Che Guevaras frühen Jahre

Ernesto "Che" Guevara de la Serna wurde 1928 als Argentinier einer bürgerlichen Familie geboren. Er hatte vier Geschwister, wurde zuerst von der Mutter unterrichtet, wechselte dann aber auf ein Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er Medizin und schloss 1953 mit dem Doktortitel ab. Während und nach seiner Studienzeit unternahm er mit einem Freund zahlreiche Reisen durch die Länder Südamerikas. In Peru war er erschüttert über das Elend der Landbevölkerung. Sie reisten weiter nach Panama, Costa Rica und besuchten Bananenplantagen der amerikanischen United Fruit Company (heute Chiquita), die ihre Latino-Arbeiter ausbeuteten. Er lernte zwei Kubaner kennen, die versucht hatten, den kubanischen Diktator Batista zu stürzen und über ihr Scheitern berichteten. Che Guevara schlug sich auf die Seite der Bedrohten, ungerecht Behandelten und begann, für Stalin zu schwärmen. Er schwor dem Kapitalismus ab und war entschlossen, ein Revolutionär zu werden.

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Che Guavara als Revolutionär

In Guatemala kündigte sich ein Revolution an. Che Guavara kämpfte für die Machterhaltung des vom Volk gewählten Präsidenten Arbenz, der einige Reformen eingeleitet hatte, die den Armen Guatemalas zu Gute kommen sollten. Die USA, die ihren wirtschaftlichen Einfluss schwinden sahen, stürzten Arbenz und setzten einen anderen Machthaber ein, der die Reformen wieder rückgängig machte.

Doch Che Guavaras größte Errungenschaft war der Erfolg bei der kubanischen Revolution von 1953-1959. Guevaras Rolle wandelte sich – vom passiven Mitstreiter und Begleiter als Arzt bis zum direkten Teilnehmer an bewaffneten Aktionen. Er wurde von Fidel Castro zum Chefkommandanten der Rebellenarmee erhoben und kämpfte siegreich gegen die von der USA unterstützte Batista-Armee. Danach widmete er sich dem Aufbau eines nach Planwirtschaft funktionierenden Kuba. Alle Unternehmen, sowohl kubanische als auch US-amerikanische wurden verstaatlicht.

Auch im Kongo wollte er eine Revolution nach kubanischem Muster durchziehen, scheiterte aber und kehrte enttäuscht nach Kuba zurück.

In Bolivien setzte er ebenfalls alles auf eine Karte und führte die Nationale Befreiungsarmee an, die jedoch scheiterte ebenso. Che Guavara wurde verwundet festgenommen und 1967 auf Weisung des bolivianischen Präsidenten exekutiert.

Nach Che Guevaras Tod

Offiziellen Angaben zufolge wurde er im Kampf getötet. Erst nach und nach wurden die näheren Umstände seines Todes bekannt. Seinem Körper wurden zur Identifizierung die Hände abgetrennt, sein Leichnam wurde christusähnlich aufgebahrt. Seine sterblichen Überreste wurden zuerst in Bolivien bestattet und Jahre später nach Kuba überführt. Heute ruhen seine Gebeine in einem Mausoleum in Kuba, wo er noch heute wie ein Volksheld, Märtyrer und Heiliger verehrt wird.

Che Guevara – ein empörter Aufschrei verhallt?

Che Guevara demonstrierte in jeder Situation einen unbeugsamen Kämpferwillen. Er, der aus gutem Hause kam, hätte es eigentlich nicht nötig gehabt, sich für die Armen seiner Welt und für seine radikalen Ideen einzusetzen. Er tat es dennoch. Er schreckte auch nicht davor zurück, sich mit Fidel Castro, den Russen oder den Staatsmännern der DDR anzulegen. Er duldete keinen Widerspruch, war hart gegen sich selbst und verlangte diese Opferbereitschaft auch von anderen.

Die Kehrseite der Medaille sieht nun allerdings so aus: er war selbst an Erschießungen und Folterungen beteiligt, kannte mit seinen Gegnern keine Gnade. Wer ihm nicht in den Kram passte, musste sein Leben lassen. Sieht so ein Idol aus? Immer wieder erheben sich Stimmen, die das einseitig positive Bild, das von Che Guevara in der Öffentlichkeit gezeichnet wird, endlich zurechtrücken wollen und ihn der Menschenrechtsverletzung anklagen. Aber, wer jung den Heldentod stirbt, dem vergibt man anscheinend allzu gerne.

Und deshalb – soviel steht fest – wird Che Guevara auch weiter in höchst kapitalistischer Manier überall vermarktet - als Pop-Star und Kämpfer für eine gerechtere Welt...

Autor seit 5 Jahren
103 Seiten
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