Beirut - Paris des Nahen Ostens

Der Libanon, das kleine Land im Vorderen Orient, wird in Europa meist in einem Atemzug mit politischen Unruhen, Kriegen und Bürgerkriegen genannt. Eine Jahrzehnte lang andauernde, politische Instabilität hat bis heute Touristenströme aus dem Westen fernbleiben lassen. Die von Europa aus organisierten Reisen sind rar und auch die Zahl der Individualtouristen, die das "Land der Zedern" bereisen, hält sich in überschaubaren Grenzen. Innerhalb der arabischen Welt jedoch ist der Libanon, besonders die Hauptstadt Beirut, eines der Top-Reisedestinationen. Das, während der Sommermonate angenehm kühle Klima in den Bergen, malerische Küstenstreifen und vor allem das freizügige Leben in Beirut, machen das Land, besonders für betuchte Touristen aus konservativen arabischen Ländern reizvoll. Boutique / BeirutEin Nachtleben, das im arabischen Raum Seinesgleichen sucht, Boutiquen mit Waren internationaler Designer und eine exquisite Gastronomie haben Beirut bereits in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts den Beinamen Paris des Nahen Ostens beschert. Und diesen Beinamen wird Beirut bis heute gerecht. In manchen Stadtteilen Beiruts wähnt man sich tatsächlich in Paris, und das nicht nur wegen der horrenden Preise. In der Beiruter Oberschicht wird vorzugsweise Französisch gesprochen und man pflegt einen französischen Lebensstil.  

Uhrturm in Beirut (Bild: G.Bartoska)

La Dolce Vita an der Beiruter Corniche

An der Hauptflaniermeile Beiruts, entlang der Küste wird die Nacht zum Tag. Allabendlich treffen hier schiitische Großfamilien aus den südlichen Stadteilen, christliche Teenager aus dem Bezirk Aschrafiyya, syrische Gastarbeiter und andere Bevölkerungsschichten aufeinander. Jeder läßt den Tag nach seiner Fasson ausklingen. Lediglich die unzähligen Baukräne, die zwischen den Häuserschluchten aufragen, erinnern, daß Beirut erst vor ein paar Jahren Kriegsschauplatz war und von israelischen Bombardements stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Während des Tages laden die Bade-Resorts entlang der Corniche zum Verweilen unter schattenspendenden Sonnenschirmen ein. Die Bade-Resorts kommen ungefähr den europäischen Strandbädern nahe,die Eintrittspreise sind allerdings erheblich teurer. Hierbei gilt, um so höher der Eintritt, desto elitärer das Publikum.Corniche - Beirut Die Wahrscheinlichkeit einen libanesischen Promi zu treffen, steigt proportional zu der Höhe des Eintrittes. Und nicht selten verbringen libanesische Pop-Diven, wie zum Beispiel die Sängerin Dana Halabi, ihre freien Nachmittage in einem der noblen Ressorts. Auffallend an diesen Relax- und Vergnügungsstätten ist die hohe Konzentration an überdurchschnittlich gut aussehenden Frauen. Böse Zungen behaupten, daß die reichsten Beirutis dem Berufsstand der Schönheits-Chirurgen angehören.

Jounieh - Libanons Sündenpfuhl

Ein absolutes Muß für Party affine Besucher ist die, von Beirut ungefähr 25 Kilometer entfernte Küstenstadt Jounieh. Durch das, in den meisten Teilen Libanons durch Baustellen verursachte Stauaufkommen, muß man mitunter mit einer Anfahrtszeit von über einer Stunde rechnen. Der malerische Ort lockt mit zahlreichen Hotels, meist gehobener Kategorie und wird auf Grund seines, im wahrsten Sinne des Wortes, ausufernden Nachtlebens oft als Libanons Sündenpfuhl bezeichnet. Neben zahlreichen Bars, Nachtlokalen und Clubs, nennt der Ort auch ein Casino sein Eigen. Daß, in manchen Discos zu russischem Pop abgetanzt wird, ist der im Steigen begriffenen Touristenzahl aus Rußland zu danken. Die für die libanesisch-maronitischen Christen wichtige Pilgerstätte "Harrissa" kann von Jounieh aus mit einer Gondelbahn angefahren werden. Höhenangst geplagte Touristen können auch die Anfahrt mittels Taxi als Alternative in Anspruch nehmen. Der sagenhafte Ausblick von der Pilgerstätte auf die Bucht von Jounieh zählt zu den Highlights einer Libanon Reise.

Jounieh-GondelbahnBucht von Jounieh

                                                                                

                                                                      

 

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