Was unterscheidet ökologische von konventionellen Waschmitteln?

Viele Hersteller von Öko-Waschmittel setzen bei den waschaktiven Substanzen auf Seife. Einige der Rohstoffe, stammen dabeibei, je nach der Philosophie der Firma, aus ökologischem Anbau. Eine gesetzliche Vorschrift dazu gibt es nicht.Tenside als Grundsubstanz sind ergiebiger als Seife und kommen mit hartem Waser besser zurecht. In ökologischen Waschmittels werden sie aus Zucker oder Kokosfett gewonnen und kommen meist aus einer konventionellen Landwirtschaft.

Vorteile von Bio-Waschmitteln

  • Natürlichen Rohstoffe
  • Sind frei von Enzymen
  • Sind biologisch abbaubar
  • Haben keine synthetischen Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe Keine optischen Aufheller
  • Ökowaschmittel gibt es inzwischen als Pulver oder flüssig

Warum nutzen nur wenige Verbraucher Bio-Waschmittel?

Für einige Verbraucher liegt die Antwort klar auf der Hand. Denn seit dem Jahr 1986 haben sich die phosphatfreien Waschmittel auf dem Markt durchgesetzt. Diesen wird das unverhältnismäßig starke Wachstum von Algen in den Gewässern zugeschrieben.

Heute, im Jahr 2017, werden in den Haushalten nur noch phosphatfreie Waschmittel genutzt, denn die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmittel werden in der Verordnung EG Nr. 648, aus dem Jahr 2004 und dem nationalen Gesetzt, der WRMG, geregelt. Diese verbietet den Einsatz von Phosphat. Es scheint, als würden die Verbraucher damit genügend für die Umwelt tun.

Zu bedenken ist, dass die Entscheidung für oder gegen Biologische Waschmittel nachhaltig getroffen werden muss, denn die Umweltverträglichkeit eines Waschmittels schlägt sich in seiner gesamten Ökobilanz, wo es herkommt, wie es gewonnen und gehandelt wird, nieder.

Nach der Aussage von Bernd Glassl, Leiter des Bereichs Haushaltspflege beim Industrieverband Körperpflege und Waschmittel, hat eine sparsame Dosierung eine größere Auswirkung als die Produktionsschritte und die Rohstoffe der Waschmittel.

Die Vorteile des Waschens mit der Schale der Waschnuss liegen klar auf der Hand

Reife WaschnussschalenAls Waschnüsse werden die Früchte und besonders die Fruchtschalen des indischen Seifennussbaumes "Sapindus saponaria var. Saponaria", bezeichnet. Sie werden in Indien traditionell zum Waschen von Kleidern und Haaren verwendet. Die Früchte gelten in der chinesischen und ayurvedischen Medizin zusätzlich als Heilmittel.

Waschnüsse enthalten viele seifenähnliche Stoffe, die Saponine, die eine große Reinigungskraft haben. Darum werden sie in Indien und Nepal gerne als Waschmittel genutzt. In Teilen von Nicaragua ist es der Jaboncillobaum der ebenfalls Waschnüsse liefert. In Asien kommt, wie der Homepage des Smithonian Institue zu entnehmen ist, die Waschnüsse der Art "Sapindus mukorosi", vor.

Waschnüsse sind auch in Deutschland als Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln bekannt. Sie werden hier ncht angebaut. Mit ihnen können Verbraucher naturnah waschen. Gleichzeitig haben Neurodermitiker und Allergiker den Vorteil, dass ihre Haut nicht durch Zusatzstoffe im Waschmittel gereizt wird.

Als in Deutschland die ersten Waschnussprodukte auf dem Markt kamen, standen Waschnüsse in ihrer kompakten Form zur Verfügung. Inzwischen ist das Waschmittel, seit zehn Jahren, auch in flüssiger Form erhältlich. Zusätzlich hat sich die Angebotspalette der Waschnuss um einige Produkte, erweitert.

Welche Vorteile bietet die Waschnuss zusätzlich zu herkömmlichen Waschmitteln:

  • Die Schalen der Waschnuss kommen aus einer zertifizierten Wildsammlung
  • Die Reinigungskraft mit den Schalen der Waschnuss ist intensiver als mit dem Waschnuss-Flüssigwaschmittel
  • Die Wäsche und die Waschmaschine werden beim waschen pilz- und keimfrei
  • Die Wäsche duftet nach dem waschen dezent frisch und nicht unangenehm
  • Mit dem Sud der Waschnüsse können auch Haare gewaschen werden, das Fell von Haustieren gepflegt, Pflanzen vor Schädlingen geschützt und das gesamte Haus geputzt werden
  • Der Rohstoff hat nur ein minimales Allergiepotential
  • Durch den Einsatz der Waschnuss wird die Verwendung von anderen Seifen und palmkernölbasierten Tensiden reduziert Somit wird, in der Folge, der Regenwald geschützt
  • Preislich können Waschnüsse mit den gängigen Markenprodukten mithalten. Sie sind im Gebrauch sparsam, denn sie können nach dem Waschen getrocknet und, je nach Waschtemperatur, mehrmals verwendet werden.. Wenn beim Kilo Waschnüsse von einem Preis von 19,95 Euro ausgegangen wird, dieses für etwa für 170 Waschgänge reicht, dann macht das für eine Waschladung 0,12 Euro.
Waschnussbaum

Waschnussbaum (Bild: AlmaWin)

Begutachtung der Waschnuss Ernte

Begutachtung der Waschnuss Ernte (Bild: AlmaWin)

Der Unterschied von Waschnuss und Waschnuss flüssig

Im Jahr 2006 wurde im Hause KLAR das erste Waschnussprodukt, "Waschnuss Flüssig", entwickelt. Viele Verbraucher hatten in den Jahren davor die Vorteile die die Waschnuss bietet erkannt, bemängelten aber, dass diese in der Anwendung zu kompliziert seien. (Vor dem Gebrauch mussten sie erst aus der Nuss einen Sud herstellen) Die Firma KLAR ging auf die Wünsche der Verbraucher ein und entwickelte das Produkt "Waschnuss flüssig". Dieses verbindet die positiven Eigenschaften der Waschnuss mit einer einfachen Anwendung. Die Rezeptur wurde von KLAR nach dem deutschen Gebrauchsmusterrecht geschützt. "Waschnuss flüssig" lässt sich in allen Temperaturbereichen, von 30 bis 95 Grad, einsetzen und ist in der Anwendung unproblematisch. Es kann zusätzlich in ein bestehendes Baukastensystem,von zusätzlichen Wasserenthärtern, Fleckentfernern, Weichspülern, Duft- und Bügelhilfen eingefügt werden. Nach Informationen der Firma Klar gibt es momentan keinen natürlichen Waschmittelrohstoff, der so viele Vorteile wie das in den Schalen der Waschnuss enthaltene Saponin hat. 

Die Firma Klar legt Wert darauf, dass sie ein zertifizierter Hersteller ökologischer Reinigungsmittel ist und sie sich in dem Punkt von anderen "Greenwashing" Herstellern unterscheiden. Daher reden sie gerne von "echten ökologischen Produkten".

2017 nahmen der Geschäftsführer Rudolf Bund und der Vertriebsleiter Ignaz Muttenhammer, der Firma AlmaWin, auf der Messe BIOFACH, in Nürnberg, zum 3. Mal in Folge für Deutschland, die Auszeichnung der internationalen, unabhängigen Organisation GREEN BRANDS entgegen. Sie wurden für die ökologische Nachhaltigkeit ihrer Produkte ausgezeichnet.

Die Auszeichnung der internationalen Organisation GREEN BRANDS

Die Ausgezeichneten des Unternehmens AlmaWin (Bild: AlmaWin)

Im Bild von links: Norbert R. Lux – Geschäftsführer Green Brands, Rudolf Bund – Geschäftsführer AlmaWin, Sylvie Morcillo – Ecogarantie,Carolin Agner – Umweltmanagement AlmaWin, Ignaz Muttenhammer – Vertriebsleiter AlmaWin, Katrin Welz – Pressesprecherin AlmaWin.

Kritik an der Waschnuss

Wie das Internet zeigt, sind viele Verbraucher nicht in jedem Fall mit der Reinigungskraft und dem Duft der Waschnüsse zufrieden. Auch bei einem Test der Zeitschrift Ökotest kam die Waschnuss, im Vergleich zu anderen Bio-Waschmitteln, mit ihren Waschergebnissen nicht gut weg.

Zusätzlich muss erwähnt werden, dass in Gegenden mit stark kalkhaltigem Wasser, beim Waschen mit der Waschnuss, dem Wasser ein Wasserenthärter zugefügt werden muss, damit die Waschkraft der Nuss sich entfalten kann. Somit stimmt die Errechnung des Preises für eine Waschfüllung, nicht ganz.

Kritiker bemängeln ebenfalls den weiten Weg der Waschnuss, vom Anbaugebiet in Indien bis zum Verbraucher vor Ort. Daran ändere auch ein fairer Handel wenig. Sie führen auf, dass im Exportland, nach dem vermehrten Export-Handel mit Waschnüssen, diese für die traditionellen Anwender viel teurer wurden. Der nicht gewollte Effekt: Diese griffen zu den Billigwaschmitteln die nun für sie erschwinglich waren, der Umwelt aber schadeten.

Im Internet bemängeln einige Verbraucher ein unangenehmer Geruch bei frisch mit der Waschnuss gewaschener Wäsche. Wie zahlreiche Tests zeigen, ist der Gebrauch von Waschnuss ohne Duft. Haushaltsexperten erklären, dass ein muffiger, säuerlicher Geruch in frisch gewaschener Wäsche dadurch entstehen kann, wenn diese oft nur bei 30 oder bis zu 60 Grad gewaschen wird. Wenn die Maschine dann nicht, je nach Bedarf, gründlich durch einen Kochgang mit einem Maschinenpfleger gereinigt wird, siedeln sich gerne Keime an, die einen unangenehmen Geruch verbreiten können. Waschmittel der Waschnuss vernichten diese bei jedem Waschgang und beugen so einer Schimmelbildung in der Maschine vor.

Wachnussextrakt selber herstellen
MonikaHermeling, am 03.06.2017
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