Der Alaska Bär ist ein scheues Tier - Doch manchmal wird es auch ihm zu bunt!

Alaska Bär Geschichten sind zahlreich. Normalerweise sind Bären ja scheue Tiere, die schon weglaufen, wenn sie jemanden aus 50 Metern Entfernung kommen sehen. Aber manchmal kommt es halt anders. Oft handelt es sich um Situationen wo Mensch und Tier sich gegenseitig überraschen.

  • Der Wanderer kommt vom Pfad ab und kreuzt das Revier einer Bärin mit ihren Kleinen...die Mama steht da überhaupt nicht drauf!
  • Mein Freund Vern kam vom Lachsfischen am Tsiu River in Südost Alaska zurück und überquerte den Fluss ein bisschen zu nahe an einem versteckten, ebenfalls fischenden Braunbären in den Uferbüschen. Der Bär sprang ihn an, und kaute für ein Weilchen an Vern's Oberschenkel herum. Mein Freund spielte "tot", und das Tier liess nach ein paar Minuten von ihm ab.
Meine Bär Story hingegen scheint einzigartig zu sein. Bekannte in Cordova Alaska sprechen noch heute---11 Jahre später---von meiner allerersten Begenung mit einem Bären...
Driftwood Lodge in Alaska - Mein Bärabenteuer spielte sich nachts hinter dem Gebäude ab!
Driftwood Lodge in Alaska

Driftwood Lodge in Alaska

Der Bär und ich - in der wilden Einsamkeit der Tundra - Eine feuchte Angelegenheit!

In 1998 wurde mir der saisonbedingte Job des Küchenchefs für die Driftwood Lodge in Alaska angeboten. Ich akzeptierte, und für die nächsten 11 Jahre verbrachte ich jeweils 2 Sommer/Herbst Monate damit, ein total abseitsgelegenes "Restaurant" für Urlaubsangler aus der ganzen Welt zu führen.

Es geschieht am dritten Tag meiner ersten Saison...

...die Gäste sind verfüttert und leicht (oder schwer) angetrunken in ihren Kabinenbetten. Zwei junge Männer, die als Fishing Guides angeheuert wurden, sowie meine Assistentin und ich sitzen noch im ansonst leeren Essensraum. Ein Bierchen in Ehren...füllt die Blase! Und wie's halt so ist in der wilden Einsamkeit von Alaska, man geht doch da nicht umständlich zu seiner Kabine auf's Klo - man geht doch einfach hinter die Hütte, oder?

Obwohl die Sommertage in Alaska lang sind, um 11:30 ist's heute schon zappenduster. Die Rückseite der Lodge hat keine Lampen; nur ein bisschen Licht vom Fenster zeigt mir den Weg zu dem Graben, der hinter der Lodge entlang läuft. Die Erleichterung kann beginnen...

Und wie ich da so im romantischen Licht des Vollmonds stehe, bewundere ich die Berggipfel des Chugachgebirges, und der Sternenglanz am klaren Alaskahimmel inspiriert mich zu einer nahezu ausserirdisch-spirituellen Erfahrung. Ich denke (während ich so vor mich hinpinkle)...

Ich bin "heim" gekommen! 50 Jahre musste ich warten, bevor ich endlich meine langersehnte Einigkeit mit Mutter Natur erfahren durfte. Es ist vollbracht! (Wo hab ich das doch schon gelesen?) Ich gehöre hierher und ich werde nie wieder woanders leben. Obwohl ich weiss, dass es hier viele wilde Tiere gibt...Bären, Wölfe, und was weiss ich...ich fürchte mich nicht! Ich spüre die Umarmung der unsichtbaren Naturmächte...sie laden mich ein, unter ihnen zu leben...sie haben mich als neues Familienmitglied anerkannt. (Ich pinkle immer noch.)

Auf einmal---ein, zwei Meter vor mir---bewegt sich etwas. Ich sehe nur einen Schatten, aber der wird grösser und grösser...bis ich im Mondlicht die Umrisse eines gewaltigen Körpers erkenne...mit dicken Armen...das kann doch nicht sein, ich halluziniere! Ein Bär!? Ein Bär.

Wie ich später erfahren werde, ist es nicht ungewöhnlich, dass Bären von unseren Essensgerüchen angelockt werden und in dem mit Büschen bewachsenen Graben hinter der Lodge entlangspazieren.

Ich muss jetzt schon zugeben, als 50-jähriger hat man nicht mehr die Strahlgewalt eines Teenagers. Aber die Chance is gross, dass ich mein überraschtes Gegenüber zumindest angespritzelt hatte. Warum sollte er sich sonst zu voller Grösse erheben und mir seine dicke Nase entgegen schnuppern wollen?

Man hatte mir eingetrichtert: "Wenn du einem Bären über den Weg läufst, renne nie weg! Steh' still und fächere deine Arme. Brüll ihn an, 'Geh weiter, nix hier zu sehen, alles in Ordnung!' Zeig' ihm, wer der Herr der Situation ist!" (Ich vergesse das alles innerhalb von einer halben Sekunde, drehe mich um, und rase zurück in unsere Hütte.)

Einer unsere jungen Männer schnappt sich sein Gewehr und kommt mit mir zurück zum "Tatort". Er sagt, "Kannst du ihn nicht hören? Er ist immer noch da, weiter weg in den Büschen!" (Ich hör nix. Ich leide an einer starken Schwerhörigkeit, als Folge eines Geburtsfehlers. Deswegen habe ich ihn auch schon vorher nicht gehört. Und deswegen dachte sich der Bär wahrscheinlich, "Hey, hey, hey - Mr. Naturliebhaber! Muss ich wirklich erst aufstehen?") Wenigstens habe ich jetzt den Beweis, dass ich nicht halluziniert hatte.

Ich habe im Laufe der nächsten 11 Jahre noch Hunderte von Bären gesehen und meinen Respekt für deren räumlichen Rechte weiter entwickelt. Aber seit diesem Erlebnis bin ich nach Einbruch der Dunkelheit nur noch auf's Kabinenklo gegangen. Einmal auf 'nen Bär pinkeln ist genug. Man sollte es nicht übertreiben, oder?

Dramatisierung der Ereignisse
Alaska Abenteuer

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Bären vor der Hütte (Lodge)
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chefkeem, am 29.08.2010
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Bildquelle:
Reisefieber (Dezember in Goa, Indien)

Autor seit 6 Jahren
109 Seiten
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