Was Fantasyliteratur so beliebt macht

Wer einmal die Gelegenheit hatte einem orientalischen Märchenerzähler zu lauschen, merkt, dass die Kunst des Verführens, der Hingabe und des Spiels, ebenfalls eng mit der Fantasyliteratur verbunden ist. Es sind besonders Kinder, im magischen Alter, zwischen acht und zwölf Jahren, die das ideale Publikum für diese Geschichten sind. Gerade zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung scheint ihnen Vieles, im Wechselspiel der Kräfte Gut und Böse, möglich zu sein. Zauberer und Hexen, die Kraft magischer Gegenstände, alles wird als selbstverständlich angenommen und in die eigene Welt mit einbezogen.

Der Heldenmut eines Einzelnen oder einer Gruppe bewahrt die eigenen Leute, die Stadt oder gar die ganze Welt, vor Schaden. Das geschieht meist nach dem Motto: "Eben mal die Welt retten", um dann, letztendlich, als Sieger, dankbar in den Schoß der Familie zurückkehren zu können.

Von Laien wird Fantasyliteratur oft in die gleiche Schublade mit Science-Fiction- und Horrorliteratur gelegt. Fachleute wissen, dass Fantasyliteratur keinen Bezug zu einem wissenschaftlichen Hintergrund hat. Aber nicht immer sind die Grenzen zwischen den Literaturgattungen so scharf getrennt. Wie jeder lesen kann, kommt es in den Büchern oft zu personellen und inhaltlichen Überschneidungen. Der Grund: Viele Autoren und Verlage schreiben und publizieren für mehrere dieser Literaturbereiche.

Fantasie Figuren zeichnen (Bild: Amazon)

Fantasy Literatur ist nicht nur für Kinder wichtig

Der Alltag ist, im Gegensatz zu einer Fantasywelt, meist gleichförmig. Abenteuer haben darin keinen berechtigten Platz. Der Gang zur Schule, Uni, ins Büro oder zur Arbeit, hat meist einen täglich wieder kehrenden Ablauf. Wer dann, in seiner Freizeit, beim Lesen, Schreiben oder dem Spiel, seiner Fantasie freien Lauf lässt, tut seiner Seele etwas Gutes. Voraussetzung dabei ist, dass beim Schreiben die Spielregeln für Fantasyliteratur eingehalten wurden. Wenn das nicht der Fall ist, hat der Leser zu viel mit dem gedanklichen Richtigstellen der Grundlagen zu tun. Das Lesen wird zu schwierig und das Buch bleibt ungelesen auf dem Lesegerät.

Werden die Regeln für Fantasyliteratur eingehalten und Horror, Krieg und Science-Fiction werden in separaten Geschichten und Romanen abgehandelt, gelingt es der Fantasyliteratur unproblematischer sowohl junge, als auch ältere Leser zu begeistern.

In der Literatur für Erwachsene, ist reine Fantasyliteratur eher selten anzutreffen. Meist wird sie durch Komponenten aus anderen Gattungen ergänzt. Das kann, muss aber nicht zwangsläufig zu einer Bereicherung führen. Denn, was in einem Film gut herauskommt, kann sich in einer Geschichte oder einem Roman eher ungünstig auswirken.

Gültig ist aber, dass auch Fantasyliteratur bei Erwachsene das kreative Denken und Gestalten anregt. Manchmal finden die Ideen dann Ausdruck in der bildenden Kunst und der Musik.

Der Inhalt des Buches: Toran der Jäger

Das Schicksal des jungen Jägers Toran ist, durch den Besitz eines magischen Schwertes, untrennbar mit dem überschaubaren Inselkönigreich Khesin verbunden. Toran ist ein guter und erfahrener Kämpfer. Seine Kraft und Stärke ist, bei einem Krieg, der unverhofft ausbricht, zur Verteidigung notwendig. Infolge der Auseinandersetzungen entgeht der junge Krieger nur knapp einem feigen Mordanschlag. Toran zieht sich, wie ein verletztes Tier, zur Heilung seiner Wunden ins nahe Gebirge zurück. Dort findet er zwei ihm in ihrer Wirkung unbekannte Edelsteine. Diese verstärken seine Beschwerden derartig, dass ihm nichts anderes übrig zu bleiben scheint, als sich in die Nähe von Menschen zu flüchten. Seine Not wird erkannt und zwei Heilerinnen pflegen den Hilfebedürftigen, der sich mit seiner letzten Kraft zu ihnen schleppte, gesund.
Wieder erstarkt ruft ihn sein König Than abermals in den Dienst. Diesmal soll Toran das bisher verschollene Zepter der Könige von Khesin auf dem Festland, in den geheimnisvollen Urwäldern des Landes Goor.finden und nach Khesin zurückzubringen. Toran ist seinem König gehorsam und macht sich unverzüglich auf den Weg. Er ist dem Glück hold, denn vor seiner Abreise kommt er durch Zufall in den Besitz eines Schwertes mit magischen Eigenschaften. Zusätzlich findet er in Tarax einen Gefährten, der ihn auf seiner Reise, die gefährlich werden könnte, begleiten will.
Toran schätzt hervorragende Waffen, liebt aber, neben der blitzenden Klinge, die Unverwechselbarkeit eines schön verzierten Knauf und der Scheide, ebenfalls. Darum sorgt er dafür, dass sein Schwert von einem besonders begabten, befreundeten Schmied mit einem seiner gefundenen Edelsteine verschönert wird.
Es ist der Archivar des Königs, Samman, der ständig auf der Suche nach Beweisen für die Existenz von Menschen vor dem eigenen Leben ist. Er forscht und schreibt Tatsachen und Begebenheiten auf, ergänzt sie mit Aussagen von Augenzeugen von fern und nah.

Warrior Dragon

Warrior Dragon (Bild: amazon)

Toran der Jäger könnte auch als Buchreihe begeistern

Toran der JägerDer Autor Phillipp Tholey führt im Buch: Toran der Jäger rasch in die Welt des Mittelalters ein.  Die Wortwahl ist klar und verständlich, dem Inhalt kann, mit einigen historischen Vorkenntnissen, gut gefolgt werden. Der Leser identifiziert sich schnell mit Toran. Die Beschreibung der fiktiven Welt bleibt, positiv gesehen, so vage, dass sie überall auf der Welt sein könnte. Da das Buch ausdrücklich als erstes Werk einer Reihe deklariert wird, ist es legitim, erst einmal die Grundlage zum Geschehen zu legen. Der Akteur springt buchstäblich ins Geschehen.

Aufmerksame Leser erhoffen sich nähere Informationen über Toran, die ihn menschlicher machen. Geschickterweise hat der Autor diese Angaben den weiteren Büchern vorbehalten. Bis dahin kann der Leser noch fabulieren: Ist Toran klein oder groß? Hat er blaue oder braune Augen? Trägt er einen Bart? Wie sieht seine direkte Umwelt aus?
Natürlich kann es auch ein Stilmittel sein, so viel Wissen im Hintergrund zu belassen. So ist es der Fantasie des Lesers überlassen und der Autor kann den Leser mit kleinen Bröckchen füttern und bei Laune halten. Im vorliegenden Band kann der Leser dem Geschehen logisch folgen und die Handlung nachvollziehen. Er eilt, gedanklich, mit Toran und seinem Begleiter, von Ort zu Ort, versteht das Interesse des Archivars, die Begebenheiten nachzuvollziehen und für die Nachwelt auf zu zeichen. Logisch, wenn auch etwas aufgereiht, folgen die Begebenheiten aufeinander. Interessant wird es sein zu verfolgen, ob mit dem einstreuen von Informationen, der Spannungsbogen der Geschichte gehalten werden kann.

Erwartungen an die weiteren Bücher der Reihe „Die Khesin-Saga“

Im ersten Buch wird die Welt von Toran beschrieben, wie er dorthin gelangte und was seine Lebensaufgabe sein wird. Es bleibt abzuwarten, ob der Autor Philipp Tholey genügent Fantasie besitzt, um seine Leser mit immer neuen Geschichten aus dem Leben seines Helden zu beglücken.
Werden in der Zukunft Fragen nach dem Aussehen von Toran beantwortet, auch welche Charaktereigenschaften er hat, welche Gefühle er hat während er mit Schwierigkeiten kämpft? Wächst er am Widerstand oder verzweifelt an eigenen Unzulänglichkeiten? Was isst und trinkt er? Hat er Schwächen? Liebt er Tiere, macht er Musik oder liebt er irgendein Mädchen oder eine Frau?

Mit Spannung warten die Leser auf Antworten des Autors.

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