Diese Frage hat sich auch Monika Meingassner gestellt, die als freie Theologin in Karlsruhe lebt und arbeitet. Und sie kam auf eine Idee: Warum nicht Weihnachten mal anders feiern – warum nicht "Weihnachten mit Anderen" feiern?

Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte, findet Frau Meingassner, ist heute aktueller denn je: "Ich möchte das gern leben. Denn ich finde Gott ist im Kleinen großartig. Gemeinschaft mit den Menschen, die allein sind, irgendwie fliehen müssen, sich im Augenblick einsam fühlen, neu in der Stadt sind oder …" Das macht das "Andere Weihnachten" von Monika Meingassner aus.

Seit 2008 gibt es das Projekt "ANDERE Weihnachten"

Monika Meingassner lädt ein, Weihnachten mal anders – "Weihnachten mit Anderen" - zu feiern: Mit leckerem Essen, guten Gesprächen, gemeinsam verbrachter Zeit. Jeder ist willkommen, keiner muss an Weihnachten alleine sein!

Seit 2008 feiert Frau Meingassner Weihnachten mit anderen. Damals lebte die Theologin noch in München, ihre eigene Familie war in und außerhalb Deutschlands verstreut. Weihnachten ganz alleine verbringen? Da hatte Monika Meingassner eine bessere Idee: "Ich bin nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt, jammert und sich beschwert. Sondern sich eine Alternative überlegt und die dann auch umsetzt. Mir ist ANDERE Weihnachten – Weihnachten mit anderen - eine Herzensangelegenheit."

Im ersten Jahr, so erzählt sie, "waren wir zu viert: Ein Barkeeper aus Jamaica, eine Kirchendistanzierte aus Afrika, eine Nonne aus München und ich. Beeindruckend war für mich dann, dass mir drei fremde Menschen geschenkt wurden und uns vier anfangs Fremden ein Weihnachten, das ich so noch nie erleben konnte. Als meine Gäste gingen, war ich noch lange wach und ganz aufgewühlt. Es war so schön und bewegend. Das war für mich der Beginn für mein ANDERE Weihnachten!"

Jeder ist willkommen

Verschiedene Weihnachtsaktionen hat Monika Meingassner in den letzten Jahren ins Leben gerufen: Sie verbrachte den Heiligabend im Gefängnis oder feierte mit Obdachlosen. Sie ist gemeinsam mit anderen Menschen in einer kalten Winternacht dem Stern gefolgt und hat mit einer "wild zusammengewürfelten Gruppe" in einem Kirchenkeller gefeiert.

Sie erzählt: "Die Gäste im vergangenen Jahr waren ein Alkoholiker, einige Arbeitslose, Jugendliche und Rentner, zwei Rollstuhlfahrer, ein japanischer Student, der sich den Heimflug nicht leisten konnte und einige andere Einsame – unter anderem mein Postbote, von dem ich wusste, dass er an diesem Abend allein wäre. Die Altersspanne war 15-63 Jahre."

Monika Meingassners jüngster Weihnachtsgast in diesem Jahr ist erst 8 Monate alt und wird mit seiner Familie kommen. Schon einige Menschen haben auf die Einladung zum Weihnachtsfest 2013 reagiert.

Monika Meingassner ist gespannt: "2013 wird es sicher nochmals anders werden …"

Dabeisein und mitfeiern?

Dazu ist jeder herzlich eingeladen!

Ein christlicher Hintergrund ist keine Bedingung. Wer nähere Informationen zum Weihnachtsfest "Andere Weihnachten – Weihnachten mit Anderen" möchte, kann sich an die Weihnachtshotline (nur im Dezember) wenden:

0176-62215021 oder per Mail an andereweihnachten@arcor.de

Auch Unterstützung bei Planung und Organisation oder in Form von Sachspenden ist herzlich willkommen. Eine weitere Kontaktmöglichkeit gibt es – neben der Weihnachtshotline – auch über Monika Meingassners Website.

Weihnachten alleine = einsames Fest? Das muss nicht sein.

Nicht jeder kann am Heiligabend der Einladung nach Karlsruhe zum "Andere Weihnachten" folgen. Was können diejenigen tun, die am Heiligabend dennoch alleine sein müssen?

Frau Meingassner empfiehlt, sich ganz bewusst selbst etwas Gutes zu tun: Die Wohnung zu schmücken, auch wenn es "nur" für sich selbst ist: "Ich bin mir das wert." Sich vielleicht ein warmes Bad einzulassen, Kerzen anzuzünden, sich mit einer Tasse Tee und einem guten Buch in eine Decke auf dem Sofa zu kuscheln.

Sich zu fragen: Worauf habe ich Lust? Was schenke ich mir? Was würde ich gerne tun? Vielleicht auch daran zurückdenken, was man früher zu Weihnachten gerne gemacht hat. Gibt es alte Traditionen, die sich neu beleben lassen?

"Wenn ich mir Gutes tue, verändert mich das. Ich kann vielleicht dann bei meinem Nachbarn klingeln und mein Gebäck teilen. Vielleicht kann ich aus meiner Situation heraus in anderen Menschen Menschen erkennen, die auch allein sind. Gleichgesinnte erkennen sich manchmal besser. Sich Gutes tun, tut mir gut. Hat aber auch noch einen schönen Nebeneffekt: Ich wirke auf andere zufriedener und offener. Und wer weiß, was sich ergibt …"

Persönlicher Lesetipp: Auch Pagewizz-Autorin Elenore May hat sich zum Thema "Heiligabend" Gedanken gemacht - mit einem lesenswerten Beitrag, der nachdenklich macht und neue Anregungen geben kann: Wie entkommt man der Tristesse am Weihnachtsabend?

Januar 2014: Rückblick auf ein besonderes Weihnachtsfest - "ANDERE Weihnachten 2013"

Einen kleinen Bericht (inklusive PDF-Download) zum Weihnachtsfest "ANDERE Weihnachten 2013" gibt es hier zu lesen:

Rückblick auf ein besonderes Weihnachtsfest - "ANDERE Weihnachten 2013"

Michaela, am 15.12.2013
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Bildquelle:
M. Steininger - Die Persönliche Note (Weihnachten christlich feiern: Die schönsten Traditionen und Bräuche)
Bildautor: Vera Kratochvil (Interessantes und Kurioses rund um alte deutsche Weihnachtsbräuche)

Autor seit 6 Jahren
263 Seiten
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