Autor Martin Balluch signiert ...

Autor Martin Balluch signiert seinen Roman "Im Untergrund" auf der "Buch Wien" (Bild: Katti Mieth)

 

Mit Jagdgeschrei vor sich her getrieben, mit Egozentrik und Geltungsdrang in der Wissenschaft verstümmelt, in der Bekleidungs- und Lebensmittelindustrie tot geschlagen und mit einem Lächeln weggestoßen.

 

Paul ist 25 Jahre alt, als er als graduierter Universitätsabsolvent nach England kommt, um am Institut für angewandte Mathematik und theoretische Physik Cambrigde mit dem berühmten Mathematiker und Physiker Stephen Hawking zu arbeiten.

Beide Wissenschaflter brennen für dieselben Lehren und so wähnt sich Paul am rechten Ort für seine angehende Karriere.

 

 

Alltag in der Tierfabrik

 

Im Institut erzählt ihm ein Kollege vom bevorstehenden Besuch in einer Tierfabrik:

"Neun von zehn Fälle von Verschmutzung des Grundwassers sind auf Tierfabriken zurückzuführen”, klärte mich Chris auf.

"In Fabriken, wie dieser hier leben so viele Tiere wie in einer Kleinstadt Menschen, alle auf engem Raum.”

 

Was Paul dort sah, hatte mit seiner Vorstellung eines Bauernhofs jedoch nichts zu tun - in hintereinander aufgereihten Metallkäfigen befanden sich tausende von Schweinen.

Diese Massentierhaltung hatte über 1000 Tiere, jedes einzelne völlig verzweifelt.

Es stank bestialisch, die Fäkalien standen meterhoch und ihm kratze der Hals vom beissenden Amoniak.

 

Autor und Tierrechtler Martin ...

Autor und Tierrechtler Martin Balluch stellt seinen neuen Roman auf der "Buch Wien" vor (Bild: Katti Mieth)

"Im Untergrund" - Neuer Roman des ...

"Im Untergrund" - Neuer Roman des Österreichischen Tierrechtlers Martin Balluch (Bild: Katti Mieth)

 

 

Plötzlich stand ein Arbeiter im blauen Overall hinter mir.

"Durch diese Gitter herrscht Ordnung und Sauberkeit im Stall. Was glauben Sie!

Abgesehen davon sind das ja total aggressive Tiere. Wenn man die freiläßt, bringen sie sich gegenseitig um.”

 

In einem der Gänge zwischen den Käfigreihen lag ein Mutterschwein auf dem Boden. Es zappelte hilflos. "Was ist mit dem?”, fragte ich.

"Gebrochenes Rückgrat”, sagte der Mann. "Das passiert immer wieder. Die drücken so lange gegen die Gitter, bis sie sich was brechen, die dummen Sauen. Deshalb gibt's Beruhigungmittel im Futter. Aber das reicht halt auch nicht immer.

"Bleibt das hier liegen?”, fragte ich unglaubwürdig. Am Abend kommt die Tierkörperverwertung und nimmt's mit. Wir müssen's dann noch vor die Tür ziehen.

Scheißarbeit, das sag ich Ihnen. Die sind sauschwer.”

Dabei lachte er.

 

Das Schwein sah mich an, mir direkt in die Augen. "Warum tust du mir das an?”, schien es mich zu fragen. Ich konnte nicht antworten. Auf der Haut des Tieres waren einige blutige Kratzer. Der Bauch wölbte sich riesengroß auf. Das Muttertier war hochschwanger. Entsetzlich.

 

Was wird mit ihren Babies geschehen, fragte ich mich.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass darauf irgend jemand Rücksicht nimmt. Die werden einfach im Bauch ihrer Mutter zu Tiermehl zermahlen. Eine schreckliche Vorstellung.

 

Das Schwein legt seinen Kopf auf meinen Schoß. Ich kraule es. Die Ohren sind so steif und aufmerksam, die Haare borstig wie von einem Elefanten.

Komisch, denke ich mir, dass ich so viele Schweine gegessen habe, aber nie eins berührt.

Wie distanziert man im normalen Leben davon ist. Wer hat schon je ein Schwein gestreichelt?

Und einen solchen schrecklichen Ort gesehen, wie diesen hier?

 

Plötzlich höre sich Stimmen. Meine Kollegen kommen, rufen nach mir.

Ich küsse das Schwein auf die Stirn und verabschiede mich. Ich versuche meine Tränen zu trocknen.

Dann stehe ich auf, ein letzter Blick auf dieses Häufchen Elend vor mir, dann muss ich hinaus ins Freie.

1000 schwangere Mutterschweine lasse ich in ihren Käfigen zurück.

Und eines, ein besonderes, überantworte ich den Schlächtern der Tierkörperverwertung.

 

Gibt Paul dem leidenden Wesen ein Versprechen? Ein stilles Versprechen, das die Wende seiner Lebensplanung einläuten wird?

 

Besucher der "Buch Wien"

Besucher der "Buch Wien" (Bild: Katti Mieth)

 

 

Erlebtes wird zum Zündfunken – der Wissenschaftler vom "Institut of Applied Mathematics” schließt sich der Nutztierschutzarbeit an und engagiert sich in der Tierrechtsbewegung.

Anderntags im Institut - die Augen des leidenden Lebewesens haben sich ihm eingebrannt - entscheidet er sich für ein Menue ohne Fleisch.

 

 

 

 

 

 

Alltag im Tierversuchslabor

 

 

 

Das ehemalige Model Melody und ihre Freunde hatten schon über zwei Jahre daran gearbeitet, den deutschen Tierexperimentator und sogenannten "Katzenforscher” Wilhelm Feldberg vors Mikrofon zu bekommen. Endlich war es soweit.

Als studierter Kopf eignete sich Paul ganz besonders, dem Mann Fragen zu seiner Forschung zu stellen und ihn zu bitten, vor laufender Kamera eines seiner sogenannten erfolgreichen Experimente vorzuführen.

 

Neuer Roman Im Untergrund des ...

Neuer Roman Im Untergrund des Österreichischen Tierrechtlers Martin Balluch (Bild: Katti Mieth)

 

 

Bald fließen für den jungen Universitätsabsolventen seine wissenschaftliche Arbeit im Institut den Tag über und die Tierschutzarbeit in der Freizeit in gleichmäßigen Bahnen.

 

Auf das anstehende Interview mit Feldberg bereitet er sich in der Universitätsbibliothek akribisch vor und recherchiert zu dessen sämtlichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen:

Der Deutsche, Jahrgang 1900, emigriert im Jahr 1933 als Jude nach England - arbeitet schon seit zwei Jahren am National Institut for Medical Reseach "Mill Hill” London. Hatte Feldberg in den 1950er und 60er Jahren Studien zur Hirnforschung an Katzen veröffentlicht, in denen er detailhaft beschrieb, wie er diesen Lebewesen LSD, Strychnin oder Frostschutzmittel verabreicht hatte.

Paul grauste davor, so etwas vielleicht vorgeführt zu bekommen.

 

"Heute arbeite ich nur mit Kaninchen, nicht mehr mit Katzen”, sagte Feldberg, "die sind zu teuer, kosten 130 Pfund pro Stück.”

Feldberg spritzt jetzt ein Betäubungsmittel in den Bauch des Kaninchens. Es schreit wie ein Menschenkind und versucht sich zu wehren. Feldberg ergreift ein Skalpell und schneidet in das Bein des Tieres und versucht eine Kanüle in eine Vene im Bein einzuführen, was ihm mislingt, weil er so zittert. Auf den Hinweis seines Assistenten, dass mehr Betäubungsmittel benötigt werde, "Ja, ja”, meint dieser, zeigt aber keine Eile um später eine weitere unkontrollierte Menge in den Bauch des Tieres zu spritzen.

Dann schneidet Feldberg den Hals seines "Versuchsobjektes” auf und streckt einen Schlauch in die Luftröhre. In diesem Moment schreit das Tier schrill auf.

Ich möchte die beiden Männer in Weiß wegstoßen, das Tier nehmen und bei der Tür hinauslaufen, halte mich aber zurück.

 

"Im Untergund" - Neuer Roman des ...

"Im Untergund" - Neuer Roman des Österreichischen Tierrechtlers Martin Balluch (Bild: Katti Mieth)

 

 

 

Was ist in diesen Menschen gefahren, dass Sie so gefühllos sind? Vielleicht stumpfen Jahrzehnte mit Tierveruschen derart ab?

 

Bei seiner Forschung sei ihm einmal die Schreibtischlampe auf ein auf dem Versuchstisch ausgebreitetes und gefesseltes Kaninichen gefallen und habe diesem den Bauch verbrannt. Das habe zu ganz merkwürdigen Reaktionen im Blutbild geführt, dem wolle er nun nachgehen. Sein Antrag sei ja auch bewilligt worden.

Mit diesen Worten nimmt er allen Ernstes die Schreibtischlampe und senkt sie auf den Bauch des Tieres.

Das Fleisch verbrennt bei lebendigem Leib. Ich kann es kaum fassen, was ich da sehe. Mir dreht sich der Magen um.

"Es riecht hier wie in der Küche”, so Feldbergs Assistent John in belustigtem Ton. "Zeit fürs Mittagessen.”

 

Der VGT-Vorsitzende Martin Balluch ...

Der VGT-Vorsitzende Martin Balluch signiert seinen brandneuen Roman "Im Untergrund" (Bild: Katti Mieth)

"Im Untergrund" Neues Werk des ...

"Im Untergrund" Neues Werk des Tierrechtlers Martin Balluch (Bild: Katti Mieth)

 

 

 

Im folgenden Interview kann Feldberg den Sinn der Forschung "nicht so direkt” angeben. Es handele sich um Grundlagenforschung, um Experimente aus Neugier, da probiere man einfach in alle Richtungen herum. Wissenschaft lebe von Neugier und Resulaten, die sich zufällig ergeben.

 

Pauls Frage, ob es je eine Anwendung seiner, Feldbergs Experimente auf Menschen geben werde, verhallt unbeantwortet.

 

"Im Untergund" - der neue Roman von ...

"Im Untergund" - der neue Roman von Martin Balluchn im Promedia Verlag erschienen (Bild: Katti Mieth)

Nach dem Dreh

 

 

 

"Unglaublich”, stammele ich, als wir wieder draussen sind." Ich hätte nie gedacht, das Tierversuche so ablaufen.

Und nein, das war nicht irgendein Experimentator, das war der, von der Britischen Pharmakologischen Gesellschaft für seine tolle Forschung mit einer Medaille ausgezeichnete berühmte Forscher Feldberg.

 

Beim Sichten des 20-stündigen Filmmaterials aus drei Besuchen treten die Frage und Feldbergs Antwort, ob dieser schon einmal mit Tierversuchsgegnern zu tun gehabt habe in den Fokus: Er (Feldberg) frage dann immer, ob das Vegetarier sind, sind sie es, sind sie wenigstens konsistent. Aber wenn sie Tiere essen, warum nicht auch an ihnen experimentieren?

 

"Wenn ich Feldberg in nichts Recht gebe”, sagt der Kameramann, "hier hat er Recht. Tiere zu essen ist genauso sinnlos, wie an ihnen zu experimentieren. Beides ist tötliche Gewalt ohne jede Rechtfertigung.”

 

Als der Experimentator dann behauptet, nur der Mensch wäre als Gottes Ebenbild erschaffen worden und nicht im Ebenbild einer kleinen Miezekatze, führt er sich selbst und die Evolutionslehre ad absurdum - also nur die unqualifizierte Vorstellung eines greisen, gebrechlichen Einzelnen? (Feldberg ist zur Zeit der Dreharbeiten bereits über 80 Jahre alt).

 

Buchmesse "Buch Wien"

Buchmesse "Buch Wien" (Bild: Katti Mieth)

 

 

 

Als der Film über Feldbergs schaurige Tierversuche im Fernsehen läuft, bricht die Hölle los.

Nicht Feldberg selbst, sondern seine Kollegen nennen den Tatsachenbericht eine "miese Skandalstory”.

Kein Wort davon, das die Kritik Substanz aufweist und die TV-Dokumentation auf Tatsachen beruht.

 

 

 

 

Der Roman – die Stories

 

 

 

Nach diversen Fachbüchern über Tierschutz, Demokratie und Philosophie legt der Österreichische Tierrechtler und Vorsitzende des "Vereins gegen Tierfabriken” Martin Balluch mit "Im Untergrund” seinen Debüt-Roman vor und tourt damit durch die Lande.

Erst kürzlich war er mit seinem Werk auf der "Buch Wien”.

 

Auf Präsentationen in Österreich und Deutschland, in Bayern und Berlin stellte der Tierrechts-Schrifsteller seinen Roman der Öffentlichkeit vor, möchte mit seinem Werk Verständnis für die Tierrechtsbewegung wecken und über die Zustände aufklären, in denen Tiere stündlich, minütlich, sekündlich gequält werden und wie man im Gegensatz dazu tierleidfrei leben kann.

 

"Die einzelnen Stories sind total spannend, ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe es fast in einem Rutsch durchgelesen”, so die Besucherin Jo Jagschitz nach Balluchs Lesung im "Sky Dome” Wien.

 

"Im Untergrund" - neuer Roman von ...

"Im Untergrund" - neuer Roman von Tierrechtler Martin Balluch (Bild: Katti Mieth)

Autor Martin Balluch signiert ...

Autor Martin Balluch signiert seinen neuen Roman "Im Untergrund" (Bild: Katti Mieth)

 

 

Anhand unzähliger, exakter Recherchen, im steten Wechsel zwischen Tierrechts-Aktionen und Empfindungen schickt der Autor seinen Protagonisten Paul immer wieder auf den Pfad,

den leidenden Kreaturen in der Lebensmittelindustrie, der Pharmazeutik und auf Jagden zu Hilfe zu kommen - lässt ihn für die Wehrlosen zum Sprecher werden: "Die Tiere haben niemanden, der für sie spricht.

So werden wir zu Anwälten der Stimmlosen.”

 

Im Untergrund - Martin Balluch

Im Untergrund - Martin Balluch (Bild: Katti Mieth)

Flucht unter dem Meer hindurch

 

 

Wieder versuchen die Tierrechtsaktivisten, den Lebewesen im Wald, den Füchsen zu Hilfe zu kommen und die Jägerschaft zurückzudrängen.

Als die Polizei anrückt hilft Paul einem 16-Jährigen anstatt zu fliehen und sich damit selbst zu retten.

Beide werden festgenommen und verurteilt.

 

Sein weiteres, großes Engagement führt ihn in den Untergrund um unter diesem Schutz weiter für die gefolterten Tiere in den Labors, die Gequälten in den Käfigen der Pelzfarmen, den Tierfabriken und die Gejagten in den Wäldern zu arbeiten.

Bis die Polizei seinen Aufenthaltsort ausforscht und Paul das Land und seine Freunde verlässt.

 

 

Mit zitternden Händen sitzt der besorgte Tierschützer in seinem Van vor der Einfahrt des kürzlich fertiggestellten Tunnels von Dover nach Calais (Ärmelkanal).

 

Das Warten wird zur Zeitqual: "Wird er es schaffen? Wie viele warten vor ihm?

Noch neun Autos - die Nervosität steigt - noch acht Autos,

es gibt einen Haftbefehl gegen ihn und er könnte sofort verhaftet werden, wenn man seinen Ausweis einliest - noch sieben Autos.”

 

Endlich kann er auf den Autozug auffahren - das Tor schließt sich - der Zug rollt an.

 

Die Spannung in den Händen lässt nach. Nicht aber in Pauls Kopf:

 

"Ich musste an die Aktionen der letzten Monate denken. So etwas hätte ich vor acht Jahren rundheraus als kriminell abgelehnt. Aber damals hatte ich keine Ahung vom Ausmaß der Tierquälerei in Tierfabriken, Versuchslaboren, auf Jagden oder Tiertransporten. Damals wusste ich auch nichts von der Gewalt, mit der man konfrontiert wird, wenn man sich für Tiere einsetzen will, besonders von der Polizei.”

 

 

 

Dieser Stoff ist ein Muss für alle an Tierschutz und Tierrechten Interessierte aber auch für all jene, die durch Kauf von Fleisch, Eiern, Milch oder Käse, von Pharmaprodukten oder tierquälerischer Bekleidung wie Pelz oder Leder diese Art von Industrien nicht weiter unterstützen möchten.





"Im Untergrund” - Ein Tierrechtsroman nach wahren Begebenheiten von Martin Balluch ist erschienen im Promedia Verlag

ISBN Nummer: 978-3-85371- 445-4

Quelle: "Im Untergrund” mit freundlicher Unterstützung des Promedia Verlags.

 

Buchmesse "Buch Wien" 2018

Buchmesse "Buch Wien" 2018 (Bild: Katti Mieth)

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