Rasseportrait Galgo Español, spanischer Wind- und Jagdhund

GalgoGalgos sind eine sehr alte Hunderasse, es gibt sie bereits seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. Sie wurden von den Kelten als Jagdhunde gehalten. Heute sind sie eine anerkannte spanische Windhundrasse, die es in den Ausprägungen "glattes Kurzhaar" und "Rauhaar" gibt. Die Fellfarbe kann stark variieren, von gestromt über einfarbig bzw. zweifarbig. Sie sind elegant und schön anzuschauen mit ihrem schlanken, langgezogenen Körper, dessen Kennzeichen eine lange Rute und eine lange Nase sind. Dieser Körperbau befähigt sie die Bewegungsabläufe von Kaninchen nachzuahmen und die Balance dabei zu halten. In Spanien werden sie heute noch zur Hetzjagd auf Kaninchen eingesetzt, sie jagen zu zweit und wissen auch ohne besondere Ausbildung, was dabei zu tun ist. Andererseits sind es sensible Windhunde, die mit positiven Verstärkungen erzogen werden sollten, ein autoritärer Erziehungsstil ist nicht angebracht. Wenn sie Vertrauen zu ihrer menschlichen Familie gefasst haben, werden sie gute Familien- und Haushunde. Sie möchten in Gesellschaft sein, deswegen ist eine Zwingerhaltung nicht geeignet. Bei sorgfältiger Eingliederung in die Familie können die meisten Galgos das Jagen vergessen und, anstelle der Hauskatze nachzustellen, sich mit Stofftieren zum Spielen begnügen. Ihr anschmiegsamer, nicht aggressiver und geselliger Charakter trägt zu ihrer Familienhund-Eignung bei. Und entgegen mancher Vorstellung von einem Windhund, der tagtäglich lange Strecken laufen möchte, sind diese Hunde Kurzstreckensprinter, denen es genügt, sich einmal täglich auf einer umzäunten Fläche auszutoben, um danach glücklich auf ihrem Schlafplatz zu schlummern.

Wie ein Galgo Español unser Familienmitglied wurde

 

Galgo

Beim Vorbeifahren mit dem Auto registrierte ich letzten Winter flüchtig einen jungen Straßenhund mit einer auffälligen Fellfarbe - hellgraue Grundfarbe mit dunkelgrauer Stromung.  Was machte dieser junge Hund auf der Straße? Er trabte hinter einem Radfahrer her, ohne Leine, schön am Straßenrand und kannte sich anscheinend mit Autos aus. Am nächsten Tag fuhr mein Mann durch das Nachbardorf und sieht den beschriebenen Hund, diesmal angehängt an einem Strick, mit einer Schlaufe um seinen Hals. Der Radfahrer vom Vortag schiebt sein Fahrrad und zieht den widerstrebenden Hund hinter sich her.  Der Ehemann wird nachdenklich, fährt vorbei und fühlt, irgendetwas stimmt hier nicht, dreht um und fährt zurück. Da liegt der Hund schon auf der Straße mit herausquellender, blauer Zunge und verdrehten Augen, der überforderte Hundehalter hat sein Fahrrad abgelegt und versucht trotz allem den Hund von der Straße zu ziehen. Mit Strick und Schlaufe, die sich zusammengezogen hat. Für einen geringen Kaufpreis wechselt der Welpe seinen Besitzer und zieht bei uns ein. Sein Verhalten war schon damals für einen Hund seiner Rasse typisch: freiwillig und ohne groben Zwang macht er vieles, grobem Zwang aber will er sich nicht unterwerfen. Zumal Windhunde an der Kehle und im Nacken sehr sensibel sind, nicht umsonst gibt es die breiten, speziellen Windhund-Halsbänder zu kaufen.

 

Wie wir unseren Galgo Español erleben

GalgoBuddy hat sich in das bei uns bereits bestehende Rudel gut eingegliedert. Er akzeptiert für sich den zweiten Rangplatz unter Pipa, unserer Alentejo-do-Rafeiro-Hündin. Unsere Katzen findet er interessant, wenn er sie dazu bewegen kann, wegzulaufen. Er rennt dann hinterher, jedoch ohne Verletzungsabsichten und kann durch eine klare "Stop" –Ansage von uns daran gehindert werden. Zeigt eine Katze ihm die kalte Schulter und schläft einfach weiter oder bleibt sitzen, ist sie für Buddy nicht interessant als Spielobjekt. Buddy möchte uns gefallen. Das macht es einfacher ihn zu erziehen. Und Buddy möchte immer helfen. Graben wir Garten um, buddelt er auch ein Loch. Topfen wir eine Pflanze um, bringt er einen leeren Blumentopf oder topft die Pflanze wieder aus. Dieser intelligente Galgo möchte immer in unserer Nähe sind und ist sehr interessiert an seiner Umwelt. Bei Spaziergängen ohne Leine zieht er kleinere Kreise und kommt jadghundtypisch immer wieder zu seinem Menschen zurück. Sparsam gesetzten Aufforderungen mit anschließend verabreichtem Leckerli kommt er gern nach, wird jedoch zu viel an ihm herum erzogen, verliert er das Interesse.

"Greyhounds," March 29, 1941 (Bild: Paul Bransom / AllPosters)

Autor seit 5 Jahren
96 Seiten
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