Bau der CSS Virginia - Südstaaten setzen auf neue Technik

Im Jahr 1862 eroberten die Südstaaten die Marinewerft Gosport und die Stadt Norfolk (Bundesstaat Virginia). Die Fregatte Merrimack war bis auf die Wasserlinie abgebrannt und wurde als Basis für das Panzerschiff CSS Virginia verwendet. Die Aufbauten waren nahezu zerstört und wurden vollständig abgebaut. Die Schiffbau-Ingenieure der Konföderation errichteten eine Kasematte von 52 Meter Länge. Als Besonderheit war die Kasematte in einem schrägen Winkel von 45 Grad angebracht um Treffer zu vermeiden. Der Aufbau bestand aus Fichtenbohlen von einem halben Meter Stärke und wurde mit zehn Meter dicken Eichenholzbohlen verstärkt. Auf Grund knapper Ressourcen konnte die Panzerung nicht komplett aus soliden Eisenplatten gefertigt werden und daher musste die Marine der Konföderation alternativ Eisenbahnschienen einsetzen.

Das erste Panzerschiff der Welt wurde mit zehn Geschützen zur Bewaffnung ausgestattet. Es befanden sich jeweils vier Kanonen auf der linken und rechten Seite. Das Bug und Heck wurde mit je einem Geschütz versehen. Zum Einsatz kamen Dahlgren-Glattrohrkanonen und zwei mobile Haubitzen. Als Standort für die Haubitzen wurde das Dach der Kasematte gewählt. Ein Rammsporn aus Eisen kam hinzu und diente als zusätzlicher Schutz.

Der größte Schwachpunkt der CSS Virginia war ihre schlechte Wendigkeit, da das schwere Schiff für ein einfaches Wendemanöver mehr als 30 Minuten benötigte. Die Geschwindigkeit belief sich auf weniger als 10 Knoten. Der Antrieb bestehend aus einer Schraube bezog seine Leistung von zwei Dampfmaschinen und vier Dampfkesseln, die eine Leistung von 1200 PS gewährleisteten. Die Besatzung bestand aus 320 Mann. Die Indienststellung erfolgte am 17.Februar 1862 verbunden mit dem Ziel die Kriegsschiffe der Nordstaaten anzugreifen und die Seeblockade, die seit Ausbruch des Bürgerkrieges bestand zu durchbrechen.

Bildquelle: Eigenes Foto

Poster rund um die beiden Panzerschiffe - CSS Virginia und USS Monitor

The Merrimac and the Monitor in Battle (Bild: AllPosters)

USS Monitor - Panzerschiff der Nordstaaten - Wendig aber nur bedingt seetauglich

Die Nordstaaten erfuhren über die Pläne der Südstaaten zum Bau eines Panzerschiffes und setzten ihrerseits auf die gleiche Technik. Im Gegensatz zur Konföderation standen ihnen erhebliche Ressourcen zur Verfügung. Entwickelt wurde die USS Monitor vom schwedischen Ingenieur John Ericsson und lief am 30.Januar 1862 einen Monat vor der CSS Virginia vom Stapel. 

Das Panzerschiff war für den Einsatz in flachen Gewässern gebaut worden und besaß als Bewaffnung nur zwei Dahlgren-Glattrohrkanonen. Die Kanonen befanden sich in einem drehbaren Geschützturm. Die starke Panzerung  bestand aus schmiedeeisernen Platten von ein Zoll Stärke verbunden mit einem 30 Zoll starken Eichenholz. Der Schwachpunkt der USS Monitor war ihr niedriger Freibord über den schnell Wasser in das Schiff eindringen konnte. Im schlimmsten Fall hätte ein Wassereinbruch zur Explosion der Dampfmaschine geführt.

Als zusätzliche Bewaffnung diente der zu einem Rammsporn geformte Bug. Die Ericsson-Balanciermaschine gewährleistete mit 320 PS Leistung eine Höchstgeschwindigkeit von 8 Knoten und die Besatzung des Schiffs bestand aus 59 Mann. Knapp zwei Monate nach dem Stapellauf kam es zum ersten, letzten und entscheidenden Gefecht mit der CSS Virginia.

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Seeschlacht vor Virginia - Verlauf des Gefechts zwischen der CSS Virginia und der USS Monitor

Bei Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges errichteten die Nordstaaten eine Seeblockade, um die Südstaaten wirtschaftlich zu schwächen und den Waffen-Nachschub zu unterbinden. Als Konsequenz entschied sich die Konföderation für den Bau eines Panzerschiffs und setzte alles daran die Seeblockade mit gezielten Angriffen aufzubrechen. In den frühen Morgenstunden des 8.März 1862 fuhr die CSS Virginia in die Flussmündung des James in Hampton Roads ein. Das Panzerschiff begann seinen Angriff im Geleitzug mit sechs Kriegsschiffen.

Als erstes Ziel wurde die USS Cumberland mit dem Rammsporn versenkt und dabei starben 121 Mann. Nun folgte als nächstes die Segelfregatte USS Congress mit der sich das Panzerschiff ein Kanonengefecht lieferte. Das Gefecht dauerte über eine Stunde und schließlich streichte die Congress vor der CSS Virginia die Segel. Im späteren Verlauf wurde sie erneut beschossen und explodierte schließlich, als die Munitionskammern getroffen wurden.

Die beiden Angriffe gingen nicht spurlos an dem Panzerschiff vorbei. Zwei Geschütze waren zerstört und die Geschwindigkeit verringerte sich durch den stark in Mitleidenschaft gezogenen Schornstein erheblich. Jedoch wurde mit der USS Minnesota ein drittes Schiff der Nordstaaten angegriffen aber ohne Erfolg, da sich diese auf einer Sandbank befand und daher für die Merrimack unerreichbar war. Der schwere Tiefgang war der Hauptgrund weshalb das gepanzerte Schiff der Südstaaten ihr drittes Ziel nicht erreichen und deshalb abdrehen musste.

Einen Tag später traf sie auf ihren stärksten Gegner, der USS Monitor, welche die USS Minnesota beschützen sollte. Das Seegefecht dauerte stundenlang und zog hunderte Schaulustige an, die den Kampf vom Ufer aus beobachteten. Auf kurze Entfernung beschossen sich die Panzerschiffe gegenseitig und die Virginia versuchte die Monitor mit dem Rammsporn zu versenken. Die höhere Wendigkeit wurde ausgespielt und das modernste Kriegsschiff des Südens in die Flucht geschlagen. Keines der Schiffe hatte gesiegt.

Die USS Monitor versank am Silvesterabend 1862 während eines schweren Sturms in den Fluten vor Cape Hatteras (US-Bundesstaat North Carolina) und kostete allen 16 Besatzungsmitgliedern das Leben. Ein ebenfalls unerfreuliches Schicksal erlebte die CSS Virginia im Mai 1862, als die Nordstaaten sich mit ihren Truppen und Kriegsschiffen ihrer verloren geglaubten Stadt Norfolk näherten. Vor Craney Island wurde der einstigte Stolz der Marine der Konföderation auf Grund gesetzt und schließlich gesprengt. Beide Schiffe hatten zwar keine entscheidende Rolle im amerikanischen Bürgerkrieg gespielt aber sie bedeuteten das Ende der klassischen Kriegsschiffe, die Segel als Antrieb nutzten und deren Rümpfe aus Holz bestanden.

Die erste Schlacht zwischen zwei Panzerschiffen wurde bislang nur einmal verfilmt und zwar 1991 unter dem Titel "Ironclads - Seeschlacht vor Virginia" mit Virginia Madsen in der Hauptrolle. Ein spannender Film der leider viel zu selten im Fernsehen ausgestrahlt wird. Bisher wurde er nur zweimal gezeigt. In Zukunft könnte vielleicht ein bekannter Regisseur wie James Cameron die Geschichte der beiden Panzerschiffe neu verfilmen und würde mich freuen.

Was mich so beeindruckt ist der Aufbau der CSS Virginia bzw. Merrimack. Die schrägen Eisenplatten im Winkel von 45 Grad und das Gesamtdesign erinnert mich an das Stealthschiff Sea Shadow (IX-529) der US-Marine. Die Sea Shadow lief bereits im März 1985 vom Stapel aber erst acht Jahre später im Rahmen ihrer Reaktivierung wurde sie der Öffentlichkeit bekannt. Der US-Marine diente das Tarnkappenschiff nur als Forschungsplattform, weil sie weder bewaffnet war noch mit einer modernen Elektronik ausgestattet war. Im aktiven Einsatz war sie nie. Das außergewöhnliche Schiff soll in Zukunft als Museum dienen.

Bildquelle: Eigenes Foto

Infoblogger, am 03.01.2013
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