Biografie Carl Spitzweg - Ein vorbestimmtes Leben

Am 5. Februar 1808 wurde der deutsche Maler Carl Spitzweg im oberbayerischen Unterpfaffenhofen (südöstlich von München) geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater (Simon Spitzweg) war ein Materialwarenhändler und durch politisches Engagement sehr angesehen. Die Mutter - Tochter eines Großhändlers für Früchte - stammte aus einer reichen Münchener Familie und gehörte ebenfalls der gehobenen Gesellschaft an.

 

Carl Spitzwegs Vater plante für seine drei Söhne die berufliche Zukunft nach den eigenen Vorstellungen: Die Weiterführung der Firma war für den Ältesten bestimmt, für den Jüngsten sah er eine Laufbahn als Arzt vor und Carl Spitzweg hätte Apotheker werden sollen. Doch es kam alles anders....

 

Erste Berührung mit der Kunst

Nach dem frühen Tod seiner Mutter im Jahr 1819 nahm sich sein Vater eine neue Ehefrau - die Schwester von Carls Mutter. Nach seiner Schulausbildung auf der Lateinschule machte Carl 1825 nach der Schulaubildung an der Lateinschule seinen Abschluss am humanistischen Gymnasium. Das Interesse an Kunst war schon damals vorhanden, im Jahr 1823 entstanden erste Zeichnungen des späteren Kunstmalers.

 

Vom Apotheker...

Nach seinem Schulabschluss sah es zunächst ganz danach aus, als würde er die Karriere einschlagen, die sein Vater für ihn vorgesehen hatte. Er begann eine Apothekerlehre in München an der Königlich-Bayerischen Hofapotheke. Noch in seinem letzten Lehrjahr starb sein Vater und Carl zog nach Straubing. Dort arbeitete er Anfangs in einer Apotheke und lebte mit einigen Künstlern und Schauspielern zusammen.

 

1829 verstarb überraschend der Älteste der drei Brüder in Alexandria, Ägypten. Ein Jahr später fing Carl Spitzweg ein Pharmaziestudium in München an und studierte zusätzlich Botanik und Chemie.

...zum Künstler

Nach nur einem Jahr als praktischer Apotheker änderte sich plötzlich sein Leben: Er wurde schwer Krank und verbrachte zur Genesung einige Zeit in Bad Sulz (Peißenberg). Da seine Liebe zur Kunst und Malerei nach wie vor bestand und er einen nicht gerade geringen Erbteil erhielt, gab er seinen Beruf auf und konzentrierte sich ganz auf die Malerei.

Die Bilder von Spitzweg als Kunstdrucke

Heute ist ein echter "Spitzweg" ein kleines Vermögen wert. Zu Lebzeiten des Malers sah das noch etwas anders aus: Sein Kundenkreis bestand hauptsächlich aus der gewöhnlichen Mittelschicht. Viele Jahre nach seinem Tod bleibt uns "normalen" Leuten noch die Möglichkeit, einen Spitzweg als Kunstdruck günstig zu erwerben. Das kann ein Print auf Leinwand sein, Dibond oder ein gerahmtes Poster.

Bilder der Spätromantik

Insgesamt fertigte Spitzweg ca. 1.500 Gemälde und Zeichnungen an, davon wurden zu seinen Lebzeiten etwa 400 Stück verkauft. In seiner Anfangszeit orientierte er sich künstlerisch noch am Biedermeierstil, was sich im Laufe der Jahre änderte. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörte die Darstellungen einfacher Menschen in alltäglichen Situationen, aber immer mit etwas Witz und kleinen Seitenhieben auf das steife Spießbürgertum. Er wandelte seinen Stil vom Biedermeier zur Romantik und die späteren Werke Spitzwegs ließen schon erste Ansätze des Impressionismus erkennen.

Gemeinsam mit Kunstfreunden unternahm er viele Reisen, u.a. mit Edurd Schleich zur ersten Weltausstellung in London, nach Paris und Antwerpen. Auch Dalmatien und Venedig besuchte Carl Spitzweg.

 

Plötzlicher Tod

Am 23. September 1885 erlitt Spitzweg einen Schlaganfall und verstarb im Alter von 77 Jahren, nur kurze Zeit nach seinem  jüngeren Bruder. Der Künstler wurde auf dem alten Münchener Südfriedhof im Glockenbachviertel bestattet.

 

Grace, am 19.10.2012
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Bildquelle:
Ro Halfhide / Flickr (Michael Nyqvist, seine letzte Rolle verfasste der Tod)

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