Klassiker der brasilianischen Literatur

Der wohl bekannteste brasilianische "Klassiker" ist Joaquim Machado de Assis (1839-1908). Er ist auch Namensgeber der nach ihm benannten Zeitschrift der brasilianischen Nationalbibliothek, die regelmäßig die Übersetzungen brasilianischer Autoren in andere Sprachen vorstellt. Im 20. Jahrhundert sind Clarice Lispector (vermutlich 1920 – 1977) und Jorge Amado (1912 – 2001) besonders zu erwähnen. Ein weiterer Autor soll hier namentlich erwähnt werden: Der Anthropologe, Politiker und Schriftsteller Darcy Ribeiro (1922-1997). Über ihn wird noch viel zu erzählen sein. Über den Superstar der brasilianischen Literatur, Paulo Coelho (*1947) muss ich hingegen nicht mehr viele Worte verlieren. Er ist wohl auch in Deutschland weitgehend bekannt. Anders sieht es schon aus mit Joao Ubaldo Ribeiro (*1941), dessen Werk "Ein Brasilianer in Berlin" 2010 als zweisprachige Ausgabe veröffentlicht wurde.

Joaquim Maria Machado de Assis

Marc Ferrez: Joaquim Machado de Assis (1890) (Bild: Wikipedia)

Die junge Generation

Ganz besonderes Augenmerk möchte ich aber auf ein paar Vertreter der jungen Generation werfen, die allesamt schon letztes Jahr auf der Buchmesse zu Gast waren. Joao Paulo Cuenca (*1978), der mit seinem hauptsächlich in Japan spielenden Roman "Das einzig glückliche Ende einer Liebesbeziehung ist ein Unfall" den Boden Brasiliens verlässt und sich als internationaler Schriftsteller profiliert. Dem gegenüber zeichnet Luiz Ruffato (*1961) ein Bild von Sao Paulo, das durch seine Vielschichtigkeit glänzt. Ein Buch, das nach seinem Erscheinen auf Deutsch auch für einigen Wirbel im Feuilleton gesorgt hat. Auch auf der Buchmesse 2012 vorgestellt wurde der Roman "Os Malaquias" von Andrea del Fuego (*1975). Er soll allerdings erst 2013 erscheinen. Es ist ein Buch, das durch seine wunderbare Sprache besticht und hoffentlich sehr bald auch auf Deutsch verfügbar ist.

Os Malaquias von Andréa del Fuego ist am 29.07.2013 unter dem Titel Geschwister des Wassers auf Deutsch beim Hanser Verlag erschienen. Die Rezension gibt es hier. 

 

 

 

Danke an den Hanser Verlag für das Cover Foto, das der Verlag für Rezensenten und für Werbung kostenlos zur Verfügung stellt!

Os Malaquias - Andrea del Fuego (Bild: Hanser Verlag)

Indigene Autoren

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Autoren erwähnen, die (noch) nicht auf Deutsch übersetzt sind. Es sind indigene Autoren, die Einblicke in Kulturen erlauben, die wir bislang nur aus der Sicht von Außenstehenden kennen. Einer der wichtigsten Vertreter ist Daniel Munduruku, der schon um die fünfzig Bücher veröffentlicht hat, und z.B. vom deutschen Goethe-Institut zu Vorträgen nach Afrika eingeladen wurde. Yaguare Yama bezeichnet sich als ein Geschichtenjäger. Er verleiht aber nicht nur den alten Mythen und Legenden ein neues, literarisches Leben, sondern dokumentiert auch die Religion seines Volkes. Olivio Jekupe hingegen schöpft seine Geschichten aus der gegenwärtigen Situation der indigenen Völker. Dabei entstehen aber nicht nur Werke, die die Gewalt gegen die Ureinwohner thematisieren, sondern auch wunderbare Kinderbücher über das Leben im Dorf.

 

Warum diese Entwicklung so wichtig ist, steht in dem Artikel Indios – Teufelsdiener oder edle Wilde?

Bis bald!

Das war ein kurzer, viel zu kurzer Ritt durch die brasilianische Literaturgeschichte. Viele bedeutende Autoren konnte ich nicht erwähnen. Und über die wenigen, über die ich etwas geschrieben habe, gibt es noch viel zu erzählen. Einige Autoren sind schon ausführlich in Wikipedia besprochen, über andere werde ich sicher in der nächsten Zeit noch mehr schreiben. Es würde mich jedenfalls freuen, wenn ich euch auf die brasilianische Literatur ein bisschen neugierig gemacht habe.

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