Cholesterin und Muttermilch

Muttermilch enthält mehr als doppelt viel Cholesterin (ca. 25mg/100g) als Kuhmilch. (ca. 12mg/100g). Der höhere Cholesterinanteil der Muttermilch könnte für den ebenfalls höheren IQ-Wert gestillter Kinder verantwortlich sein. Das vielleicht, weil Cholesterin beim Aufbau des Gehirns und des Nervensystems eine wesentliche Rolle spielt. Der Umstand, dass Muttermilch doppelt soviel Cholesterin wie Kuhmilch enthält, sollte zu denken geben: Will Mutter Natur unsere Babys killen?

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger fettähnlicher Stoff (Lipid). Es ist Hauptbestandteil der Zellmembranen, deren Stabilität es erhöht und zusammen mit Eiweißen an der Ein- und Ausschleusung von Stoffen beteiligt ist. Der Cholesteringehalt des menschlichen Körpers beträgt etwa 140g, die sich größtenteils im Zellgewebe befinden. Im Blut wird es an Fetteiweiße (Lipoproteine) gebunden, transportiert. Es ist außerdem Vorstufe der Gallensäuren, der körpereigenen Kortisonproduktion und Grundstoff der meisten Sexualhormone. 

Cholesterin - wichtig wie Vitamine!

Cholesterin ist kein giftiger Stoff, der über die Nahrung in den Körper gelangt. Im Gegenteil, es ist lebenswichtiger Baustoff aller Körperzellen und sein Vorhandensein ist für den Stoffwechsel unumgänglich. Die Nebennieren bestehen zur Hälfte aus Cholesterin, das Gehirn aus etwa 20% und das durch Cholesterin angeblich gefährdete Herz enthält etwa 10% davon und Ähnliches gilt für die Lunge. Darüber hinaus schützt Cholesterin die Nerven, das Immunsystem und unsere Haut. Es gibt den roten Blutkörperchen die notwendige Elastizität um unbeschadet engste Kapillargefäße passieren zu können.

Quellen des Cholesterins

Insgesamt gesehen handelt es sich beim Cholesterin somit um einen lebensnotwendigen Stoff, der beiweiten nicht nur unserer Nahrung entstammt. Auf das Risiko durch Nahrungsmittel nicht ausreichend Cholesterin zu erhalten, lässt sich der Organismus nicht ein und produziert deshalb bei Bedarf diesen Stoff selbst. Die Eigenproduktion bewegt sich, dem jeweiligen Bedarf angepasst, zwischen 1 und 1,5 Gramm täglich. Produktionsstätten sind hauptsächlich die Leber und der Dünndarm, die es gebunden an Lipoproteine an das Blut weitergeben.

Etwa noch einmal die gleiche Menge wird durch die Nahrung aufgenommen. Unter Zufuhr cholesterinhaltiger Nahrung erzeugt der Körper weniger eigenes Cholesterin und bei Aufnahme cholesterinarmer Nahrungsmittel wird die so fehlende Menge durch Eigenproduktion ergänzt.

Welche Cholesterinwerte sind normal?

Festgelegt wurde dieser Wert auf 200 mg % und es wird angenommen, dass bei Werten unter 160 mg% Erkrankungen der Herzkranzgefäße seltener vorkommen und dass das Erkrankungsrisiko ab 220 mg% stark ansteigen soll. Sofern diese Werte angewendet werden, würde das bedeuten, dass 84% aller 50-60 jährigen Männer und 94% der Frauen in diesem Alter behandlungsbedürftig wären, denn mit zunehmenden Lebensjahren nimmt der Cholesteringehalt im Lauf der Jahre auf diese Durchschnittswerte offenbar physiologisch zu.  So kann ein Grossteil der Bevölkerung zu Patienten gemacht werden.

Bei gesunden Arbeitnehmern wurde bei unter 25 Jährigen ein durchschnittlicher Wert von 210mg%, bei 26 bis 45 Jährigen von 230, bei 45 bis 65 Jährigen  von 250 und bei noch älteren Arbeitnehmern Werte 270 mg % gefunden. Dazu kommen noch jahreszeitlich bedingte Schwankungen; der Wert ist im Herbst mit einem Anstieg von 20% am Höchsten und beginnt zu Winteranfang dann wieder abzufallen.

Der Internist Prof. Dr. Hans-Jürgen Holtmeier referierte zu diesem Thema vor dem Deutschen Bundesgesundheitsamt: "Die heute (1987) festgelegte Grenze von 200 mg % Serumcholesterin ist wissenschaftlich unbegründet". So ist es beispielsweise absolut normal, wenn eine 55 jährige Frau einen Wert von 260 aufweist und er ist weiter der Ansicht, dass Werte unter 300 mg % überhaupt nicht beachtet werden sollten. 

Wie sinnvoll sind Lipidsenker?

Bei Betrachtung des Zusammenspiels von Cholesterin aus Nahrungsmitteln und dem der Eigenproduktion wird erklärlich, warum die verschiedenen Diäten keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben können. Durch die Zufuhr von cholesterinarmer Nahrung wird die Eigenproduktion angeregt und unter dem Strich deshalb keine Veränderung bewirkt. Gleiches gilt für die sog. Lipidsenker, Medikamente die den Cholesterinspiegel senken sollen. Auch sie bewirken günstigenfalls die Verstärkung der  körpereigenen Produktion und bleiben so weitgehend wirkungslos. Ungünstigenfalls haben sie jedoch Nebenwirkungen mit beachtlichem Ausmaß und in diesem Zusammenhang kann  an das Medikament Lipobay erinnert werden, dass wegen Todesfällen und anderer schwerwiegender Nebenwirkungen traurige Berühmtheit erlangte. Die ARD brachte am 25.05.2002 einen Bericht darüber. Die Ehefrau eines Betroffenen schildert den Zustand: "Es kam zu einem Muskelzerfall, der sich dramatisch entwickelte, bis hin zu akutem Nierenversagen." Später sei es noch zu Nierenversagen gekommen. Der Vater, der vorher sein Leben selbstständig und erfolgreich gemeistert hat, wurde so zum Pflegefall.

Lipobay war zu diesem Zeitpunkt ein neues Mittel und sollte ein Vorgängermedikament ablösen. Anlass für die Einführung neuer Medikamente sind meist nicht deren bessere Wirkungseigenschaften, sondern das Patentrecht. Nach Ablauf einiger Jahre können Medikamente als Generika von anderen Firmen nachgeahmt und billig vermarktet werden. Um diese unerwünschte Konkurrenz auszuschalten, wird ein neues Medikament, mit großem Werbeaufwand, als bessere Variante auf dem Markt platziert. 

Um den Nutzen derartiger Medikamente jedoch zu belegen, bedarf es einiger "Daten-Massagen". Das wurde an der sog. Helsinki-Studie mit 8000 Teilnehmern demonstriert. 4000 Personen wurden mit Lipidsenkern und die ebenso große Vergleichsgruppe blieb unbehandelt. Von den Behandelten verstarben sechs Personen an Herzinfarkten und in der unbehandelten Kontrollgruppe 8 Patienten. Ein mathematisch bei jeweils 4000 Personen nicht erwähnenswerter Unterschied, der in Publikationen der Pharmaindustrie zu Gunsten der Lipidsenker ganz anders aussah: "Dank des Medikaments konnten 34% Herzinfarkte verhindert werden.

Wie bereits erwähnt, haben Lipidsenker fast keinen Nutzen. Dazu äußerte sich bereits 2003 Prof. Dr. med. Frank P. Meyer, ehemaliger Institutsdirektor der klinischen Pharmakologie an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg:

"Fast ein halbes Jahrhundert wurde uns von interessierter Seite (Pharma-Industrie, Lebensmittelindustrie, Verlage, Apotheker, Ärzte) die Cholesterol-Legende präsentiert. In 15 guten Studien wurde demonstriert, dass der Effekt der Lipidsenker hinsichtlich der Primärprävention gegen null geht und im Hinblick auf die Sekundärprävention nur sehr marginal (Anm.: gering, nebensächlich) ist.

Wie groß das Geschäft mit diesen Medikamenten ist, lässt sich aus den Veröffentlichungen der Novartis entnehmen. Im Jahr 2002 erzielte Novartis weltweit einen Umsatz von USD 20,9 Milliarden und einen Reingewinn von 4,7 Milliarden USD allein mit dem Lipidsenker Fluvastatin. 

Die Wirkung von Diäten

Ähnlich verhält es sich mit den Diäten. Da Cholesterin generell verteufelt, und als Verursacher multipler Leiden hingestellt wird, ist es für die Lebensmittelindustrie gewinnsteigernd auf die Cholesterinfreiheit der Produkte hinzuweisen. In der Deklaration ist die Erwähnung "Cholesterol = null" deshalb gleichsam Garantie für größere Umsätze. Selbst Artikel, die von Haus aus kein Cholesterin enthalten können, wie z.B. Toastbrot und Rosinen etc. "glänzen" deshalb oft in ihren Deklarationen (Nutrition-Facts) damit. Der Stoff ist dermaßen emotionell negativ durch Dauerpropaganda belegt, dass Hersteller von Baby-Nahrung ihn nicht ihren Produkten hinzufügen, obwohl Studien eindeutig belegen, dass Cholesterin offensichtlich wesentlich zur Entwicklung der Intelligenz beiträgt.

Weiterhin hat es sich gezeigt, dass Diäten annähernd wirkungslos sind. Der Körper benötigt offensichtlich Cholesterin und produziert es, sofern in der Nahrung nicht die von ihm benötigten Mengen enthalten sind, selbst. Bis zum Einsetzen dieser Selbstregulierung vergehen zwischen 4 und 6 Wochen. Während dieses Zeitraumes lässt sich durch Diät der Cholesterinspiegel senken, um danach wieder auf die ursprünglichen Werte anzusteigen. Dieser Kurzzeiteffekt wird dennoch als Beweis für die Wirksamkeit einer Diätmethode gewertet und für das spätere wieder ansteigen der Cholesterinwerte dem Patienten wegen vermeintlicher Diätfehler die Schuld zugesprochen. Internationale Studien zeigen, dass sich durch Diäten, z. T. kombiniert mit Umerziehungsprogrammen, die Ausgangswerte bei einer Versuchsdauer von bis zu 10 Jahren und 20000 Teilnehmern praktisch nicht beeinflussen lassen. Prozentual wurden damit Senkungen höchstens 3,5% erreicht. Das entspricht bei einem Ausgangswert von 250 mg% einer Reduktion von nicht einmal 10 mg%.

Die Entstehung der Cholesterin-Legende

Begonnen hat sie vor bereits mehr als 90 Jahren im zaristischen Russland. Dort wurden riesige Mengen Eigelb und Hirn an Kaninchen verfüttert, die daraufhin Veränderungen der Arterien entwickelten, die der menschlichen Arteriosklerose glichen. Nur, Kaninchen sind Pflanzenfresser, die in der Natur niemals an derartige Mengen Cholesterin geraten. Die Tiere wurden regelrecht mit Cholesterin vergiftet. Derartige Versuche wurden natürlich auch an anderen Orten mit anderen Tiergattungen und gleichem Ergebnis durchgeführt.

In neuerer Zeit gelangen derartige Tierversuche mit zunehmend deutlicherem Ergebnis sogar unter weit reduzierter Cholesterinmenge. Dabei wurde das Futter der Versuchstiere mit einem mit Lösungsmitteln gelösten Cholesterin besprüht. Das Cholesterin veränderte sich dadurch chemisch, es entstand eine extrem schädliche Variante des Cholesterins, das Oxycholesterin. Dieser Fakt wurde anfangs nicht bedacht und später nicht extra erwähnt, bzw. verschwiegen. Die Resorption von Oxycholesterin führt bei Tieren und Menschen und regelmäßiger Anwendung selbst kleinster Mengen zu Arteriosklerose und zu Herzinfarkten.

Prof. Fred Kummerow von der Universität Illinois hält die Oxycholesterin–Hypothese für die wichtigste Vorstellung zur Klärung der Entwicklung von Arteriosklerose. Bei der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln, wie z. B. bei der Herstellung Ei- und Milchpulver, geraspelten Parmesan, Sprühfetten, Puddingpulver, Mayonnaise, Nudeln oder Eiscreme wird natürliches Cholesterin in Oxycholesterin umgewandelt. Zahlreiche Fertigprodukte enthalten heute statt Eier getrocknetes Eipulver, weil das einfacher zu verarbeiten und zudem noch billiger ist. Die Oxycholesterin-Gehalte mancher Produkte lagen höher als die Mengen, die in Tierversuchen arteriosklerotische Veränderungen auslösten. Bemerkenswert ist, dass von diesen gesundheitlichen Gefährdungen nirgends gewarnt wird.

Cholesterin Studien

Immer wieder wird mit Studien die Schädlichkeit des Cholesterins betont. Tatsächlich halten deren Aussagen nur selten kritischen Überlegungen stand und Cholesterinverteufelungen wurden bisher sechsmal häufiger zitiert als kritische Arbeiten, die nicht ins Bild der Industrien passten. Manche Studie wird auch "geschönt". Hier soll als Beispiel die berühmte Norkarelien-Studie erwähnt werden. Finnland gehört weltweit zu den Spitzenreitern der koronaren Herzerkrankungen. Die Provinz Nordkarelien nimmt innerhalb Finnlands eine Spitzenposition ein. Rauchen, viel Cholesterin und Bluthochdruck galt es, in einer großen Kampagne zu bekämpfen. Nach einigen Jahren waren dort tatsächlich weniger Herz-Tote zu verzeichnen und dieser Sieg wurde dann auch gebührend gefeiert. Allerdings "vergaß" man der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass die unbehandelte Kontrollgruppe der Einwohner der südlichen Nachbarprovinz Kuopio im gleichen Zeitraum noch wesentlich bessere Ergebnisse erzielte. In Kuopio rauchten, tranken und aßen die Leute weiter wie zuvor, während sich die nordkarelischen Bürger mit Diäten und Lipidsenkern kasteiten. Warum es allerdings auf beiden Seiten zu diesen Er5folgen kam, scheint ungeklärt zu sein.

Informationsverfälschung durch Unterschlagung ist nur ein Weg "Daten-Kosmetik" zu betreiben. Als Beispiel kann die 4S-Studie genannt werden. Innerhalb von 5 Behandlungsjahren wurden unter den beteiligten 4.444 Patienten mit zurückliegenden Herzinfarkt oder einer Angina Pectoris in der Vorgeschichte die Cholesterinspiegel um durchschnittlich 35 % gesenkt. Außerdem konnte im gleichen Zeitraum die Mortalität von 8,5 % auf 5,0 % gesenkt werden und die Rate der Herzinfarkte reduzierte sich von 12,1 % auf 7,4 %. So die offizielle Aussage, denn an der Studie gibt es erhebliche methodische Kritik, z. B. vom anzeigenfreien Arznei-Telegramm zur Bewertung von Medikamenten. Die Altersverteilung der Lipidsenker- und Placebogruppe war aus den Daten nicht entnehmbar, gleichzeitig traten typische altersabhängige Krankheiten in der Placebogruppe deutlich häufiger auf. Eine Standardisierung für andere gleichzeitig eingenommene Medikamente, wie z. B. Aspirin, wurde nicht vorgenommen. Darüber hinaus war das Risikoprofil der Kontrollgruppe deutlich ungünstiger. Und schließlich erschien es verdächtig, dass in einer angeblichen Doppelblindstudie bei den Patienten die Dosis nach einem halben Jahr verdoppelt wurde, bei denen der Cholesterinspiegel nicht gesunken war. Die Autoren mussten später einräumen, dass auch das Patientenkollektiv nicht vollständig randomisiert (Anm.: nicht zufällig ausgewählt, somit wahrscheinlich manipuliert) war.

Derartige Beispiele können beliebig weiter zitiert werden und alle lassen erkennen, dass es einzig um das Geschäft geht. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang die Äußerung von Prof. Meir J. Stampfer von der Havard School of Public Health – New England:

"Hohe Cholesterinwerte sind ein wichtiger Risikofaktor. Aber die meisten Patienten mit Herzinfarkt haben normale Cholesterinwerte".

Oder die bezeichnende Bemerkung des Heidelberger Internisten Prof. Schettler:

"Was unter dem Siegel der Wissenschaft veröffentlicht wird, ist grotesk. Verkaufsorganisationen bestimmen die wissenschaftliche Relevanz."

Damit dürfte fast alles Wissenswerte zu diesem Thema gesagt worden sein.

Cholesterin-Mangelerkrankungen?

Inzwischen kristallisiert es sich immer mehr heraus, dass Cholesterinmangelerkrankungen existieren. Die sind keineswegs Folge von medikamentösen oder diätetischen Einflüssen, sondern haben offenbar gänzlich andere und bisher nicht völlig abgeklärte Begründungen. Es hat sich gezeigt, dass niedrige Cholesterinspiegel mit Selbstmorden und Depressionen zusammenhängen können. Damit scheint sich die Volksmeinung zu bestätigen, nach der Fette "Nervenbalsam" sein sollen. Auf jeden Fall sollten diese Fakten denjenigen Ärzten zu denken geben, die ihren depressiven Patienten zu ihrem außergewöhnlich gutem, weil auffallend niedrigem Cholesterinspiegel gratulieren.

Klaus_Radloff, am 20.01.2010
7 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Autor seit 7 Jahren
89 Seiten
Laden ...
Fehler!