Warum scheitern Hungerkuren?

Wer abnehmen will, sollte weniger essen als er verbraucht. Klingt eigentlich ganz einfach, ist es aber leider nicht. Viele neigen nämlich dazu, während einer Diät viel zu wenig zu essen. Der Körper schaltet dann auf "Sparflamme" um und holt sich, sobald Sie wieder ins normale Essleben zurückkehren, sein altes Gewicht zurück. Vorsichtshalber packt er noch ein paar Kilos obendrauf, um Reserven zu haben. Außerdem kann dauerhaftes "Diäten" geradewegs in eine Essstörung führen. Crash-Diäten und Fastenkuren machen leider nicht schlank, sondern viel eher krank. Im schlimmsten Fall kann Fasten sogar mit dem Tod enden, da es den Herzmuskel schädigen kann.
Der Körper zapft während einer Abnehmkur seine Vorräte an. Doch leider sind das nicht die Fettdepots an Bauch und Hüften, sondern in erster Linie das stoffwechselaktive Muskelgewebe. Zudem werden die lebensnotwendigen Depots an Mineralstoffen und Vitaminen entleert.
Ist die Diät vorbei, nimmt man wieder zu. Im Laufe der Zeit (oder besser gesagt: im Laufe der Diäten) senkt sich der Grundumsatz (=die Energie, die der Körper bei völliger Ruhe benötig) des Körpers immer mehr, da bei jeder durchlebten Diät immer weniger Muskeln übrig bleiben. Somit gerät man in einen unguten Kreislauf.

Das Maßband im Zentrum einer Diät.

Das Maßband im Zentrum einer Diät. (Bild: NetDoktor.de / Flickr)

Genauso ist es mit Light Produkten. Nur weil "Light" oder "ohne Zucker" draufsteht, bedeutet das nicht, dass diese Lebensmittel unbedingt gesünder sind. Häufig sind Light Produkte genauso kalorienreich oder haben sogar noch mehr Kalorien! Außerdem sättigen fettarme Produkte nicht. Die meisten dieser Lebensmittel sind im Übrigen pure Chemie (und meistens schmecken sie auch so).
Studien der Universität Göteborg und der University of Pensylvania zeigen, dass nur jeder Zehnte nach einer Diät dauerhaft schlank bleibt.

Warum gibt es überhaupt Diäten?

Wir reden hier von einem millionenschweren Markt. Gäbe es eine Diät oder eine Wunderpille, die dauerhaft schlank machen würde, dann gäbe es nicht ständig neue auf dem Markt. So wird mit den Abnehmwilligen gut Kasse gemacht. Der BMI (Body Mass Index) wurde im Übrigen von einem amerikanischen Lebensversicherer (!) in die Welt getragen. Würde man rein nach dem BMI gehen, so wäre z.B. Vladimir Klitschko schwer übergewichtig. 1998 wurde der BMI von 27 auf 25 gesenkt. Über Nacht waren auf einmal Millionen Menschen übergewichtig. Studien zeigen aber, dass Menschen die einen BMI zwischen 25 und 30 haben, länger leben als Menschen, deren BMI darunter liegt. Erst ab einem BMI von 40 wird es gefährlich. Dann reden wir von einer Adipositas und diese gehört in ärztliche Behandlung.

Kann ich langfristig abnehmen?

Das geht natürlich. Man sollte nur bereit sein, seinen Lebensstil dauerhaft auf gesunde und vollwertige Ernährung umzustellen. Unerlässlich ist es außerdem, sich ausreichend zu bewegen. Natürlich darf zwischendurch auch gesündigt werden. Aber eben in Maßen und nicht in Massen. Um den Stoffwechsel auf Trab zu halten, muss man essen, nur eben das richtige. Kohlenhydrate (am besten langkettige wie Vollkornprodukte), Proteine und Fette sind für unseren Körper als Energielieferanten lebenswichtig! Vermeiden Sie, sofern möglich, Weißmehlprodukte, gesüßte Lebensmittel usw. Greifen Sie lieber auf Vollkornprodukte und Obst zurück. Sündigen zwischendurch ist durchaus erlaubt, um Heißhungerattacken zu vermeiden! Bitte quälen Sie Ihren Körper nicht mehr mit Fastenkuren und Reduktionsdiäten. Er wird es Ihnen danken!

Bitte beachten Sie, dass ich keine Ärztin bin. Dieser Artikel ersetzt keinen medizinischen Rat. Sollten Sie unter Adipositas leiden und abnehmen wollen, fragen Sie bitte einen Mediziner um Rat.

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