Die Geschichte im Buch - Das Buch "Die Wolke"

Jugendroman und fesselnde Geschichte

Das Buch "Die Wolke" von Gudrun Pausewang erzeugt gleich zu Beginna Beklemmungen beim Leser. Schüler sitzen im Schulunterricht als plötzlich der Alarm losgeht. Niemand weiß zunächst was los ist, die meisten glauben es handele sich mal wieder um einen Probealarm oder vielleicht sogar einen Scherz. Tatsächlich aber ist im 80 Kilometer entfernten Kernkraftwerk Grafenrheinfeld ein Unfall passiert und es handelt sich um einen ABC-Alarm. Die fünfzehnjährige Janna-Berta fährt mit einem Bekannten zu sich nach Hause, was ihr Glück ist, da kein Schulbus gefahren wäre. Allmählich macht sich auch auf den Straßen Panik breit. Während Janna-Bertas Eltern für zwei Tage in Schweinfurt sind, ist sie alleine zuhause und muss auf ihren jüngeren Bruder Uli aufpassen. In den Nachrichten erfahren die Bürger von dem schrecklichen Unfall im Kernkraftwerk und die ganze Nachbarschaft von Janna-Berta verlässt den Ort, sie hingegen richtet sich im Keller ein. Die Mutter der beiden weist sie über Telefon an, ebenfalls sofort den Ort zu verlassen, da die nukleare Wolke unmittelbar auf sie zukomme und der Keller nicht sicher ist. Die beiden Kinder fahren mit dem Fahrrad weg. Uli wird tragisch bei einem Verkehrsunfall getötet und Janna-Berta fällt geschockt von dem Ereignis in eine Lethargie. Sie irrt umher und gerät mitten in einen atomaren Regen. Nach einer weiteren Odyssee bricht sie zusammen und wacht in einem Notlazarett, in dem fast nur Kinder liegen, auf.

Über einen herbeigebrachten Fernseher bekommen sie das Ausmaß der Katastrophe allmählich mit. Inzwischen gibt es etwa 18000 Tote, die dem atomaren Unfall zum Opfer gefallen sind, darunter Janna-Bertas Familie. Als es ihr einigermaßen besser geht, geht sie wieder zur Schule, doch die Welt um sie herum hat sich komplett verändert. Sie selbst ist durch ihre Vollglatze als Strahlenopfer sichtbar gekennzeichnet und die Mitmenschen meiden sie. Dennoch weigert sie sich strikt gegen das Tragen einer Mütze oder Haube.

Später, auf die Gefahr hin, dass die Strahlung noch deutlich erhöht ist, fährt Janna-Berta in ihren alten Heimatort, gewappnet mit einem Spaten und sucht Ihren toten Bruder Uli. Tatsächlich findet sie ihn, begräbt und fährt wieder nach Hause. 

 

Buch-Kritik – Die Wolke

Ein Buch das wachrüttelt

Schon mit den ersten Seiten erreicht das Jugendbuch "Die Wolke" eine ungeheure Spannung, die einen fesselt und neugierig macht, was noch alles kommen wird. Allerdings flacht diese Spannung einwenig ab, nachdem Janna-Berta ins Notlazarett eingeliefert wird, doch darf man sich auf einen weiteren Spannungsbogen ein wenig später wieder freuen. Dieser Jugendroman ist keine reine Beschreibung der atomaren Katastrophe bei einem Unfall im Kernkraftwerk, sondern erzählt eine sehr persönliche, emotionale Geschichte einer einzelnen Person, die den "Größten Anzunehmenden Unfall", den Super-GAU überlebt hat.

In dramatischen Szenen schildert die Autorin Gudrun Pausewang in "Die Wolke" die Rastlosigkeit einer Heranwachsenden, die ihre Heimat, ihre Familie verloren hat und in völliger Ungewissheit verharrt. Sie zeichnet das Bild einer Person, die alles verliert, schnell gekennzeichnet zum Außenseiter wird und plötzlich Bittsteller ist. Egal wie schlimm die Katastrophe war. Letztendlich hat sich in den Köpfen nichts geändert. Alle machen weiter, Dinge werden verschwiegen und im ganzen Land produzieren weiterhin Atomkraftwerke ihren Strom als wäre nichts gewesen. Ein Buch das nach der Tschernobyl-Katastrophe aufhorchen ließ und höchste Aktualität besaß. Jahrzehnte lang wurde dann jedoch weitergemacht wie zuvor und Strom die aus Kernenergie gewonnen wurde sogar vereinzelt als "Ökostrom" bezeichnet – alles eine Frage der Darstellung! Heute nach der atomaren Katastrophe von Japan, erscheint "Die Wolke" aktuell wie seit 20 Jahren nicht mehr und vielleicht kann es ein wenig dazu beitragen die Menschen endlich wachzurütteln

Autor seit 10 Jahren
344 Seiten
Laden ...
Fehler!