Metabolische Syndrom

nennt man die gefährliche Kombination aus Diabetes, Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck und Übergewicht. Andere Fachkreise sprechen auch von den 4 Bs (Bauchumfang, ungünstige Blutfette, Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte). Nach Schätzungen im Jahr 2011 waren bereits 30 Prozent aller Deutschen über 40 Jahre davon betroffen. Tendenz weiter steigend.

Lange Zeit merkt der Mensch nicht, dass sein Stoffwechsel entgleist ist. Jahrelangen, übermäßigen Verzehr von Fetten und Zucker verkraften die Fettzellen irgendwann nicht mehr, das heißt sie reagieren nicht mehr auf das Hormon Insulin, das für den Transport der Nährstoffe in die Zellen zuständig ist. Statt dessen schwimmen Fett und Zucker im Blut umher und werden eben dort deponiert, wo sie nicht hingehören. Ein Zuviel an Fettsäuren lagert sich an Muskeln und Organen wie Leber, Niere, Herz oder den Innengefäßen ab. Die Folgen: das Herz pumpt schlechter und auch die Leber, die mit Fett überhäuft wird, bildet Entzündungsstoffe, die die Arterien angreifen.

Jeder dieser Faktoren kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes erhöhen. Treten sie gemeinsam auf, wird es besonders gefährlich. Noch immer ist es üblich, jedes Krankheitsbild separat zu behandeln mittels pharmazeutischer Produkte gegen zu hohen Blutzucker, Blutdruck oder Cholesterinwerte.
Sich alleine an der Senkung einzelner Werte festzuhalten ist auf Dauer wenig sinnvoll. Wichtiger ist es, die Lebensgewohnheiten zu ändern durch regelmäßige körperliche Bewegung, eine Ernährungsumstellung sowie durch das Reduzieren/Meiden von Alkohol und Nikotin.

Alleine schon durch Abbau des Übergewichtes werden sich im Laufe der Zeit zwangsläufig die kritischen Werte verbessern.

 

Bauchfett und erhöhtes Krebsrisiko

Aus den Ergebnissen der "Nigerian Breast Cancer Study", die in der Fachzeitschrift ''Cancer Causes'' veröffentlicht wurde, geht hervor, dass das Krebsrisiko mit erhöhtem Bauchfett steigt.

Die Forscher verglichen die Körpermaße bei mehr als 1.000 Brustkrebspatientinnen und ebenso vielen nicht an Brustkrebs erkrankten Kontrollpersonen. Frauen mit viel Fett am Bauch und einem großen Taillenumfang hatten im Vergleich zu Frauen mit einem geringen Taillenumfang ein mehr als zweifach höheres Brustkrebsrisiko.

Auch EPIC, die mit rund einer halben Million Menschen in 10 europäischen Ländern größte Studie zu Ernährung und Gesundheit, die jemals durchgeführt wurde, kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass gerade Übergewicht und geringe körperliche Aktivität das Brustkrebs-Risiko bei Frauen nach der Menopause erhöhen.

 

Bauchfett und abnehmende geistige Leistungsfähigkeit im späteren Alter

Menschen von 60 bis 70 Jahren, die viel Bauchfett eingelagert habe, sind geistig weniger leistungsfähig als dünne Menschen. Im Fall der über 70-Jährigen nähme dieser Zusammenhang jedoch wieder ab, berichten südkoreanische Forscher im Fachjournal ''Age and Ageing" (Alter und Altern).

 

Wie misst man das Bauchfett?

Inneres Bauchfett lässt sich schwer messen. Die Methoden sind oft teuer und kompliziert, so Dr. M. Marckwordt im 'Brennpunkt der Zeitung 'Das Neue Blatt'. Derzeit sei das nur mittels Computertomographie möglich. Laut einer Information in 'Focus-online' im Jahr 2010 sollen Wissenschaftler aber bereits einen Bluttest entwickelt haben, der mit Hilfe eines bestimmten Eiweißes das Risiko für Krankheiten durch Bauchfett ermitteln kann. In der Praxis verfügbar ist er anscheinend bis heute noch nicht, da im Internet keine neueren Informationen zu finden sind.

Laut der Weltgesundheits-Organisation (WHO) ist die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes bei einem Bauchumfang von 88 cm bei Frauen beziehungsweise 102 cm bei Männern deutlich erhöht. Idealerweise sollte er bei Frauen unter 80 cm und bei Männern unter 94 cm liegen, unabhängig von der Größe.

Eine einfache und kostengünstigere Alternative ist nach wie vor das Messen des Bauchumfangs. Man legt dabei das Maßband im Stehen, bei freiem Oberkörper, an der dicksten Stelle des Bauches an (meist 2 cm unterhalb des Nabels) und zieht das Band in gerader Linie um den Bauch. Wichtig dabei: Man sollte leicht ausgeatmet haben.


In der Arztpraxis wird man das Bauchfett beziehungsweise die Bauchfaltendicke mittels einer Caliper-Zange gemessen. Diese kann man sich aber genauso gut für wenig Geld im Internet bestellen und zu Hause selber messen.

 

Wie schafft man es, das Bauchfett zu reduzieren?

Das A & O, um überflüssige Pfunde, insbesondere das Bauchfett, zum Schmelzen zu bringen, sind eine vollwertige, vitalstoffreiche Ernährung und tägliche Bewegung

Eine grobe Faustregel für die Ernährung lautet:
Es sollte eine abwechslungsreiche, fettarme Mischkost sein, die aus reichlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Kräutern, Kernen, Nüssen und Vollkornprodukten besteht mit einem geringeren Anteil an tierischen Erzeugnissen.

Wenn im Bauch zu wenig Muskulatur ist, fehlt das Gewebe, in dem Kalorien verbrannt werden können. Schon 30 – 45 Minuten tägliche Bewegung (Gehen, Laufen, Treppensteigen, Radfahren, Gymnastik, Tanzen oder andere Sportarten, die Spaß machen) beugen dem Muskelmasse-Abbau vor beziehungsweise bauen sogar neue Muskelmasse auf.

 

Bitte beachten Sie, dass Pagewizz-Artikel niemals fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - ersetzen können.

 

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