettbewerb der Anbieter sichern und fördern, die Verbraucherrechte sicherstellen und in Streitfragen zwischen Anbieter und Verbraucher vermitteln.

Laut Bundesnetzagentur werden noch gut zwei Drittel aller Haushalte in Deutschland von ihrem lokalen Grundversorger mit Strom und Gas beliefert. Der Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, Haushalte mit Energie zu versorgen und sorgt dafür, dass Verbraucher niemals ohne Strom oder Gas dastehen. Dafür ist er in der Regel aber teurer. Würden alle Haushalte in Deutschland zu einem günstigen Anbieter wechseln, summiert sich die mögliche Ersparnis bei Strom- und Gasverträgen auf 12,1 Milliarden Euro im Jahr.

Lesen Sie hierzu den Artikel "Viel Geld sparen und den Stromanbieter wechseln".

Kraftfahrzeugversicherungen

Das Geld liegt sprichwörtlich auf der Straße, denn günstige Kfz-Versicherungen kosten rund ein Drittel weniger als Tarife aus dem mittleren Preissegment. Das zeigt der Kfz-Versicherungsindex, den Verivox zusammen mit der Hochschule Rosenheim erstellt hat. Würden alle Autofahrer wechseln, dann könnten sie 6 Milliarden Euro sparen. Zur Vertragskündigung ist, abgesehen von Schadensfällen, immer bis Ende November Gelegenheit.

Ratenkredite

Lau den Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank haben 2017 die Verbraucher Ratenkredite für 103 Milliarden Euro aufgenommen. Dafür zahlen sie 5,5 Milliarden Euro zu viel, denn der Zinsunterschied zwischen günstigen Banken und dem Marktdurchschnitt beträgt 35 Prozent.

Fazit

Wer Geld spart, muss nicht auf gute Leistungen verzichten. Es gibt in allen Bereichen Tarife, die sowohl günstige Preise als auch alle wichtigen vom Verbraucher gewünschten Leistungsstandards bieten.

Ein Blick in Vergleichsportale wird selbst nicht oder noch nicht wechselwilligen Verbrauchern die Augen öffnen. Eine genaue Marktübersicht hat noch keinem Verbraucher geschadet.

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