Kalender, Instrumente und Bauten

Die antiken Astronomen arbeiteten mit Kalendern, Planetarien und anderen Instrumentarien. Das Parapegma, ein antiker Steckkalender, war mit Wettervorhersagen verbunden und hatte zur die babylonische Astronomie Grundlage. Parapegmen gab es in Stein oder Buchrollenform, in die Löcher für jeden Tag des Jahres gebohrt wurden. Die aus Stein bestehenden Kalender hatten Vermerke der heliakischen und akronychischen Auf- und Untergänge der wichtigsten Sternbilder sowie einzelner Sterne vermerkt.

Eine Sternwarte ist bei Hipparch überliefert. Sie bestand aus verschiedenen Präzisionsinstrumenten und Geräten zur Winkelmessung. Der Winkel konnte daran bis auf wenige Bogenminuten abgelesen werden. Des weiteren finden sich eine Sonnenuhr, ein Himmelsglobus welcher zur Berechnung der Auf- und Untergangzeiten der Sterne diente, eine Wasseruhr und weiteren Instrumentarien in der Sternwarte.

 

Auch Archimedes konstruierte ein Planetarium. Dieses bestand aus einer kompakten Vollkugel, die als Modell des Himmels mit Markierungen für die Positionen der Planeten und allegorischen Darstellungen der Stirnbilder versehen war.

 

Heron (1. Jh), der all die vorhandenen Messgeräte für astronomische Beobachtungen als mangelhaft empfand, erschuf das Dioptra, ein Präzisionsinstrument zur Winkelmessung. Da aber nach seiner Meinung die Astronomie weit weniger wichtig war als die Landvermessung konnte das Gerät verschiedenfach eingesetzt werden: Vermessung von Wasserleitungen; zum Bau von Häfen, Mauern und Gebäuden, und so fort.

Das „Astrolabium“

Die Bezeichnung "Astrolabium" erklärt zwei Gerätschaften: Zum einen die Armillarsphäre, die teils aus feststehenden, teils aus drehbaren Ringen zur Bestimmung der ekliptikalen Koordinaten von Gestirnen diente. Zum anderen beschreibt das Planisphaerium eine zweidimensionale Darstellung der Himmelskugel.

 

Die Armillarsphäre diente zur Beobachtung der der Sterne und wurde im "Almagest" ausführlich behandelt. Ptolemaios gebrauchte dieses Instrument zunächst zur Bestimmung der Längenunterschiedes des Mondes von der Sonne. Die Armillarsphäre muss bis weit nach Hipparch zurück reichen, denn dieser habe nach Ptolemäus schon Veränderungen vorgenommen. Das Planisphaerium war ein Hilfsmittel der Astrologen und wurde nicht zur direkten Beobachtung des Himmels verwendet, sondern diente dazu, die Stunde zu suchen und ermöglichte es, eine Reihe astronomische Bestimmungen ohne Rechnung durch seinen Mechanismus zu machen. Wie die ursprüngliche Form aussah und wann es seinen Namen bekam ist nicht bekannt.

Vergleiche des Berufshandwerks mit anderen geographischen Breitengraden

Rom


Die Römer leisteten auf dem Gebiet der Astronomie nur wenig, da ihnen das theoretische Interesse dazu fehlte. Sie versuchten die wissenschaftlichen Ergebnisse praktisch zu nutzen. So sagte Cicero, dass bei den Griechen die Geometrie im höchsten Ansehen stand, aber die Römer schätzen nur deren Rechen- und Messkunst.Die Griechen vollbrachten mit der Mathematik Glanzleistungen aber unter den Römern wurde diese Kunst lediglich zur Vermessung des Landes erworben.

Ägypten

Die Ägypter verehrten Sirius als "Bringer des neuen Jahres und der Überschwemmung": Diese Worte stehen auf einer Elfenbeintafel aus einem Grabmal der ersten Dynastie. Die Überschwemmung war das wichtigste Ereignis, da das Land neu befruchtet wurde. Die Nilüberschwemmung wurde durch ein Zeichen am Himmel angekündigt, indem Sirius zur Morgenstunde aufging. Ägyptische Astronomen waren in den genausten Berechnungen der Auf- und Untergänge bewandert.

Mesopotamien

Im 19. Jahrhundert wurden im ehemaligen Mesopotamien Keilschriften von astronomischen Inhalt gefunden. Bis Dato hatte man nichts über die babylonische Astronomie gewusst. Sekundärquellen hatten zwar deren Existenz bezeugt aber es waren wenig Informationen zu diesen enthalten. Bis jetzt wurden über 2000 Keilschrifttexte gefunden.

 

Drei Gruppen lassen sich unterscheiden: Zum einen astronomische Texte, die sich mit astronomischen "Omnia" (Zeichen) beschäftigen; mathematische Astronomie: Ephemeriden-Tafeln, mit berechneten Zeiten und Positionen vom Mond und den damals fünf bekannten Planeten sowie nicht mathematische Texte, sondern nur Beobachtungen. Ephemeriden-Tafeln bestehen aus Zahlenkolonnen, die manchmal mit technisch-astronomischen Bezeichnungen oder Logogrammen der babylonischen Monate und Tierkreiszeichen bereichert waren.

 

Die Lehrtexte waren kurz zusammen gefasst und mit Anmerkungen versehen, sodass man die mathematischen Texte auch verstehen und Anhand der Kommentare erlernen konnte. Diese Listen standen auch Ptolemaios zur Verfügung. Das Enuma-Anu-Enlil war eine Sammlung von über 7000 astronomischen Zeichen auf 70 Tafeln. Ihre Wurzeln finden diese ca. 2000 vChr., die endgültige Form um ca. 1000 vChr. Über Jahrhunderte hinweg wurden diese kopiert und immer wieder konsultiert um heraus zu finden, welche Ereignisse durch beobachtbare astronomische Phänomene angekündigt wurden.

 

Das MUL.APIN ist jünger als die EAE und enthält einen Sternen-Katalog, der Angaben über heliakische Aufgänge der Fixsterne, die Windrichtung, einige Omnia und Angaben über die Sichtbarkeit der Planeten in eine Tabelle fügten.Es wird darauf hingewiesen, dass Astronomen das gleiche wie Astrologen waren. Die Schreiber und Deuter des EAE waren professionelle Beobachter, die "Tupsar enuma anu enlil" (Beobachter und Interpreten der Himmelsphänomene) genannt wurden. Diejenigen die die mathematische Astronomie entwickelten und berechneten, waren auch diejenigen die den König berieten.

Autor seit 6 Jahren
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