Herbst des Lebens

Isolation auf beiden Seiten

Dieser Zustand hat für alle Beteiligten sehr negative Auswirkungen. Die Bewohner geraten in eine regelrechte Isolation und auch das Pflegepersonal ist zum Teil sehr allein gelassen mit dieser Tätigkeit. Fehlende Anerkennung, schwere körperliche Arbeit und eine sehr unangemessene Bezahlung führen zu einem großen emotionalen Stress und so ist es nicht sehr verwunderlich, wenn diese Menschen selbst schnell an den Rand ihrer Kräfte geraten. Gerade dieser Zustand hat sich in den letzten Jahren erheblich verstärkt. Kapitalgesellschaften haben den sozialen Bereich als Renditeobjekt entdeckt und üben somit noch größeren Druck auf das Personal aus. Würde die Pflege mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten und auch die Leistungen der Pflegenden vor Ort durch zusätzliche Besucher mehr gesehen werden, so würde die Wertschätzung für das Geleistete auf jeden Fall steigen. Folglich würde dies wahrscheinlich auch zu einer Erhöhung der Bezahlung und daraus resultierenden Bereitschaft junger Menschen führen, diesen Beruf als Berufung anzusehen und somit dem Pflegenotstand entgegentreten zu können.

Das Thema, das alle etwas angeht

Da diese Problematik jeden von uns irgendwann einmal betreffen kann, ist es eine große Notwendigkeit viel mehr Transparenz in diesen Bereich hinein zu bekommen. Altenheime müssen zu Häusern der offenen Türen werden und wir als Nachbarn oder einfach auch nur als interessierter Mensch müssen bereit sein, Einblicke zu wagen. Dadurch könnten die großen Vorbehalte und vor allem auch die Ängste überwunden werden. Wenn alle darauf Achten, dass es in einem Heim nicht zu einer Abschottung kommt und keine Möglichkeiten für Kapitalgesellschaften bestehen, das Personal unangemessen zu bezahlen, profitieren wir letztendlich alle davon. 

Arrild, am 27.01.2013
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