Sehenswürdigkeiten

Das römische Amphitheater Odeon befindet sich Via Vittorio Emanuele II in der Innenstadt von Catania. Das Amphitheater bot Platz für 7.000 Zuschauer. Nach den Erdbeben und Vulkanausbrüchen von 1669 ist es teilweise überbaut worden. Doch noch immer und vermittelt es einen Eindruck der römischen Stadt Katane.

Der Duomo di Catania erhebt sich an der Piazza dell Elefante. Erbauen ließ den Dom der Normannenkönig Roger II. ab 1092 über der römischen Terme Achilliane. Dieses einstige Thermalbad der Römer, das um 300 v. Chr. entstand, zieht sich unter der Erde bis an das südliche Ende der Piazza. In den Hallen der Therme gibt es bedeutende Wandmalereien aus römischer Zeit. 1693 wurde der Dom von Catania bei dem großen Erdbeben stark beschädigt. Den Wiederaufbau von 1736 bis 1758 leitete der Architekt Giovanni Battista Vaccarini. Das Kirchengebäude mit barocker Westfassade ist ein Längsbau mit Querschiff und drei Apsiden. Die wurden Mitte des 20. Jahrhunderts von ihrem Barockschmuck befreit und zeigen die ursprüngliche Gestaltung des normannischen Gebäudes. Das Kircheninnere ist in drei Schiffe unterteilt. In der Apsis des Mittelschiffs steht der Hauptaltar. In der linken Seitenapsis befindet sich die Sakramentskapelle. Die rechte Seitenapsis ist die Kapelle der heiligen Agatha. Hier werden in einem silbernen Schrein die Reliquien der heiligen Agatha bewahrt. Am Südende des Querschiffs befindet sich die Muttergotteskapelle. Hier wurden Mitglieder des aragonesischen Königshauses, u.a. der Könige Friedrich II. und Friedrich III., beigesetzt. Weiter gibt es in der Kathedrale Grabmäler des Komponisten Vincenzo Bellini und des Kardinals Giuseppe Benedetto Dusmet.

Die Collegiata an der Via Etna war die königliche Palastkapelle. Hier stand ursprünglich eine kleine Kapelle, die der Madonna dell'Elemosina geweiht war. Das Gotteshauswurde von den Königen von Aragon und deren Hof genutzt. 1446 wurde hier ein Priesterkolleg eingerichtet. Daher stammt die Bezeichnung Collegiata. Die Collegiata musste nach dem Ausbruch des Ätna von 1669 neu aufgebaut werden. Die Fassade stammt von 1758.

Im 16. Jahrhundert zerstörte ein Ausbruch des Ätna das Benediktinerkloster am Hang des Vulkans. Ab 1558 wurde in Catania ein neues Kloster für die Benediktiner erbaut. Es ist nach dem in Mafra in Portugal das zweitgrößte in Europa. 1669 erreichten wieder Lavaströme des Ätna das Kloster. Sie zerstörten die Kirche San Nicola. Der Wiederaufbau der Kirche begann um 1687. Doch er wurde nie vollendet. Die Fassade des ehemaligen Benediktinerklosters wurde 1752 vollendet und ist ein typisches Beispiel des sizilianischen Barocks. Die Klosterbauten nutzt heute die Universität in Catania.

Rechts vom Dom steht die Porta Uzeda. Dieses Tor in der Stadtmauer wurde nach dem Erdbeben und Vulkanausbruch von 1693 erbaut und diente als Fluchtweg.

Gegenüber vom Dom steht die Kirche der heiligen Agathe (Badia bzw. Chiesa di S. Agata). Nach dem Erdbeben 1693 wurde diese Kirche im sizilianischen Barock wieder aufgebaut.

Die Kirche San Benedetto wurde zwischen 1704 und 1713 im Stil des sizilianischen Barocks. Die Gewölbe wurden um 1750 ausgemalt.

Das Rathaus, der Palazzo Municipale, steht an der Piazza Duomo, Es wird häufig Palazzo degli Elefanti genannt. Namensgeber war der Elefantenbrunnen. Das Rathaus wurde nach den Katastrophen von 1669 und 1693 von Giovanni Battista Vaccarini 1735 neu erbaut. Das Erdgeschoss war da schon im Bau. Es zeigt eine typische Rustifizierung. Das Obergeschoss zeigt einen gänzlich anderen Stil. Die Pilaster sind hochgeführt und tragen ein Gesims. Die Fenster sind nach römischen Vorbild gestaltet. Das Portal mit freistehenden Doppelsäulen und einem Balkon im ersten Obergeschoss wirkt beeindruckend.

Der Brunnen mit einem Elefanten aus Lavastein mit einem Obelisk auf dem Rücken ist das Wahrzeichen von Catania und wurde 1736 eingeweiht.

Die Porta Garibaldi wurde 1768 als Erinnerung an die Hochzeit des Bourbonenkönigs Ferdinand IV mit Marie Caroline aus Österreich erbaut. Genannt wird dieses Bauwerk meist Fortino.

Das Castello Ursino ließ Kaiser Friedrich II. zwischen 1239 und 1250 erbauen. Ihr Wassergraben wurde von Lavamassen des Ätna gefüllt. 1837 wurde die Anlage ein Gefängnis. umgebaut. Heute befindet sich in der Burg das Städtisches Museum. In dem gibt es sehenswerte byzantinische Vasen.

Elefantenbrunnen (Bild: haros)

Fischmarkt

Ein Besuch in Catania ohne einen Gang über den Fischmarkt ist eigentlich undenkbar. Auf diesem Markt in der Nähe des Domplatzes ist das Lebensgefühl der Catanesi erlebbar.

Blick auf den Fischmarkt (Bild: haros)

Umgebung

Südlich der Stadt gibt es die Necropoli di Symaethus im Naturschutzgebiet Oasi del Simeto. Diese Nekropole wurde nach dem Flussgott Symaethus benannt. Die Nymphe Symaethis ist die Tochter des Flussgottes und zugleich die Mutter des Acis. Seinen Namen tragen mehrere Orte in dieser Gegend.

Geschichte

729 v. Chr. gründeten Griechen an der Ostküste Siziliens die Gärten von Naxos und kurz darauf Catania und Lentini. 476 v. Chr. unterwarf der Tyrann Hieron aus Syrakus die Stadt.

263 v. Chr. kam Catania unter römische Herrschaft und entwickelte sich zu einem Handelszentrum. Nach dem Untergang des römischen Reiches um 440 eroberten die Vandalen die Stadt. Etwa 100 Jahre später wurde sie in das Byzantinische Reich eingegliedert.

Etwa seit 700 beherrschten die Araber die Stadt. 1070 eroberten die Normannen die Stadt. 1300 eroberten die Spanier die Stadt und Pietro d'Aragona wurde König von Sizilien.

1669 wurde die Stadt durch eine der schlimmsten Vulkanausbrüche des Ätna stark zerstört. Das Erdbeben von 1693 vollendete das Zerstörungswerk. Ab 1700 wurde die Stadt nach Plänen des Architekten Giovanni Battista Vaccariniim Stil des sizilianischen Barock aus schwarzem Lavagestein und weißem Sandstein neu aufgebaut.

Schwere Schäden in der Stadt verursachten Luftangriffe im Jahr 1943.

Literatur

  • Caterina Mesina: Sizilien. DuMont Reiseverlag Ostfildern, 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-7701-7275-7
  • Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres. 6. aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-4385-6

 

 

 

Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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