Warum nennt man diese Zeit "Altweibersommer"?

 

Laut dem Duden erschien dieses Wort erstmals im Jahr 1880 im Rechtschreibduden. Früher nannte man das Spinnen "weiben", deshalb geht man davon aus, dass der Begriff Altweibersommer nichts mit alternden Frauen zu tun hat. Vielmehr drückt er aus, dass sich das Ende des Sommers mit dem Ausfliegen der Spinnen ankündigt. In der Meteorologie nennt man dies weit weniger Fantasie anregend "Singularität". Was besagt, dass es sich hier um eine jährlich recht regelmäßig wiederkehrende Schönwetterperiode handelt.

Eine Darmstädterin klagte 1989 gegen die Wetteranstalten. Sie wollte, dass der Begriff Altweibersommer aus den Wetterberichten entfernt wird. Das Darmstädter Landgericht entschied jedoch, dass es sich hier nicht um eine Diskriminierung handelt. Das Urteil wurde am 02.02.1989 unter dem Aktenzeichen 3 O 535/88 verkündet (NJW 1990, S. 1997 f.). An diesem Tag war auch gerade "Altweiberfastnacht".

Woher kommen die ganzen Spinnweben?

Jungspinnen begeben sich im Spätsommer auf die Reise nach neuen Jagdrevieren. Dazu krabbeln sie auf einen hohen Punkt und lassen sich von der Thermik und einem aus ihrem Hinterleib produzierten Spinnfaden durch die Luft davon tragen. Werden die Fäden nicht mehr benötigt, legen sie sich als feine Schleier über Gräser und Boden, wo sich dann der Tau der kalten Nächte daran verfängt. Eine alte Bauernregel sagt:

"Wenn viele Spinnen kriechen, sie schon den Winter riechen".

Das Werk der Nornen

Der Mensch liebt Sagen und geheimnisvolle Geschichten. Es ist also nicht verwunderlich, dass für diese Zeit einige Märchen erfunden wurden. So gibt es die Version der webenden Nornen aus der nordischen Mythologie, die für das Entstehen der feinen Gespinste verantwortlich sein sollen.

 

"Wir weben und weben am Weltenlauf
und können ihn doch nicht wenden.
Das Schicksal breitet die Fäden auf,
die wir vor- und rückwärts senden.
Das Schicksal hält sie fest in der Hand
und was es einmal aufgespannt,
das müssen wir vollenden."


(Nornengesang, A. Kayser-Langerhannß)

 

Mit ihrem Gesang schicken sie die Schicksalsfäden der Menschen in die Welt hinaus, die sich dann in Gräsern und Büschen verfangen.

Die christliche Version

Hauptsächlich im östlichen und süddeutschen Raum nennt man die feinen Gespinste auch Marienhaar oder Mariengarn. Nach den dortigen Legenden zieht die Heilige Maria mit vielen Jungfrauen über das Land und überzieht es mit fein gesponnener Seide. Manche behaupten auch, dass es sich um Fäden aus dem Mantel der Jungfrau Maria handelt, den sie bei ihrer Himmelfahrt trug.

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http://ajerrar.de

Ajerrar, am 30.09.2014
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Bildquelle:
I. Ajerrar (Wildpilze – Waldpilze – Wiesenpilze – geprüfter Genuss ist doppelte...)

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