"Creme-Suppen sind dicke Schlankmacher..."

Ich entdeckte ihn wieder, mit 51 Jahren in einem 5-Elemente- Kochbuch. Eigentlich nur so in einem Nebensatz.

Ich las: "Creme-Suppen sind dicke Schlankmacher, sie sind gut fürs Gemüt, die Seele und die Hormone (sehr gut geeignet in den Wechseljahren)"...

Au waia, was kam nicht alles da für mich hoch! 51 Jahre alt, eigentlich, im Prinzip ganz glücklich, aber die Pfunde, die sich irgendwie im letzten Jahr angesammelt hatten, das ungute Gefühl beim Kleider- und Hoseanziehen… naja, vom kneifenden BH ganz zu schweigen…!

 

Die Suppe habe ich dann gekocht, und sie schmeckte mir überhaupt nicht!

Schau mal rein

Ran an den Kohl!

Auf einmal schien  mir der Kohl eine äusserst interessante Suppe zu sein. Ich wollte doch mal mehr erfahren. Da habe ich kräftig gegoogelt. Ach, und entschlacken soll er auch noch!?...

Am gleichen Tag – irgendwie, frag mich nicht wie und warum – bekam ich Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel. Wollte nichts Schweres essen. Ach nee, ne?  Du kannst dir gar nicht vorstellen, was ich wohl in dem Moment dachte, oder?!?

Wie gesagt, was da wohl die Zusammenhänge sein mochten zwischen Kohlsuppe, Durchfall, Wechseljahren, Zunehmen…

Ehrlich gesagt, es war mir völlig egal. Ich kochte die Suppe.

Zutaten

  • 1 Kg Weisskraut
  • 1-2 EL Ume-Paste  - WAS für eine Paste? Ach ja, diese saure Plaumengeschichte, die mein Mann im japanischen Laden gekauft hatte.
  • Mirin  - WIE bitte? Keine Ahnung – noch nicht – also weglassen.
  • Shoyu – ach, die meinen wohl Sojasauce! (denke ich?)
  • 1-2 EL Ingwer  -  Frisch? gemahlen? Macht doch einen Unterschied, meine ich.
  • Soja-Sahne(Cuisine) – immer wenn Ich Sinusitus habe, wechsele ich von Milch auf Soya.
  • Muskatnuss – na endlich, neben dem Kohl, was normales!
  • 1 EL.Rapskern-Öl  -  hab ich nicht, also Olivenöl nehmen

Anleitung

Den Kohl in grobe Stücke schneiden und in genug Wasser weich kochen,  um den Kohl ordentlich zu bedecken.

Dann die Ume-Paste, Shoyu, Muskat und den frisch-geriebenen Ingwer dazugeben und mit dem Mixstab zu einer neuen Suppe pürieren.

Hmm, schmeckte mir aber nicht. Irgendwie zu säuerlich. Dann noch frisch gemahlener Pfeffer, und das Essen war fertig. Na ja, fast. Sie sah irgendwie so "kohlig" fade aus.

Da fiel mir was ein. Ich streute so einen halben TL Kurkuma auf die Suppe und rührte es ein. So, da sah es schon viel appetitlicher aus!

 

Der liebe Kohl und ich

Tag eins

Ich lernte wieder für Kohl in der Küche zu sorgen;
was Ume, Mirin und Shoyu nun sind
und jedesmal wo ich Hunger hatte,
ass ich brav meinen Topf zu sauer-geratener Kohlsuppe auf.

Tag zwei

Ich dachte,
wahrscheinlich ist zu viel Ume-Paste schuld
an dem Geschmack der Suppe.
Sie bräuchte irgendwie noch was Herzhaftes.
Also kramte ich meine Gersten-Misopaste aus.
Ich nahm sie immer anstatt Fertigsaucen mit Glutamat,
da Glutamat mich immer so schläfrig macht –
1-2 EL und die Suppe schmeckte schon ganz anders.
Sogar lecker, fand ich.

Mein Magen fühlte sich auch anders an,
irgendwie weicher.

Tag drei

Ich war total erstaunt,
wie gut ich schlafen konnte, ohne Hunger­gefühl.
Aber die Gelüste… von Obst zu Kartoffel,
zu drei Scheiben Brot mit Käse und Marmelade
(ja, da schlägt die holländische Abstammung durch!)
Anstattdessen stopfte ich mich jedesmal
mit Kohlsuppe voll.

Da musste ich am gleichen Tag schon einen zweiten Topf aufsetzen.

Allerdings musste ich auch noch jeden Tag für die Familie kochen. Da wanderte am Tag zwei irgendwie doch ein bisschen Spinat und eine  gekochte Kartoffel in meinen Mund.

Am Abend schummelte ich dann noch mit einem Glas Milch und Honig. Am nächsten Tag war meine Nase natürlich wieder verstopft, aber Mann, hat das gut geschmeckt! Ist echt schlimm, wenn man noch jeden Tag für die Familie kocht.

Tag vier

Oh Mann, träume ich? Kann doch nicht sein,
dass meine Hosen schon lockerer sitzen?
Ich wunderte mich, aber es schien tatsächlich,
als ob ich mein Bauch nicht mehr ganz so fest eindrücken musste!

Heute Morgen ass ich ein halbes Finn-Brot
und schwelgte in eine Tasse Milchkaffee.
Ja, ist nicht viel – eine Tasse am Tag
und die noch nur halb mit Kaffee gefüllt,
und trotzdem muss ich sagen, ich kann schwer ohne leben.
So ist es nun mal. Warum mich dafür schlechtmachen?
Ist einfach so wie es ist.
Also habe ich es bis zum letzten Schluck genossen.
Aber danach..... Kohl, Kohl und nochmals Kohl.

Tag fünf

Am Nachmittag ging ich einkaufen.
Meine Augen fielen auf die rote Trauben
und mir lief so richtig das Wasser im Mund zusammen.
Ich gab nach und kaufte ein halbes Pfund.
Zurück zu Hause, futterte ich sie alle auf.

Am Abend setzte ich noch neue Suppe auf.
Ich hatte zu Mittag für die Familie
Nudeln mit Thunfischsauce gemacht.
Ich habe kein einzige Nudel geklaut.
Aber der Rest Thunfischsauce
ist trotzdem in der Suppe gelandet!
Schmeckte echt gut!

Ja, man ist nie ausgelernt. Ich las im Internet, dass man zwar viele Pfunde, bzw. Fettrollen verlieren kann durch eine Kohlsuppendiät, aber man soll es nicht zu lange machen, da der Kohl nicht eine ausgewogene Ernährung darstellt.

Aber ich muss sagen, diese ergänzende Asiatische Zutaten haben es in sich.

Also habe ich gelernt:

Mirin: eine Reisweinwürze. Ein natursüsse Kochwein und damit ein unentbehrliches Würzmittel. Zusammen mit Shoyu kann es den Geschmack verschiedenster Gerichte erstaunlich verfeinern. Natürliches Mirin wird unter natürlichen Gärungsmethoden hergestellt, enthält also so gut wie keinen Alkohol.  Mirin ist reich an Aminosäuren (die Bausteine zur Proteine) und Vitaminen. Es unterstützt die Verdauung und fördert durch die enthaltenen Enzyme die Gesundheit.

Miso: eine Sojabohnenpaste. Eine milchsauer vergorene Paste aus Sojabohnen, Salz und einer Getreideart ( Reis = Shiro Miso = helle Paste; Gerste = dunkle Paste, herzhafter, länger gegärt, usw). Es wird vor allem als Zutat in Suppen, zusammen mit Gemüse und Meeresfrüchten verwendet. Misosuppe wärmt den Magen und regt den Appetit an. Die durch den Gärungsprozess freigesetzten Enzyme unterstützen aktiv die Verdauung und regen die Sekretion der Magensäfte an. Miso enthält Bakterien, die der Darmflora gut tun und schädliche Bakterienstämme bekämpfen.  Miso kann auch bei der Zubereitung von Sossen, Dressings, Aufstrichen, Nudeln und Eintöpfen eingesetzt werden.

Shoyu: Sojasauce. Traditionelles japanisches, lange fermentiertes Würzmittel aus soja, Weizen, Wasser und Meersalz. Shoyu hat einen vollen, kräftigen Geschmack und dient als äusserst vielseitiges Würzmittel für Suppen, Sossen, Salate und Eintöpfe, sorgt an Stelle von Salz für einen verbesserten Geschmack und einen erheblich eingeschränkten Salzkonsum. 

Kann bei Weizenallergie gefahrlos eingesetzt werden, da sich nach der langjährigen Gärung die allergieauslösenden Stoffe im Weizen verflüchtigt haben. 

Reich an Aminosäuren, die die Verdauung erleichtern, es regt die Magensäfte an und stärkt die Herzmuskulatur.

Ume: Umeboshi-Pflaufen/Aprikosen. Liegt von der Gattung zwischen Aprikose und Pflaume. Gilt in Japan und China schon seit Urzeiten als kraftvolles Heil- und Nahrungsmittel mit sehr hohen Anteilen an Mineralien und organischer Säure, bzw. Milchsäurebakterien. Diese Frucht wird in salziger Lake mit bestimmten Blättern (Shiso) mindestens ein Jahr lang eingelegt und ist durch diesen Fermentationsprozess besonders bei Magen- und Darmproblemen geeignet. 

Sie desinfiziert, entgiftet und stärkt die inneren Organe, wirken Blutreinigend, gegen Müdigkeit, gegen Übelkeit und Erbrechen.

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Nur mal so: Immer zum Schluss unterrühren. Auf jedenfall nicht mitkochen, da zu hohes Erhitzen die Inhaltsstoffe zerstört. Die Zutaten sind ausserdem sehr leicht verdaulich.

Autor seit 7 Jahren
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