Da wird Wolle noch selbst gesponnen. Pullover kommen nicht aus China, die kommen vom Schaf!

Da wir in einer Zeit der Großkonzerne leben, in einer Zeit der industriellen Massenfertigung, sehnen sich viele nach der "Guten alten Zeit" zurück. Ob die wirklich besser war? Die Arbeit war mit Sicherheit schwerer als heute. Die Arbeitszeiten länger und Urlaub gab es kaum, oder wenig. Verdient wurde auch nicht die Welt. Was fasziniert uns dann daran? Ich glaube, es ist die Zufriedenheit, die uns heute fehlt. Damals hat ein Handwerker etwas bewirkt. Hatte er sein Werk beendet, konnte er voll Stolz darauf herniederblicken. Nach Feierabend war er rechtschaffen müde. Und ein Meisterstück hielt meistens mehrere Generationen. Heute machen viele von uns nur noch Teilstücke, ohne zu wissen, wie das Ganze aussieht. Ob am Fließband, im Büro oder in der Fabrik, es sind immer die gleichen Abläufe. Stressig, ohne ein Ende abzusehen, ohne das Resultat in seiner Gesamtheit je zu erblicken. Und etliche fragen sich: "Was mach ich da eigentlich?"

Brot im Holzbackofen nach alter Tradition gebacken, ist eine Delikatesse!

Früher hatte jedes Dorf seinen Backes. Einen gemauerten Backofen. Der wurde eigentlich nie kalt. Da brannte dann ein Feuer aus Buche oder Eiche, die Glut wurde auf Seite geschoben und der geformte Teig knusprig ausgebacken. Das war dann so lecker, dass eine Schnitte mit selbst gemachter Butter mir hundert mal lieber war, als ein Stück Kuchen. Aber auch der Blechkuchen mit Zwetschgen oder Äpfeln konnte sich sehen lassen. Schlagsahne hieß so, weil die noch mit Muskelkraft geschlagen wurde. Die Landbevölkerung brauchte kein Bodybuilding, die hatten auch so kräftige Ärmchen durch die tägliche Maloche.

Brötchen waren noch am nächsten Tag knusprig. Heute sind die nach 15 Minuten wie Kaugummi. Bei unserem Dorfbäcker stand ein sehr schöner Spruch im Laden: "Altes Brot ist nicht hart, kein Brot, das ist hart!" Aber er hatte keinen Nachfolger, und so wurde der Laden geschlossen. Wer will auch schon früh aufstehen, nur damit fremde Menschen vernünftig frühstücken können. Nur meine liebe PC-Generation, keine App der Welt kann Euch vermitteln, wie ordentliches Brot schmeckt!

Tradition sollte bewahrt werden, Wer nicht weiß, wo er herkommt, der weiß auch nicht, wo er hin will.
Handwerk hat goldenen Boden, stirbt aber langsam aus.

Gattersäge, mit Wasserkraft betrieben

Mit von der Partie, NABU oder BUND. Hier stellen sie Greifvögel vor.

Wichtig ist es, den Stadt-Kindern die Natur näher zu bringen. Wir Landeier sehen jeden Tag wilde Tiere. Aber die Städter haben dazu weniger Kontakt. Deshalb finde ich es gut und richtig, wenn die Freunde vom Tier- oder Naturschutz da mitziehen, und geduldig alle Fragen beantworten. Wer mit Tieren Kontakt hat, achtet diese auch mehr.

Gut ist auch eine Initiative "Naturnaher Garten"! Die Mitglieder kümmern sich um seltene Sorten von Blumen, Beeren oder Gemüsen. Dort kann man sich Rat holen, Saatgut erstehen, Pflanzen tauschen oder erwerben. Jede Region hat so ihre Eigenheiten. Da bei uns länger Frostgefahr ist, brauchen wir sogenannte Spätblüher. Da ist viel altes Wissen, das auf keinen Fall verloren gehen darf. Insofern sollte da auch mal der Nachwuchs ran, es könnte sein, dass Ihr dieses Wissen irgendwann mal ganz dringend benötigt.

Naturnaher Garten

Alte Sorten pflegen und bewahren, ist das Ziel dieser Gruppe

Das Heimatmuseum stellt alte Geräte aus

Die Erfindung des Wendepfluges war ein Meilenstein in unsere Evolution.

Für die kleinen Besucher gibt es ein Puppenspiel.

Auch das ist wichtig, denn unsere Kiddies wachsen mit Laptop und Smartphone auf. Die müssen aber auch mal etwas erleben. Und ein Puppenspiel ist ja nun mal ein Gemeinschaftserlebnis. Allein dafür lohnt sich schon ein Besuch solcher Märkte. Möglicherweise findet sich ja doch der ein oder andere junge Mensch, der da gerne mitwachen würde. Oder selber zum Ausgleich mal ein Handwerk ausprobiert. Es macht Spaß, eigene Produkte zu vermarkten, oder Workshops anzubieten. Kontakt mit echten Menschen ist auch nicht zu verachten. Wer auf Märkten mit Kunden spricht, erwirbt auch ein gewisses Selbstvertrauen und sammelt Erfahrungen. Andere bezahlen auf Seminaren dafür sogar Geld. Das Beherrschen von Verkaufsgesprächen kann im Leben von vielseitigem Nutzen sein. Also, Nachwuchs ist nicht nur erwünscht, er ist dringend erforderlich, damit solch tolle Events auch für unsere Urenkel noch existieren!

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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