Biber Herrmann aus Wiesbaden ist das nicht der Typ, der so hervorragend mehrstimmig auf seiner akustischen Gitarre spielen kann? Der diese eindrucksvolle Slide spielt und dabei noch klasse Texte bietet? Ja, genau der ist hier gemeint! Der macht doch auch mit dem Grandsenior der deutschen Konzert-Veranstalter, Fritz Rau, gemeinsame Sache, oder? Ja, auch das stimmt. Nachdem ihn der Fritz eines Tages angerufen hat und um seine Mitarbeit bat, machen auch diese beiden ein tolles Programm. Aber das soll hier und jetzt nicht der Schwerpunkt sein.

Hier geht es um die aktuelle Produktion von Biber Herrman: Love & Good Reasons. Aber lassen wir den Mann und seine Fingerfertigkeit doch erst einmal selbst zeigen worüber wir sprechen wollen:

So, das ist doch mal 'ne Hausnummer. Auch wenn dieser Song gar nicht auf Love & Good Reasons zu finden ist. Aber dieses Können, diese Virtuosität, dies ist in all den 11 Titeln immer präsent. In einer guten dreiviertel Stunde wird der Hörer verzaubert mit Blues aus deutschen Landen, mal vom Meister ganz alleine, mal mit Unterstützung der Band vorgetragen. In diese hat Biber Herrmann, der selber für den Gesang, die Gitarren, Resonator Gitarre, Dobro Square Neck und Mundharmonikas zuständig ist, die Herren Jens-Peter Abele für Bass, Perkussion, "Guitarsphere" und Lap Steel; Marquis De Shoelch an der Hammond Orgel und Piano; Steppel Salewski zum Bedienen der Drums sowie die Damen Anja Silke Binder Gesang und Gabriela Martina Fjodorowa am Cello eingeladen.

So gibt es zwei unterschiedliche Aspekte aus denen der Blues gespielt wird: Biber's Solo-Stücke und die mit Band. In der Gruppe der "Solo", die nur zarte weitere Begleitungen haben, finden sich; Angels In The Rain, Big Nothing, Soviet Baby Blues, Song For Rose und Big Nothing Revisited. Die anderen Songs sind mit Band: Lines For A Wedding Song, Have A Little Faith, One Good Reason, World On Death Row, Love Is A Caravan und Leaving Town Blues.

Und Tiefe und Wärme sind eine weitere ausgezeichnete Eigenschaft der Songs von Biber Herrmann. Im Angels In The Rain zeigt er wie harmonsich feinfühlige Worte und ausdrucksvolles Gitarre-Spiel zu einer sympathischen Emotion verschmelzen können. Ein weiteres schönes Beispiel welch wunderbare Kräfte durch Musik erweckt werden können.

Big Nothing ist da ganz anders. Das Tempo geht sofort ab durch die Mitte. Die Finger wirbeln über die Saiten, doch der Gesang hält fest die Zügel und bewahrt die Ruhe, die dadurch eine große Sicherheit verströmt.

Beim Soviet Baby Blues zeigt Biber sein unnachahmliches Slide-Gitarre-Spiel. Hier wird der Finger kraftvoll über die Saiten geschoben. Auch im Video greift er, wie auf dem Album, zur Resonator-Gitarre,. Dadurch wird der Sound noch authentischer, noch "schmutziger" und sein Leiden über diese unglückliche Liebe noch liebevoller. "Somebody send me a doctor Somebody send me a nurse The way that you done me Struck me like  a mean old curse" - au ja!

Das Biber aus einer musikalischen Familie kommt glaubt man sofort. Seine Intensität, seine stilistische Sicherheit und seine Nähe zum Blues aber nur bedingt. Die hat er in frühen Jahren beim durch die Lande reisen und bei der Weinlese an den Hängen des Rheins im Schweiße seines Angesichts unter der sengenden Sonne hinter Frankfurt gelernt.

Die Bedingungen für solch ein gelungenes Album waren also gegeben. Die Spielfreude der Freunde in den Stücken bei denen sie mit am Start sind ebenso. Wenn dies alles zusammenkommt, kann man leicht ein abwechslungsreiches Werk schaffen, das beim Hören sofort einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Dass dazu auch Cover und Booklet mit der notwendigen Sorgfalt und Brillianz hergestellt wurden verleiht dem Ganzen einen besonderen Bonus. Es gibt also mehr als elf güte Gründe Biber Herrmann aufrichtig zu lieben.

Autor seit 5 Jahren
6 Seiten
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