Mitose – Zellteilung

Man kennt diesen Begriff aus dem Biologie Unterricht. Eine Eizelle wird befruchtet und verdoppelt sich. Daraus entstehen vier Zellen, dann acht und so weiter. Die ersten acht Zellen bilden Keimblätter, aus denen sich dann zum Beispiel das Menschlein bildet.

Die Blume des Lebens ist ein altes Symbol mit einer ähnlichen Darstellung. Meistens wird aus einem Kreis durch Doppelung ein zweiter Kreis gebildet. Diese beiden Figuren überschneiden sich. Es entsteht eine Art Blatt in der jeweiligen Schnittfläche. Daraus leitet sich nach allgemeiner Ansicht der Begriff der Blume her. So weit, so gut.
In der einschlägigen Literatur wird an dieser Stelle der Begriff der Heiligen Geometrie ins Spiel gebracht. Warum geht es dabei?

Die Heilige Geometrie

Geometrie ist die Wissenschaft von mathematischen Körpern, also Punkten, Geraden und Ebenen. Mathematische Formeln beschreiben die verschiedenen Körper. Man denkt zuerst an diese fünf dreidimensionalen, gleichmäßigen Grundformen, für die sich der Ausdruck der "platonischen Körper" eingebürgert hat. Platon war ein griechischer Philosoph, der um 400 v.Chr. lebte. Er hatte diese Formen für das Abendland zuerst entwickelt.

Allerdings muss der Autor dann gleich wieder zurückrudern. Der Kreis ist kein solcher platonischer Körper. In den esoterischen Magazinen werden die Muster der Blume des Lebens gern in verschiedene andere, dreidimensionale Körper eingebettet. Dies macht das Verständnis für den Nicht-Eingeweihten nicht unbedingt leichter.

Die Platonischen Körper (Bild: OpenClips/ pixabay.com)

Einbettung überlappender Kreise in ein Dreieck (Bild: Alexas_Fotos / pixabay.com)

Zurück zum Kreis.
Mit diversen klugen Handreichungen kann ein gut ausgebildeter Mathematiker nun aus den oben geschilderten zwei überlappenden Kreisen mithilfe eines Zirkels eine ganze Reihe weiterer gleicher Figuren entstehen lassen. Mit zunehmender Ausbreitung der Kreisfiguren ergibt sich schließlich eine Figur dieser Form.
Dies nennt man in esoterischen Kreisen die Blume des Lebens.
In Kirchenfenster sieht man mitunter eine künstlerische Adaption dieses Themas.

ein schönes Kirchenfenster

ein schönes Kirchenfenster (Bild: falco/ pixabay.com)

 

Ein ähnliches Muster zeigt sich im Elektronenmikroskop oder auf dem Röntgenschirm der Biologen als ein Cluster von Urzellen.
Diese Muster erinnern an die Kopie einer Kopie einer Kopie ...

Gibt es Zusammenhänge zwischen der Mitose und der geometrischen Darstellung der Blume des Lebens? Möglicherweise und grundsätzlich - ja. Die äußeren Formen ähneln sich. Ein Video von YouTube am Ende des Artikels zeigt die zeichnerische Entstehung dieses Blumenmusters.

Der humanistisch gebildete Bürger kratzt sich am Kopf. Ist diese Ähnlichkeit der Muster nun Esoterik oder nur eine zufällige Übereinstimmung mit biologischen Vorgängen?

Ansichten und Einsichten

Autoren einschlägiger Bücher und Artikel wollen die Form der Blume des Lebens mit verschiedenen Bewusstseinszuständen des Betrachters in Verbindung bringen. Dies erscheint möglich. Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass äußere Eindrücke die neuronalen Verbindungen des Gehirns beeinflussen. Daraus entsteht ggf. ein verändertes Denken und Handeln des Betrachters.
So könnten die Blume des Lebens ebenso wie hinduistische Mandalas/ Yantras durchaus entspannende oder anregende Wirkungen auf den Betrachter haben.

ein Yantra (Bild: Nemo/ pixabay.com)

ein Mandala (Bild: Dreamscape/ pixabay.com)

 

Neurobiologische Grundlagen ästhetischer Empfindungen werden wissenschaftlich in einem Programm mit dem Namen Neuroästhetik erforscht.

Dieser Begriff wurde u.a. von dem bekannten Neurowissenschaftler Eric Kandel geprägt.

Der Benzolring und das geistige Auge

Das Bild der Blume des Lebens ist Jahrtausende alt und zieht sich durch viele Kulturen hindurch. Vor Jahrtausenden gab es keine Elektronenmikroskope, mit denen man eine Mitose beobachten konnte. Hatten die Alten der Vorzeit die Zellteilung vor ihrem geistigen Auge gesehen und dann in dieser künstlerischen Form als Blume des Lebens nachgezeichnet? Man ist sich unschlüssig.

August Kekulé soll um 1850 im Traum die Grundform des Benzolrings gesehen haben.
In seiner Ausgangsform, so erzählt die Legende, sah der Forscher eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Anschließend hat er die Grundlagen für eine Strukturtheorie der organischen Chemie aufgestellt, aus denen dann u.a. die Benzolformel hervorgegangen ist.
Folglich könnten Urahnen von Herrn Kekulé, rein hypothetisch, auch eine Mitose in Blumenform vor ihrem geistigen Auge gesehen haben. Dies liest sich wie ein Fall von Meinungsbildung versus Legendenbildung.

Benzolring (Bild: OpenClips/ pixabay.com)

Vom Kiosk zum Staunen daheim

Wie kommt man zu solchen "lateralen" Überlegungen zwischen der Zellteilung und Blumenmustern?

In der Presse war kürzlich zu lesen, dass chinesische Forscher einen Tabubruch in der genetischen Forschung begangen haben sollen. Körperzellen können sich nur bis zu einer gewissen Teilungsanzahl als sogenannte Stammzellen in andere Zelltypen ausdifferenzieren. In China wurde möglicherweise direkt in das Erbgut eingegriffen und dieses verändert. Dieser Artikel hat den Autor des vorliegenden Textes anscheinend sehr beeinflusst und seine Aufmerksamkeit auf das dargestellte Thema gerichtet.

Was bleibt zum Thema der Blume des Lebens?

Staunen. Spannung. Als Ergebnis bleibt die spannende Einsicht, dass ein Vorbeischnüffeln am Zeitungskiosk immer wieder den Geist anregen kann. Und es bleibt ein Eindruck von Schönheit.
Die Blume des Lebens gibt ein schönes Muster ab.

Blume des Lebens zeichnen (ca. 3 Minuten) https://www.youtube.com/watch?v=8oPcnklrZ9E 

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Autor seit 2 Jahren
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